Luthes bitterer Ausrutscher: Union nach 1:2 vor K.o.

Diese Niederlage für den 1. FC Union war unnötig. Gegen Feyenoord Rotterdam erarbeiten sich die Berliner Möglichkeiten, sind aber zu naiv. Tragische Figur ist Torwart Luthe.
| Von Arne Richter und Claas Hennig, dpa
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Feyenoords Torwart Justin Bijlow schnappt sich den Ball.
Feyenoords Torwart Justin Bijlow schnappt sich den Ball. © Andreas Gora/dpa
Berlin

Union Berlin steht nach einem bitteren Ausrutscher von Torwart Andreas Luthe vor dem K.o. in der Conference League.

Der Schlussmann der Eisernen ermöglichte durch seinen Fauxpas im Hochrisikospiel gegen Feyenoord Rotterdam das Tor zum 1:2 (1:1) der Niederländer durch Cyriel Dessers (72. Minute). Ein Traumtor von Kapitän Christopher Trimmel (41.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich war somit wertlos. Vor 30.000 Zuschauern war der niederländische Traditionsclub im ausverkauften Olympiastadion durch Luis Sinisterra (15.) erstmals in Führung gegangen.

In der hektischen Schlussphase sah Trimmel (87.) die Gelb-Rote Karte, eine Minute später musste Cedric Teuchert mit glatt Rot wegen Nachtretens vom Platz.

Union zeigt Reaktion

"Wir kommen gut aus der Halbzeitpause. Wir haben Chancen, nutzen sie aber nicht. Das ist einfach bitter, dass wir hier nicht gewinnen", sagte Union-Verteidiger Marvin Friedrich. Seinem Torwart gab er ausdrücklich keine Schuld. "Er spielt eine überragende Saison, er ist unser Rückhalt. Fehler passieren einfach. Gerade bei diesem Platz." Auch Rani Khedira sah das so: "Dann passiert so etwas auf so einem beschissenen Platz, muss man ehrlicherweise sagen. Da kann der Andy nichts dafür."

Union zeigte die von Trainer Urs Fischer nach dem 1:3 im Hinspiel geforderte Reaktion, belohnte sich aber trotz zahlreicher Möglichkeiten nicht und schlug sich durch Luthes Slap-Stick-Hinfaller auf nassem Rasen letztlich selbst. Nur mit Siegen bei Maccabi Haifa (25. November) und gegen Slavia Prag (9. Dezember) kann das Überwintern im Fußball-Europapokal doch noch gelingen.

Ausschreitungen vor dem Anpfiff

Über Fußball wurde fast gar nicht gesprochen vor dem Anpfiff. Vandalismus, Pyro-Fackeln und sogar Angriffe auf Polizisten: Mehr als 70 Festnahmen überwiegend niederländischer Fans gab es in den 24 Stunden vor dem Spiel in Berlin. Auch im Olympiastadion musste sich der Nebel der Leuchtfackeln aus dem Feyenoord-Block erst verziehen, bevor der Ball rollen konnte.

Mut und Ordnung - und zwar über 90 Minuten - hatte Fischer von seinen Eisernen gefordert. Nach einer Viertelstunde war das erstmal Makulatur. Feyenoords Bryan Linssen hatte nach einer schnellen Kombination viel zu viel Platz und setzte einen Schuss an den Innenpfosten. Der sehr agile Sinisterra reagierte am schnellsten und schoß zur Gästeführung ein.

Auf dem durch den Dauerregen aufgeweichten Rasen fehlte Union ein geordneter Spielaufbau. Gefährlich wurde es bei Umschaltmomenten nach niederländischen Nachlässigkeiten. Und die gab es. Tymoteusz Puchacz (20.) schoss aus spitzem Winkel vorbei. Genki Haraguchi (28.) bekam nach einem Konter keinen ausreichenden Druck auf den Ball. Kevin Behrens (38.) wurde kurz vor dem Tor geblockt. Die Eisernen erhöhten den Druck. Und belohnten sich mit einem herrlichen Schlenzer von Trimmel zum längst verdienten Ausgleich.

Union ließ auch nach der Pause nicht nach. Haraguchi bot sich nach wenigen Sekunden schon die Chance zum Führungstor. Weitere Konterchancen wurden nicht sauber ausgespielt. Auf der Gegenseite hielt Luthe die Berliner nach einem Fehlpass von Puchacz mit einer feinen Parade gegen Linssen (57.) im Spiel - und wurde dann doch noch zur tragischen Figur.

© dpa-infocom, dpa:211104-99-872662/3

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