Mönchengladbach gegen Wolfsburg: Schubert und Ismael vor Rauswurf

Wer fliegt zuerst? Beim Krisen-Gipfel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg geht es weniger um Punkte als um (Trainer-)Köpfe. Sowohl André Schubert als auch Valerien Ismael wackeln bedenklich.
| sid
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Fürchten um ihren Job: Gladbachs Trainer André Schubert (links) und Wolfsburgs Trainer Valerien Ismael.
firo/Augenklick Fürchten um ihren Job: Gladbachs Trainer André Schubert (links) und Wolfsburgs Trainer Valerien Ismael.

Mönchengladbach - Besinnliche Tage? Nicht für die "Prügelknaben" André Schubert und Valerien Ismael. Vor dem Krisen-Gipfel zwischen Borussia Mönchengladbach und VfL Wolfsburg am Dienstag (20 Uhr/Sky) wackeln die Stühle der angezählten Trainer bedenklich.

Vier Tage vor Heiligabend könnte das letzte Spiel des Jahres für beide auch das letzte an der Seitenlinie werden, mögliche Nachfolger werden bereits gehandelt. Besonders am Niederrhein brennt der Baum nach dürftigen Vorstellungen in Serie lichterloh.

Ab Mittwoch will Sportdirektor Max Eberl Bilanz ziehen, auf den Tisch kommen dabei höchst unbequeme Zahlen. Allen voran die Auswärtsbilanz ist desaströs: Im Kalenderjahr 2016 verlor das Schubert-Team zwölf von 16 Gastspielen. Der einzige Sieg gelang am 34. Spieltag in Darmstadt, wo bereits der Klassenerhalt gefeiert wurde.

Ingolstadt stoppt Leverkusens Aufholjagd

Bei den lange Zeit geduldigen Fans ist die Stimmung spätestens seit der harmlosen Vorstellung in Augsburg (0:1) gekippt. Die "Schubert raus"-Rufe aus dem Block waren nicht mehr zu überhören, eine gleich lautende Gruppe bei Facebook hat kräftig Zulauf.

Dort wird die Begegnung gegen Wolfsburg bereits als "André Schubert Abschiedsspiel" angekündigt. Nicht die Geduld verloren haben dagegen Borussias Offizielle.

Während sämtliche in der Tabelle schlechter platzierten Klubs inzwischen den Trainer gewechselt haben, halten Eberl und Co. weiter zu Schubert. "Wir stehen zu unserem Trainer. Wir leben Kontinuität", sagt der Sportdirektor. Bei einem weiteren Patzer gegen die Wölfe dürften aber auch Eberl langsam die Argumente ausgehen.

Der Markt ist leergefegt

Eberls Problem: Mögliche Nachfolger sind kaum auf dem Markt. Der Name Dieter Hecking geistert seit Tagen durch den Borussia-Park, auch Arie van Lent wäre eine Option. Der Ex-Profi der Gladbacher führt derzeit mit der Regionalliga-Mannschaft der Fohlen die Tabelle an und könnte von der vierten in die erste Liga befördert werden - genau wie Schubert im September 2015.

Zumindest bei den Fans gilt der Niederländer als äußerst beliebt. Neue Namen werden derweil auch schon in Wolfsburg gehandelt. Zwar hat sich der erst im Oktober als Hecking-Nachfolger geholte Ismael zuletzt mit dem 1:0 gegen Eintracht Frankfurt etwas Luft verschafft, die Gerüchteküche brodelt dennoch munter weiter.

 

 

Angeblich hat der VfL großes Interesse an David Wagner, der den englischen Zweitligisten Huddersfield Town in kürzester Zeit von einem Abstiegskandidaten in einen Aufstiegsanwärter verwandelt hat.

Unruhe herrscht bei den Wölfen aber auch ohne Trainer-Diskussion zur Genüge, am Montag wurde Philipp Wollscheid bis zur Winterpause vom Training mit dem Profiteam ausgeschlossen. Der 27 Jahre alte Abwehrspieler soll sich gegenüber einem Mitarbeiter despektierlich verhalten haben.

"Philipp hat eine Ansage bekommen. Es gab eine Strafe und Konsequenzen", sagte Trainer Valerien Ismael. Wollscheid habe sich bereits entschuldigt. Von besinnlichen Tagen kann bei den Wölfen kurz vor Weihnachten also wahrlich nicht die Rede zu sein. Zumindest das hat Valerien Ismael mit André Schubert gemeinsam.

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