Kruse-Tor reicht nicht für Union-Sieg gegen Hoffenheim

Unions Heimserie hält. Und das mit nur vier Schüssen auf das Tor der TSG Hoffenheim. Max Kruse weist bei seinem Comeback nach langer Verletzungspause gleich wieder Treffsicherheit nach.
| Von Jens Mende, dpa
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Brachte Union Berlin gegen Hoffenheim vom Punkt in Führung: Max Kruse.
Brachte Union Berlin gegen Hoffenheim vom Punkt in Führung: Max Kruse. © Tobias Schwarz/AFP-POOL/dpa
Berlin

– Das frühe Tor von Max Kruse gleich beim Comeback nach fast dreimonatiger Verletzungspause reichte den Eisernen nicht zum Sieg.

Die TSG 1899 Hoffenheim holte sich nach dem Europapokal-Frust der vergangenen Woche in der Fußball-Bundesliga ein 1:1 (1:1) beim 1. FC Union. Den siebten Saisontreffer von Kruse (9. Minute) mit einem verwandelten Elfmeter glichen die Kraichgauer am Sonntag mit Hilfe der Berliner aus, Nico Schlotterbeck traf ins eigene Netz (29.). Nach dem 23. Spieltag steht Union in der Tabelle mit 34 Punkten auf Platz sieben. Hoffenheim ist mit 27 Punkten Elfter.

Nachdem Kruse am vergangenen Wochenende beim 1:0-Sieg der Eisernen in Freiburg zwar in den Kader, aber noch nicht auf den Rasen zurückgekehrt war, durfte er dieses Mal beginnen. "Er hat sehr gut trainiert. Er hat lange gearbeitet, um zurückzukommen", begründete Trainer Urs Fischer den Einsatz seines prominenten Profis 86 Tage nach dem erlittenen Muskelbündelriss im Derby gegen Hertha BSC. Und der Ex-Nationalspieler übernahm gleich Verantwortung, es war schon seine zwölfte Torbeteiligung in dieser Saison.

"Wir waren heute zu passiv, insofern war es ein gerechtes Unentschieden", meinte Union-Kapitän Christopher Trimmel bei DAZN. Der Trainer habe das schon in der Kabine deutlich angesprochen. "Wir haben uns zu sehr fallen lassen, als nach vorn zu verteidigen", bekräftigte Trimmel nach dem glücklichen Punktgewinn. Union gab nur vier Torschüsse ab, weniger waren es für die Eisernen noch nie im Oberhaus.

Union zeigte erneut die schon bekannte Starter-Qualität: TSG-Abwehrchef Florian Grillitsch holte unbeholfen den durchbrechenden Union-Kapitän Christopher Trimmel von den Beinen - Kruse wuchtete den fälligen Elfmeter in den rechten oberen Torwinkel. Nur einmal bei seinen 19 Schüssen vom Punkt war der 32-Jährige überhaupt gescheitert. Für Union war es schon der neunte Treffer in der ersten Viertelstunde in dieser Saison. "Wir haben heute wieder ein bisschen ängstlich gespielt nach dem 1:0. In solchen Spielen muss man auch mal den Punkt mitnehmen", räumte Kruse ein, dass der Punkt ein wenig glücklich war.

Nicht die Gastgeber, sondern die ohnehin nach dem Europa-League-Aus wütenden Gäste fühlten sich durch Kruses Treffer nochmals mehr angestachelt. Mit hohem Tempo liefen die Hoffenheimer, denen weiterhin eine ganze Reihe von Spielern fehlten, immer wieder auf das Berliner Tor zu. Innerhalb einer Minute hatte die TSG gleich drei große Ausgleichschancen: Erst klärte Union-Verteidiger Marvin Friedrich nach einem Heber von Ihlas Bebou noch von der Torlinie, dann entschärfte Torwart Loris Karius einen Weitschuss von Grillitsch, und Christoph Baumgartner zielte aus bester Position vorbei.

Nachdem Liverpool-Leihgabe Karius, der bei Union erneut für den noch angeschlagenen Stammkeeper Andreas Luthe im Tor stand, nochmals gegen Bebou klärte, fiel das 1:1 doch. Der in die Startelf zurückgekehrte Andrej Kramaric brachte in seinem 150. Bundesligaspiel den Ball scharf vor das Union-Tor, im Luftduell mit Bebou kam Karius noch heran. Doch von der Schulter von Schlotterbeck sprang die Kugel in den Kasten: Das erste Union-Eigentor in dieser Spielzeit.

Nach der Pause kamen die Gastgeber zwar zu ein paar mehr Offensivaktionen, Hoffenheim aber behielt über weite Strecken die Initiative. Größere Tormöglichkeiten erarbeiteten sich beide Teams lange nicht mehr, die Defensivreihen agierten diszipliniert und entschlossen. Bebou schoss am langen Eck vorbei (75.). "Das war ein Kampfspiel. Wir wollten alles geben, über den einen Punkt sind wir heute nicht ganz glücklich", unterstrich Bebou. Sein Teamgefährte Sebastian Rudy war nur zu "90 Prozent zufrieden": "Aber wir hatten heute mehr verdient."

Kruse fehlten nach der langen Pause natürlich noch die nötige Spitzigkeit und Sicherheit, um das Berliner Spiel entscheidend zu beleben. Nach 74 Minuten war sein Auftritt vorbei. Zumindest aber hielt Unions positive Heimserie, denn Friedrich klärte nochmal auf der Torlinie (80.). Und beim Tor von Pavel Kaderabek hatte es zuvor eine Abseitsposition (82.) gegeben. Seit nunmehr schon elf Heimspielen sind die Berliner An der Alten Försterei ungeschlagen. Dennoch ist laut Trimmel der Klassenerhalt das Ziel. "Andere Ziele sind kein Thema in de Kabine", bekräftigte der Kapitän.

© dpa-infocom, dpa:210228-99-629019/3

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