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"Das Zusammenspiel überzeugt nicht": Nagelsmann-Entdecker Schmidt kritisiert Kimmich und Sané

Nagelsmann-Kumpel und Trainer Alexander Schmidt blickt in seiner AZ-Analyse auf die Taktik der Nationalmannschaft im zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste. Im Fokus: Leroy Sané und Deniz Undav.
von  AZ
Ball und Schütze im Tor. Kai Havertz läuft jubelnd zu Deniz Undav (l).
Ball und Schütze im Tor. Kai Havertz läuft jubelnd zu Deniz Undav (l). © Tom Weller/dpa

AZ: Herr Schmidt, die Nationalmannschaft gewinnt auch das zweite Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste mit 2:1. Was war die taktische Herangehensweise von Bundestrainer Julian Nagelsmann? 
So wie Julian im Vorfeld angekündigt hat, stand die Mannschaft auch mal im tiefen Block. Nur punktuell wurde der Gegner hoch angelaufen. Das war gegen die Elfenbeinküste, die ein sehr athletischer Gegner waren, elementar. Auffällig war auch, wie schon im ersten Gruppenspiel, dass Nathaniel Brown im offensiven Mittelfeld zum Teil zentral gespielt hat. Florian Wirtz kam dann über die Außenbahn. Das deutsche Spiel war also sehr variabel. Es fanden viele Positionswechsel statt. Das ist für den Gegner nur schwer zu verteidigen, wobei es die Elfenbeinküste mit ihrer robusten Spielweise gut gemacht hat. Und auf der linken Seite haben die Positionswechsel deutlich besser funktioniert. Auf der rechten Außenbahn war Leroy Sané wieder blass. 

Analysiert für die Abendzeitung die Taktik der Nationalmannschaft: Nagelsmann-Kumpel und Trainer Alexander Schmidt.
Analysiert für die Abendzeitung die Taktik der Nationalmannschaft: Nagelsmann-Kumpel und Trainer Alexander Schmidt. © AZ-Montage

Sané sollte Kimmich beim Verteidigen unterstützen 

Es dauerte lange, bis die DFB-Elf in Schwung kam. Was hat nicht gepasst? 
Wir haben uns mit der robusten und athletischen Spielweise der Elfenbeinküste sehr schwer getan. Da konnten wir uns kaum durchsetzen. Da hat das Durchsetzungsvermögen gefehlt. Und über die rechte Seite kam einfach zu wenig. Da hat Kimmich, und das war zu erwarten, im Laufduell gegen Yan Diomande den Kürzeren gezogen. Sané hätte ihn da mit seiner Schnelligkeit unterstützen sollen. Aber er hat es nicht geschafft, das aufzudoppeln. Sané hat das Verteidigen einfach nicht im Blut. Ihm fehlt die letzte Konsequenz und Zweikampfhärte. Wenn ich der gegnerische Trainer wäre, würde ich entsprechend die rechte Seite als Schwachstelle ausmachen, weil das Zusammenspiel von Kimmich und Sané nicht überzeugt. Julian sollte sich eine Alternative für die rechte Seite überlegen.

Weil man schon im Sechszehntelfinale steht, würde ich Jamal Musiala eine Pause gönnen.

Alexander Schmidt

Welche Veränderungen würden Sie ansonsten vornehmen?
Weil man schon im Sechszehntelfinale steht, würde ich Jamal Musiala eine Pause gönnen. Nach der langen Verletzung hat er zuletzt viel gespielt. Er kann die Regenerationszeit gut gebrauchen. So geht man auch nicht die Gefahr ein, dass er in ein Loch fällt. Auf der linken Seite könnte man sich auch überlegen, David Raum zu bringen. Und Deniz Undav würde ich in die Startelf stellen. Das hat er sich wirklich verdient. Er ist mit Abstand der torgefährlichste Spieler. Gerade gegen tief stehende Gegner ist er eine Waffe. Ich kann ihn mir auch gut in einer Doppelspitze mit Kai Havertz vorstellen. Heißt: Insgesamt würde ich schon rotieren, aber die Statik nicht ändern. 

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