Mit Sauna, ohne Zelle

Nach einigem Hickhack ist das deutsche WM-Quartier voll ausgestattet. Wer mag, bekommt hier auch Krokodilgulasch.
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Bundestrainer Joachim Löw und Co. freuen sich auf das Velmore Grande, die Fünf-Sterne-Luxus-Herberge nahe Pretoria.
dpa Bundestrainer Joachim Löw und Co. freuen sich auf das Velmore Grande, die Fünf-Sterne-Luxus-Herberge nahe Pretoria.

Nach einigem Hickhack ist das deutsche WM-Quartier voll ausgestattet. Wer mag, bekommt hier auch Krokodilgulasch.

JOHANNESBURG Es geht gut los für den 60-köpfigen DFB-Tross in Südafrika: Niederschlagswahrscheinlichkeit am Montag: null Prozent. Es wird warm, bis zu 22 Grad. Vom Flughafen OR Tambo, benannt nach dem Anti-Apartheidkämpfer Oliver Reginald Tambo, geht es mit dem Bus über die R 21 nach Norden, bei Pretoria-Ost auf die M 10 Richtung Westen, dann sind es nur noch ein paar Meilen bis zur neuen DFB-Zentrale: dem Velmore Grande.

Bis zum Finale hat das deutsche Team das Fünf-Sterne-Hotel gebucht. Schon früh hatte man sich für ein Quartier in der Höhe entschieden; das Velmore liegt auf 1370 Metern. Drei Flughäfen und drei WM-Stadien sind innerhalb einer Stunde zu erreichen. Doch bis zuletzt gab es Ärger: Die Betriebserlaubnis fehlte. Das Hotel wurde nach Angaben der Provinzregierung illegal gebaut, weil es keine umweltrechtliche Prüfung gab. Dies galt nicht nur für den acht Millionen Euro teuren Hoteltrakt, der extra für den DFB gebaut worden war, sondern auch für das Haupthaus, das 2004 fertig wurde. Besitzer Heinz Mulder hat zwar in letzter Sekunde eine vorläufige Erlaubnis für den Zeitraum der WM bekommen, muss aber eine Konventionalstrafe zahlen.

Es ist ein recht verspieltes Haus, dieses im vergangenen November eröffnete Velmore Grande: rote Ziegel, weiße Betonblöcke, zig Torbögen, Pool-Landschaft samt „Camelot Spa“, 800 Quadratmeter Fitnessbereich. Spezialität zum Abendessen: Krokodilgulasch. Wobei die Spieler vermutlich anderes Essen bekommen. Es gibt 90 Zimmer, darunter eine Präsidenten-Suite, 28 Luxus-Suiten, drei DeLuxe-Suiten und 18 Standard-Suiten. Die Architektur: „provencalisch“.

Der von Teammanager Oliver Bierhoff angeregte Nachbau der Gefängniszelle, in der einst Nelson Mandela jahrelang einsaß, fiel aus Kostengründen aus. Bierhoffs Plan war es, dass die Spieler in dieser Zelle gegen Lagerkoller ankämpfen könnten: „Es ist wichtig, dass die Jungs auch mal den Kopf freibekommen.“

Wenn die DFB-Stars ankommen, hat die Vorhut seit Mitte Mai zehn Tonnen Gepäck verarbeitet: eine 15-Mann-Sauna, Bettmatratzen, Computer, Heimkino, Tischkicker, Billard und Tischtennisplatten für die Player’s-Lounge. Im Kleiderschrank hängen Winterjacken, Mützen, Handschuhe: Abends kann es bis zu null Grad kalt werden.

Ein paar Stunden nach der Ankunft heute wird es gegen 16.30 Uhr im Super Stadium in Atteridgeville ein öffentliches Training geben, das einzige während der WM. Am Dienstag steht zweimal Training auf dem Programm, mittags findet die erste Pressekonferenz statt.

Thomas Becker

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