"Messi infinito" kratzt am Pep-Mythos

Der FC Barcelona macht den ersten Schritt zum Triple: Nach dem Gewinn des 23. Meistertitels ist Lionel Messi auf dem besten Wege, Bayern-Coach Pep Guardiola als Barca-Mythos zu beerben.
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Der Argentinier Lionel Messi spielt seit 2004 für den FC Barcelona. Sein Vertrag läuft bis 30. Juni 2018.
dpa Der Argentinier Lionel Messi spielt seit 2004 für den FC Barcelona. Sein Vertrag läuft bis 30. Juni 2018.

Madrid - Im Estadio Vicente Calderón erlebte der spanische Fußball gleich eine doppelte Wachablösung. Ausgerechnet auf dem Platz von Atlético Madrid, der den FC Barcelona vor einem Jahr durch ein 1:1 im Camp Nou vom Thron des Liga-Meisters gestoßen hatte, holten sich die Katalanen am Sonntag den Titel zurück.

Der 23. Primera-División-Triumph war gleichzeitig der erste Schritt zum zweiten Triple nach 2009. Bei Barças 1:0-Sieg durch ein Traumtor von Lionel Messi (65.) wurde derweil auch Bayern-Trainer Pep Guardiola daheim in Barcelona von dem kleinen Argentinier ein bisschen vom Mythos-Sockel gestürzt.

Messi, Messi, Messi.

Nach einem schwachen Jahr 2014, als er sogar intern auch wegen schlechter Ernährung kritisiert worden war ("Zu viele Pizzen", meinte Manager Carles Rexach) war der Name des vierfachen Weltfußballers am Montag in Spanien in aller Munde, auf allen Titelblättern und omnipräsent bei allen Sendern.

Lesen Sie hier: Verfrühte Meisterfeier im Iran

"Messi infinito" ("unendlicher Messi") lautete die Schlagzeile von "El País". "La Liga de Messi" titelte das Sportblatt "Marca". Mit Lob überschlugen sich selbst die Gegner: "Messi kann in einer Sekunde alles auf den Kopf stellen", sagte Atlético-Stürmer Fernando Torres. "We're all very happy", postete Messi auf Facebook.

 

¡Campeones!!! ¡La Liga es nuestra!!! Increíble el trabajo de todos, estamos muy felices. Gracias a la gente que nos...

Posted by Leo Messi on Sonntag, 17. Mai 2015

 

Das heutige Barça habe mit einem mannschaftsdienlicheren Messi viel mehr "Waffen" als Peps Tiki-Taka-Team, schrieb "El País" am Montag.

Zwischen 2008 und 2012 gewann Guardiola mit seinem legendären Kurzpass-Spiel 14 Titel und wurde zum erfolgreichsten Trainer der Clubgeschichte. Am 30. Mai kann gegen Athletic Bilbao der dritte Pokal-Sieg und am 6. Juni gegen Juventus Turin in Berlin der vierte (insgesamt fünfte) Champions-League-Erfolg der "Ära Messi" gefeiert werden.

Beide Male wird dann der Ex-Mönchengladbacher Marc-André ter Stegen anstelle des in der Liga bevorzugten Claudio Bravo im Tor stehen. Am vorletzten Spieltag der Liga blieb der 4:1-Sieg von Barças Erzrivale Real Madrid bei Espanyol Barcelona im Fernduell um den Titel bedeutungslos.

Lesen Sie hier: Ter Stegen jagt Neuer

Der Rückstand der Königlichen blieb bei uneinholbaren vier Punkten. Nach dem Aus in der Champions League steht fest, dass Real diese Saison mit Weltmeister Toni Kroos und Weltfußballer Cristiano Ronaldo keinen wichtigen Titel gewinnen wird.

Die Zukunft von Trainer Carlo Ancelotti ist ungewiss, spekuliert wird immer wieder über den Noch-Dortmunder Jürgen Klopp. Ronaldo gelang ein Dreierpack, er erhöhte sein Torkonto auf 45 und wird sich eventuell damit trösten können, dass er im Kampf um die Torjäger-Trophäe von Messi (41) kaum mehr eingeholt werden kann. Messi, Neymar, den anderen Barça-Profis und Trainer Luis Enrique war das egal. Sie hüpften und tanzten und sangen in der Kabine "Campeones, campeones, campeones" fast ebenso laut wie die rund 5000 Fans am Canaletes-Brunnen.

Immerhin: Pep Guardiola wurde von den Barcelona-Verantwortlichen zum Champions-League-Finale nach Berlin eingeladen.

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