Medien: Schalke trennt sich von Baum - Stevens übernimmt

Medienberichten zufolge trennt sich der FC Schalke 04 nach nur zehn Spielen von Trainer Baum. Stevens soll den Club bis Jahresende betreuen. Aber wer kommt danach?
| Von Ulli Brünger, dpa
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Trainer-Legende Huub Stevens betreut nun das Schalke-Team.
Trainer-Legende Huub Stevens betreut nun das Schalke-Team. © Karsten Rabas/FC Schalke 04/dpa
Gelsenkirchen

Aus der Rente auf die Trainerbank: Jahrhundert-Trainer Huub Stevens soll den FC Schalke 04 vor noch größerem Ungemach bewahren und den Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga bis Weihnachten wieder auf Kurs bringen.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge trennte sich der Traditionsclub aus dem Revier am Freitag vom erfolglosen Chefcoach Manuel Baum. Es wäre bereits der zweiten Trainer-Wechsel der laufenden Saison.

Einen Tag vor dem Heimspiel gegen den Mitkonkurrenten Arminia Bielefeld am Samstag (15.30 Uhr) zogen die Verantwortlichen um Sportvorstand Jochen Schneider demnach Konsequenzen und griffen auf Alt-Bewährtes zurück. Der 67 Jahre alte Niederländer, der dem Aufsichtsrat des Vereins angehört, übernimmt bereits zum vierten Mal das Trainer-Amt auf Schalke, wenn auch nur für die beiden ausstehenden Partien bis Weihnachten. Am kommenden Dienstag empfängt Schalke im DFB-Pokal den Regionalligisten SSV Ulm.

Zuletzt hatte Stevens die Königsblauen zwischen März und Juli 2019 als Nachfolger von Domenico Tedesco vor dem Abstieg bewahrt. Der Verein bestätigte die Trennung von Baum zunächst nicht. Die ursprünglich für 15.00 Uhr angekündigte digitale Pressekonferenz zum Heimspiel gegen Bielefeld wurde um eine Stunde auf 14.00 Uhr vorverlegt. Der TV-Sender Sky kündigte Stevens und Schneider als Gesprächspartner an.

Der 41 Jahre alte Baum hatte den Traditionsclub erst nach dem zweiten Spieltag von David Wagner übernommen, die Wende gelang ihm mit dem unausgewogenen Kader trotz zwischenzeitlicher Lichtblicke aber letztlich nicht. In zehn Bundesliga-Partien holte Baum nur vier Unentschieden bei sechs Niederlagen. Die Bilanz ist bedenklich: Nach zwölf Spieltagen hat der Tabellenletzte nur vier Punkte bei einem Torverhältnis von 8:35.

Seit insgesamt 28 Bundesliga-Spielen wartet Schalke auf einen Sieg. Der bis dato letzte Erfolg gelang am 17. Januar mit dem 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Zuletzt verlor die Mannschaft am Mittwoch mit 0:2 gegen den SC Freiburg und zeigte Auflösungserscheinungen.

Baums Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2022. Die finanziell angeschlagene Club hätte mit ihm und Wagner dann schon zwei in dieser Saison freigestellte Trainer auf der Gehaltsliste. Nach dem 0:2 gegen Freiburg hatte Baum noch erklärt, dass er sich mit seiner eigenen Situation nicht beschäftige. "Das interessiert mich nicht. Das Wichtigste ist, dass Schalke nächstes Jahr in der Bundesliga spielt. Ich werde weiter vorangehen. Ich bin Diener des Vereins." Doch die Clubbosse trauten Baum die Wende offenbar nicht mehr zu.

Wie es auf Schalke weitergeht, ist zunächst unklar. Dem Vernehmen nach soll nach den letzten beiden Partien des Jahres ein im Abstiegskampf erprobter Trainer bis Saisonende übernehmen. Im Gespräch ist Friedhelm Funkel, der zuletzt Fortuna Düsseldorf trainierte. Angeblich ist diese Lösung mit Funkel von Stevens und einigen ehemaligen Schalker Spielern intern vorgeschlagen worden.

Funkel äußerte sich in mehreren Medien. "Es gibt überhaupt keinen Kontakt. Ich bin und bleibe Rentner", sagte der Ex-Coach von Fortuna Düsseldorf dem "Express". In der "Rheinischen Post" äußerte der 67-Jährige dazu, dass er eigentlich sein Pensionärsdasein genießen wollte. "Ich wollte mit meiner Frau viele Reisen machen. Du kannst ja jetzt aber gar nichts machen", sagte Funkel der "Rheinischen Post" (Freitag) mit Blick auf die Corona-Pandemie. "Das hat auch Einfluss auf meine Gedanken."

Ein Engagement auf Schalke bestätigte Funkel nicht. "Ich spreche grundsätzlich über nichts, von dem ich nichts weiß", sagte der erfahrene Coach, der schon zahlreiche Clubs vor dem Abstieg rettete und als Feuerwehrmann große Erfahrung besitzt. "Jetzt soll ich mich für Dinge rechtfertigen, die an mich noch gar nicht herangetragen wurden. Das ist doch alles Zukunftsmusik."

© dpa-infocom, dpa:201218-99-740948/4

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