Messi-mäßig, Maradona-haft: Schweinsteiger!

Das 79. Länderspiel ist sein bestes – nicht nur, weil er die Argentinier wie Slalomstangen umkurvt. Löw findet: „Grandios! Weltklasse!“
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Note 1 für Bastian Schweinsteiger
dpa Note 1 für Bastian Schweinsteiger

Das 79. Länderspiel ist sein bestes – nicht nur, weil er die Argentinier wie Slalomstangen umkurvt. Löw findet: „Grandios! Weltklasse!“

CENTURION Slalom, das hat er drauf. In seiner Jugendzeit ist Bastian Schweinsteiger mit Felix Neureuther Ski gefahren, gemeinsam wedelten sie die Hänge herunter. Nur weil der Oberaudorfer im Fußball noch talentierter war, schlug er eine Profikarriere im Mannschaftssport ein.

Die Slalom-Stangen des ersten WM-Torlaufs in Kapstadt trugen Namen, sie hießen der Reihe nach: Angel di Maria, Javier Pastore und schließlich Gonzalo Higuaín. Alle standen Spalier, als Schweinsteiger in der 73. Minute das 3:0 von Arne Friedrich Messi-mäßig, vielleicht sogar Maradona-like vorbereitete.

Unstoppbar, unwiderstehlich. Unglaublich.

„Wie er das Tor von Arne Friedrich vorbereitet hat, das kann man nicht besser machen", lobte Bundestrainer Joachim Löw. Es war nur ein Teil seiner Hymne auf den Mittelfeld-Chef: „Es war ein grandioses Länderspiel von ihm. Basti hat die Mannschaft geführt und sie organisiert. Bei fast jedem Angriff war er in der Offensive. Das ist schon Weltklasse. Ich habe keinen Mittelfeldspieler gesehen, der dieses Niveau hat."

Auf der Tribüne des Greenpoint-Stadions hatte man ab und an den Eindruck, Halluzinationen zu haben: Man vermutete manchmal Schweinsteiger am eigenen Strafraum, in derselben Szene im Mittelfeld ebenso wie vor dem gegnerischen Tor. Insofern war das 4:0 gegen Argentinien eine unfaire Geschichte. Dank Schweinsteiger spielten die Deutschen mit 13 Mann.

Es war Schweinsteigers bestes Länderspiel. Selten hatte er unter solchem Druck gestanden – selbst verschuldet, da er die Argentinier mit seinen Vorwürfen, sie würden respektlos spielen, gereizt hatte. „Die wollten von der ersten Minute an, dass ich eine Gelbe Karte bekomme, damit ich im nächsten Spiel gesperrt bin“, schimpfte er später, noch mit der Hitze des Gefechts in der Stimme, meinte aber später milde: „Ich habe gar nichts gegen das Land, im Gegenteil, ich finde es sehr schön.“

Nach Abpfiff winkte er auf die Tribüne. Sarah Brandner saß da, seine Freundin, die zwischenzeitlich für den Freundeskreis Bier in einer Palette besorgt hatte. Auch Michael Ballack, Mittelfeld-Chef der DFB-Elf bis vor seiner Verletzung Mitte Mai.

In Abwesenheit von Ballack spielt Schweinsteiger nun das Turnier seines Lebens, gegen Argentinien wählte ihn das Fifa-Gremium zum „Man of the Match“. Er hat sogar gute Chancen, der Spieler des Turniers zu werden.

Schweinsteiger hat sich frei gespielt, Slalomläufe inklusive.

Patrick Strasser

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