Nachsitzen, bitte! Die Probleme der DFB-Elf mit den Trinkpausen
Natürlich war die DFB-Auswahl gewarnt worden. Natürlich war der Gegner Elfenbeinküste in zig Videos analysiert und jeder einzelne Gegenspieler haarklein studiert worden. Und selbstverständlich war die Stimmung im Lager der deutschen Nationalmannschaft nach dem 7:1-Kantersieg gegen Außenseiter Curaçao zuversichtlich bis heiter. Schlechtreden, nur um partout zu mahnen, kann man einen solchen Turnierauftakt ja auch nicht.
Und doch tat man sich gegen die Elfenbeinküste schwer, konnte das Spiel nur mittels eines Kraftaktes, einer großen Portion Willen und des Doppelpacks von Deniz Undav noch drehen. Nun steht nicht nur das vorzeitige Weiterkommen, sondern auch – ein Geschenk der tapferen Insel-Kicker aus der Karibik – der vorzeitige Gruppensieg fest. Glückwunsch! Oh wie ist das schön, denn so was hat man lange nicht gesehen. . .
Der Rhythmus nach der Trinkpause war weg: Deutschland kassiert das 0:1
Dennoch gibt es noch einiges zu verbessern und zu optimieren. Und zwar die Frage: Wie kann die Nationalelf besser mit der krassesten Neuerung dieser WM, den Trinkpausen, im Grunde eine Fußball-Revolution, umgehen?
Denn gegen die Elfenbeinküste kippte nach dem "Hydration-Break" beide Male das Momentum – jeweils zu Ungunsten der deutschen Mannschaft. Durch die Unterbrechung war plötzlich der Rhythmus weg. Es erfolgte ein Spannungsverlust, schließlich fiel das Gegentor zum 0:1.
DFB-Elf muss sich besser auf die Trinkpausen einstellen
Dasselbe Phänomen in der zweiten Halbzeit: Erst traf Undav zum Ausgleich, danach war man am Drücker, zu erhöhen. Das sofortige 2:1 lag in der Luft, doch – wieder – eine Kunstpause. Erneut kippte das Momentum.
Das Learning für Bundestrainer Julian Nagelsmann: Das DFB-Team muss sich besser auf die neue Spielzeit, ja dieses neue Spiel und all die psychologischen Komponenten einstellen. Vier Viertel sind etwas anderes als zwei Halbzeiten. Da ist noch Luft nach oben. Da kann das Analyse- und Trainerteam ein paar Stündchen im Kämmerlein der 100 Bildschirme verbringen. Sind ja noch ein paar Tage bis zum Beginn der K.o.-Runde.