Nämbärch oder Augschburg?

Der 1. FC Nürnberg und der FC Augsburg kämpfen ab Donnerstag um die Bundesliga-Zugehörigkeit. Franken gegen Schwaben also. Zu welchem Team soll ein Münchner halten? Die AZ versucht zu helfen.
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Schafft er mit dem Club den Klassenerhalt? Bayern-Leihgabe Andreas Ottl.
firo/Augenklick Schafft er mit dem Club den Klassenerhalt? Bayern-Leihgabe Andreas Ottl.

Der 1. FC Nürnberg und der FC Augsburg kämpfen ab Donnerstag um die Bundesliga-Zugehörigkeit. Franken gegen Schwaben also. Zu welchem Team soll ein Münchner halten? Die AZ versucht zu helfen.

AUGSBURG/NÜRNBERG Es kann nur einen geben. Alte Highlander-Regel. Gilt aber auch für die Relegation zur Bundesliga. Am Donnerstag (20.30 Uhr in Nürnberg) und Sonntag (18 Uhr in Augsburg) streiten zwei bayerische Klubs um den letzten zu vergebenden Platz in der deutschen Elite-Liga: der Zweitliga-Dritte aus „Augschburg“ und der Bundesliga-Sechzehnte aus „Nämbärch“. Die beiden Teams im Aufstiegs-Check der AZ:

FORM

Nach mäßigem Saisonstart hatten sich die ambitionierten Augsburger von Rang 14 bis auf Platz zwei hoch gearbeitet – um am Ende nach ein paar herben Klatschen (0:4 in Aachen, 0:3 auf St. Pauli) doch noch den Euphorie-Kickern vom Kiez den direkten Aufstiegsplatz überlassen zu müssen. Anders die Nürnberger: Sie verbrachten die komplette Saison zwischen Platz 13 und 17. Vor dem finalen 1:0 gegen Köln (Trainer Hecking: „Der Sieg tut uns gut, weil wir unseren Negativlauf durchbrochen haben“) hatte es vier Niederlagen gesetzt. Deprimierend. Vorteil: Augsburg

TRADITION

Okay, der letzte Nürnberger Meistertitel ist schon eine Weile her (1968), aber was die Pokalsammlung angeht, kann Augsburg nicht anstinken gegen den Club. Neun Mal Meister, vier Mal Pokalsieger – dagegen ist die Augsburger Bilanz trotz eines Helmut Haller eher übersichtlich: Süddeutscher Meister (1974), Meister 2. Liga Süd (1961), Bayerischer Pokalsieger (1951). Als größter Erfolg der Vereinsgeschichte gilt das Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinals gegen Bremen in diesem Jahr. Vorteil: Nürnberg

FINANZEN

Der starke Mann an der Spitze des FCA heißt Walther Seinsch. Seit zehn Jahren ist der erfolgreiche Unternehmer (Mitbegründer und Ex-Mitinhaber der Textilfirmen Takko und kik) der Vorstandsvorsitzende des FCA. Ohne ihn würde der Verein immer noch im uralten Rosenau-Stadion spielen statt in der schicken neuen „impuls arena“ – und sicher auch nicht um den Aufstieg in die Bundesliga. „Der Druck, jetzt aufsteigen zu müssen, ist wirtschaftlich nicht da“, sagte FCA-Geschäftsführer Andreas Rettig. Die Franken müssen dagegen seit der Demission des Teppichmoguls Michael A. Roth ohne die Zuwendungen des Ex-Präsidenten und Langzeit-Mäzens auskommen. Vorteil: Augsburg

SEX-APPEAL

Tja, da schenken sich beide Bewerber nicht viel. Beide Kader kommen weitgehend ohne Glitzer-Kicker aus, sieht man einmal vom Augsburger Torschützenkönig Michael Thurk ab, dessen wechselhaftes Vorleben bei Mainz 05, Energie Cottbus und Eintracht Frankfurt im Vergleich zu seinen Mannschaftskameraden geradezu exaltiert erscheint. Dagegen nehmen sich Nürnbergs grundsolide Ottls, Schäfers und Wolfs als kreuzbrave Normalos aus. Auch die Trainer Dieter Hecking (FCN) und Jos Luhukay (FCA) besitzen in etwa den gleichen Glamour-Faktor: minus vier. Vorteil: niemand

FANS

In Nürnberg kennt man sich aus mit dem ewigen Auf und Ab zwischen Liga eins und zwei. Der so genannte Clubberer ist wohl einer der leidensfähigsten Fans im deutschen Fußball. Dagegen kommt auch die noch eher frische Begeisterung am Lech nicht an. Vorteil: Nürnberg

STATISTIK

In Nürnbergs Kader steckt wesentlich mehr Bundesliga-Erfahrung: 1353 Bundesliga-Einsätze und 258 Länderspiele versus 861 und 162 bei Augsburg. 15 Nürnberger aus dem aktuellen Kader standen schon 2009 in den Relegationsspielen gegen Energie Cottbus im Aufgebot. „Sie haben uns vorgemacht, wie man als Zweitligist aufsteigen kann“, erinnert Rettig an den Coup der Nürnberger vor einem Jahr. Bei Augsburg kennt einer die Relegation: der Ex-Nürnberger Dominik Reinhardt. Acht Augsburger sind schon mal in die Bundesliga aufgestiegen: Reinhardt (mit Nürnberg), Sinkala (mit Köln), Benschneider mit Bielefeld und Köln), Ndjeng und Rafael (beide mit Gladbach), Sukalo (mit Aachen) und Thurk (mit Mainz). Nürnbergs Sportchef Martin Bader sagt: „Natürlich haben wir da Respekt.“ Vorteil: Nürnberg

Thomas Becker

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