Liverpool liegt Thiago schon zu Füßen, aber Hamann warnt

Liverpool-Teammanager Klopp schwärmt von Thiago, der für einen Passrekord sorgt. Hamann traut dem Neuzugang zu, der neue Mittelfeldchef zu werden.
| Julian Buhl Maximilian Koch
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Liefern sich ein packendes Duell: Werner und Thiago (u.).
Liefern sich ein packendes Duell: Werner und Thiago (u.). © Matt Dunham/PA Wire/dpa

München - Nach dem Abpfiff nahm Jürgen Klopp Thiago zärtlich in den Schwitzkasten. Dann drückte er seine bärtige Wange an die Schläfe seines neuen Juwels.

Ein 2:0 beim FC Chelsea, ein Sieg über Kai Havertz und Timo Werner, dazu das beeindruckende Debüt des frisch vom FC Bayern verpflichteten Spielmachers. "Es war ein perfekter Tag", sagte der Teammanager des FC Liverpool.

Zur Halbzeit hatte Klopp den spanischen Ballkünstler bereits mit einer herzhaften Umarmung ins Spiel geschickt. Gerade war Chelseas Anders Christensen (45.+1, Notbremse) vom Platz geflogen, Thiago sollte seine Kreativität im Passspiel einbringen, um die Blues-Mauer zu knacken - neun Minuten später stand es 2:0. Beide Treffer erzielte Sadio Mané (50./54.), der auch den Platzverweis herausgeholt hatte.

"Ich traue ihm zu, der neue Mittelfeldchef zu werden."

Die Reds stellten auf ihre Homepage am Montag ein Video mit allen 75 Thiago-Pässen. Es war ein Rekordwert für Premier-League-Spieler, die maximal 45 Minuten auf dem Platz gestanden haben. Thiago passte den Ball in einer Halbzeit häufiger als jeder Chelsea-Spieler in 90 Minuten, er könnte dem Liverpool-Stil eine neue Dimension hinzufügen.

"Thiago hat natürlich hervorragende Fähigkeiten, die Liverpool vorher gefehlt haben", sagte Dietmar Hamann der AZ: "Ich traue ihm zu, der neue Mittelfeldchef zu werden." Die Frage sei allerdings, "ob Liverpool mit Thiago das hohe Tempo, was die größte Stärke der Mannschaft war, erhalten kann". Thiago sei schließlich "ein Spieler, der immer den Ball fordert. Deshalb wird sich die Balance des Spiels nun ändern bei Liverpool."

Klopp und Mané schwärmen von Thiago

"Die ganze Welt weiß, was er kann", schwärmte Mané. "Er ist einer der besten Spieler der Welt, wir sind glücklich, ihn in unserer Mannschaft zu haben." Beim FC Bayern verschlimmerte sich hingegen der Abschiedsschmerz nur drei Tage nach Bekanntgabe des Transfers, der mit unter 30 Millionen Euro für Premier-League-Verhältnisse geradezu ein Schnäppchen war.

Thiago sei "der perfekte Spieler gegen zehn Mann", sagte Klopp, "auch ohne Training. Alles, was er getan hat, wirkte komplett natürlich. Nicht einstudiert, das ging nicht, aber natürlich."

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Liverpool setzte sich mit sechs Punkten aus zwei Spielen gleich wieder in der Tabellenspitze fest. "Es wird auch in 500 Jahren noch eine der schwierigsten Aufgaben sein, an der Stamford Bridge zu gewinnen", sagte Klopp zufrieden.

"Sich an den Fußball in England gewöhnen"

Für Havertz und Werner dagegen war der Sonntag ein Tag zum Vergessen. Havertz, der erste 100-Millionen-Mann der Bundesliga-Geschichte, musste sich die Thiago-Show von der Tribüne aus ansehen: Nach dem Platzverweis hatte ihn Chelseas Coach Frank Lampard taktisch geopfert. Werner holte gegen Thiago noch einen Foulelfmeter heraus, den Jorginho verschoss (75.), zudem vergab er eine Großchance. Bei beiden Deutschen sehe man laut Hamann noch, "dass es nicht ganz so leicht ist, sich an den Fußball in England zu gewöhnen".

Doch auch Werner, der Klopp eine Absage erteilt hatte, hat seinen Trainer schnell von sich eingenommen. "Geschwindigkeit, individuelle Momente - ich bin begeistert von Timo und erhoffe mir in Zukunft noch mehr", sagte Lampard. Dann klappt es vielleicht auch bald mit dem ersten Tor.

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