Mit Siewert: Mainz hofft auf Überraschungseffekt in München

Mainz hat seine sportliche Führung in der kurzen Winterpause komplett ausgetauscht, jetzt geht es zum Auftakt ausgerechnet nach München. Trainer-Wunschkandidat Bo Svensson sitzt noch nicht auf der Bank, so wäre auch ein unbelasteter Start möglich für den Dänen.
| Von Karl Reichwein, dpa
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Jan Siewert.
Jan Siewert. © Nigel French/PA Wire/dpa/Archivbild
Mainz

Für Jan Siewert war es am Freitag seine erste und wahrscheinlich auch letzte Pressekonferenz vor einem Bundesligaspiel des FSV Mainz 05. Nach der Freistellung von Jan-Moritz Lichte und der für Anfang nächster Woche erwarteten Verpflichtung Bo Svenssons als neuem Coach bereitet der 38-Jährige den Tabellenvorletzten auf die Begegnung beim FC Bayern München vor. Der bisherige Junioren-Cheftrainer wird als Interimscoach auch am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) in der Allianz Arena an der Seitenlinie stehen.

"Ich bin keiner, der anfängt zu heulen. Da muss man vielleicht auch improvisieren können", sagte Siewert vor dem Jahresauftakt des Tabellen-17. Und: "Wir wollen auch einen Überraschungseffekt nutzen." Nach turbulenten Tagen am Bruchweg mit der Rückkehr von Christian Heidel als Sportvorstand und Martin Schmidt als Sportdirektor geht nun der Abstiegskampf unter neuen Vorzeichen für die Mainzer weiter.

Siewert ist nach Achim Beierlorzer und Lichte der dritte FSV-Trainer in dieser Saison. Der Auftrag ans vorhandene Personal in dieser Trainingswoche laute, sich voll reinzuhängen. Genau das hätten alle getan. "Und dann werden vielleicht auch Spieler auf Positionen auftauchen, die sie noch nicht so oft gespielt haben", kündigte er an.

In Sachen Svensson-Verpflichtung hielt sich Schmidt bedeckt. "Wir verkünden etwas, wenn es etwas Definitives zu verkünden gibt", sagte der Schweizer. "Wir sind nahe an einer Lösung, aber darum werden wir uns nach dem Bayern-Spiel kümmern. Alles andere würde dem Team und Jan Siewert nicht gerecht." Der Mainzer Ex-Profi Svensson steht noch beim österreichischen Zweitligisten FC Liefering unter Vertrag, gilt aber als Wunschkandidat.

Aushilfe Siewert ist seit Sommer bei den Nullfünfern, zuvor war er unter anderem beim englischen Premier League-Club Huddersfield Town als Nachfolger des späteren Schalke-Trainers David Wagner tätig. Insofern sind Partien auf Bundesliga-Niveau für ihn keine neue Erfahrung.

Dass er die 05er ausgerechnet durchs schwerste Spiel der Saison führen muss, wie Heidel sagte, scheint ihn nicht zu stören. Im Gegenteil: "Das sind die Spiele, für die man es macht", sagte der aus Mayen bei Koblenz stammende Siewert. Diese Freude spüre er auch bei den Profis, die ihn sehr respektvoll aufgenommen hätten. "Ich habe mich geehrt gefühlt, dass ich nach einem halben Jahr im Verein gefragt wurde, ob ich aushelfen kann", sagte er. "Ich habe sofort bejaht. Es ist eine neue Zeit, die gehen wir gemeinsam an."

In den verbleibenden zwei Trainingseinheiten werde er weiter daran arbeiten, die Mannschaft auf den Champions League-Sieger einzustellen. "Es gibt Phasen, in denen wir ganz konsequent verteidigen müssen, wir werden in gewissen Phasen leiden, aber wir müssen auch Spielfreude entwickeln", betonte Siewert. Auch gegen den Rekordmeister werde es für seine Mannschaft Möglichkeiten geben, das Spiel positiv zu gestalten: "Diese Phasen wollen wir nutzen."

Dass ihm neben dem langzeitverletzten Außenbahnspieler Levin Öztunali, dem am Knie operierten Kunde Malong sowie den Jungprofis Niklas Tauer (Muskelverletzung) und Paul Nebel (Reizung im Fuß) im gerade nach Celta Vigo verliehenen Aarón Martin auch ein Außenverteidiger abhandengekommen ist, nimmt Siewert gelassen zur Kenntnis. "Wir müssen Möglichkeiten mit dem Kader finden, der zur Verfügung steht."

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