Modric führt Kroatien mit Zaubertor ins Achtelfinale

Kroatien hält dem Druck stand und kann sich im entscheidenden EM-Gruppenspiel gegen Schottland wieder auf seinen Kapitän verlassen. Luka Modric bringt den Vizeweltmeister mit einem wunderschönen Tor auf Siegkurs.
| Von Benedikt von Imhoff und Robert Semmler, dpa
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Kroatiens Luka Modric (M) feiert das 2:1.
Kroatiens Luka Modric (M) feiert das 2:1. © Andrew Milligan/PA Wire/dpa
Glasgow

Auch dank eines Zaubertors von Luka Modric hat sich Kroatien ins Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft gerettet und den schottischen Vorrunden-Fluch verlängert.

Nach einem herrlichen Schlenzer des einstigen Weltfußballers zur Führung gewann der Vizeweltmeister in Glasgow 3:1 (1:1) im letzten Vorrundenspiel beider Teams in der Gruppe D.

Kroatiens Josip Juranovic (l) und Schottlands Andrew Robertson kämpfen um den Ball.
Kroatiens Josip Juranovic (l) und Schottlands Andrew Robertson kämpfen um den Ball. © Robert Perry/EPA Pool/AP/dpa

Für das Weiterkommen unter die letzten 16 brauchten beide jeweils einen Sieg. Nikola Vlasic (17.), Modric (62.) und Ivan Perisic (77.) sorgten dafür, dass Schottland weiterhin auf den erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde bei einem großen Turnier warten muss. Das erste schottische Turnier-Tor durch Callum McGregor (42.) war zu wenig.

Kroatiens Nationaltrainer Zlatko Dalic hatte auf das enttäuschende 1:1 gegen Tschechien reagiert. So mussten Josip Brekalo vom VfL Wolfsburg und der frühere Frankfurter Ante Rebic auf die Bank, Torschütze Vlasic und Bruno Petkovic kamen.

Kroatiens Nikola Vlasic (l) erzielt den 1:0-Führungstreffer gegen Schottlands Torhüter David Marshall.
Kroatiens Nikola Vlasic (l) erzielt den 1:0-Führungstreffer gegen Schottlands Torhüter David Marshall. © Petr David Josek/AP Pool/dpa

Der gegen Tschechien erst spät eingewechselte Marcelo Brozovic lief im Mittelfeld von Beginn an auf, dafür blieb der Hoffenheimer Andrej Kramaric draußen. Josip Juranovic begann hinten rechts anstelle von Sime Vrsaljko.

Beim Mit-Gastgeber ersetzte Stuart Armstrong Shootingstar Billy Gilmour nach dessen positivem Corona-Test. Der Fall hatte den Kroaten im Vorfeld Sorgen bereitet. Etwa 12.000 Zuschauer sorgten im Hampden Park schon vor dem Anpfiff für eine beachtliche Stimmung, die der Bedeutung der Partie angemessen war. Die Euphorie unter den sangesfreudigen Fans war nach dem 0:0 bei Erzrivale England spürbar.

Eine gefährliche Flanke von John McGinn sorgte erstmals für Hoffnung auf Schottlands ersten Turniertreffer (6.), Ché Adams verfehlte aus der Distanz das Tor (9.). Nach vorn spielten die Hausherren zielstrebig, nach hinten riegelten sie ab der Mittellinie ab.

Schottlands Callum McGregor (l) erzielt das 1:1.
Schottlands Callum McGregor (l) erzielt das 1:1. © Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Die von Real-Star Modric dirigierten Kroaten gingen eher überraschend in Führung: Perisic setzte sich im Kopfballduell durch, seine Ablage verwertete Vlasic per Flachschuss. Modric scheiterte kurz darauf an Torwart David Marshall (22.). Die kurzzeitig ernüchterten Schotten meldeten sich durch eine Chance für McGinn zurück (24.).

Doch mit der Führung im Rücken kontrollierten die cleveren Kroaten zunehmend Ball und Gegner. Nur mit Fehlern brachten sie die Schotten gelegentlich ins Spiel - wie vor dem 1:1: Domagoj Vida klärte direkt vor die Füße von McGregor, der flach aus 17 Metern einschoss.

Doch dann kam Luka Modric. Der Kroate erzielt per Außenrist in Weltklassemanier die erneute Führung.
Doch dann kam Luka Modric. Der Kroate erzielt per Außenrist in Weltklassemanier die erneute Führung. © Owen Humphreys/PA Wire/dpa

Unter dem Druck des Gewinnenmüssens verstärkten die Kroaten nach der Pause ihre Bemühungen. Nach Zuckerpass von Modric schoss Perisic Keeper Marshall an, stand aber eh knapp im Abseits (56.). Auf der Gegenseite brachte wieder eine Flanke von McGinn höchste Gefahr (59.). Mit Einsatz und Physis versuchten die Schotten, die fußballerischen Nachteile wettzumachen - doch beim wunderbaren Außenrist-Schlenzer des 35 Jahre alten Modric von der Strafraumgrenze waren sie nur staunende Zuschauer.

Der Kapitän leitete mit einem Eckball auch die Entscheidung ein, der Kopfball von Ex-Bundesligaprofi Perisic passte ganz genau und bescherte den Kroaten sogar noch den Sprung auf den zweiten Platz in der Gruppe. Damit geht es am Montag in Kopenhagen gegen den Zweiten der Gruppe E weiter.

© dpa-infocom, dpa:210622-99-103564/2

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