Krisenbewältigung in der Champions-League

Nach vier sieglosen Spielen erhält das letzte Schalker Gruppenspiel bei Montpellier zusätzliche Brisanz. Es geht es um mehr als nur den Gruppensieg.
| SID
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Nach vier Ligaspielen in Folge ohne Sieg erhält das letzte Schalker Gruppenspiel in der Champions League beim HSC Montpellier zusätzliche Brisanz. Für die bereits fürs Achtelfinale qualifizierten Königsblauen geht es um mehr als nur den Gruppensieg.

Montpellier - Kampf gegen die Krise statt aktiver Erholung am Mittelmeer: Für Schalke 04 geht es im letzten Vorrundenspiel in der Champions League beim bereits gescheiterten französischen Meister HSC Montpellier um viel mehr als nur den Gruppensieg. Nach vier Ligaspielen in Folge ohne Dreier, der Kritik von Trainer Huub Stevens an den eigenen Fans und einer intensiven Torwartdebatte haben die Königsblauen am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) ein Erfolgserlebnis bitter nötig.

„Natürlich wollen wir Erster werden, um in der K.o.-Runde auf einen womöglich weniger schweren Gegner zu treffen“, sagte Sportdirektor Horst Heldt und fügte vielsagend hinzu: „Ein gutes Ergebnis wäre für uns aber auch mit Blick auf die noch folgenden drei Spiele bis zur Winterpause wichtig.“

Heldt weiß, dass den Schalkern ein weiterer Rückschlag an der französischen Mittelmeerküste eine stürmische Adventszeit bescheren würde – Diskussionen um Stevens und dessen im Sommer auslaufenden Vertrag inklusive. Der Niederländer präsentierte sich in den vergangenen Wochen zunehmend dünnhäutig, wegen der Pfiffe gegen die Mannschaft durch Teile der eigenen Fans beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach am vergangenen Samstag war er wieder ganz der „Knurrer von Kerkrade“.

Seine Zukunft auf Schalke ist offener denn je. Im Augenblick macht Stevens nicht den Eindruck, dass ihm sein Job besonders viel Freude bereitet. „Eigentlich wollte ich mich in den letzten Jahren nicht mehr ärgern“, sagte der 59-Jährige zuletzt, „aber jetzt musste ich mich doch wieder ärgern.“ Für Heldt ist der Niederländer offiziell nach wie vor erster Ansprechpartner, nur wann? „Wenn wieder Ruhe einkehrt“, sagte der Sportvorstand.

Zur schlechten Laune des Trainers trug maßgeblich bei, dass im Schalker Spiel nicht mehr viel zusammenläuft. Nicht erst im 22. Pflichtauftritt der laufenden Saison gegen Gladbach wirkte die Mannschaft physisch und psychisch ausgelaugt. Leistungsträger wie Klaas-Jan Huntelaar und Lewis Holtby scheinen zudem die laufenden Vertragsverhandlungen im Kopf herumzuschwirren.

„Ich weiß es nicht“, lautete Stevens' kurze Antwort auf die Frage, ob er im Fernduell um den Gruppensieg mit dem Tabellenzweiten FC Arsenal in Montpellier auf Rotation setzen werde. Viele Stammkräfte brauchen dringend eine Pause, andererseits drängten sich die Ergänzungsspieler bislang nicht gerade auf, und ein Sieg würde nicht nur den Gruppensieg, sondern immerhin auch eine weitere Million Euro Prämie einbringen.

Als sicher gilt, dass Timo Hildebrand nach seiner Rückkehr erneut das Tor hüten wird, obwohl er beim Gegentor gegen Gladbach schlecht aussah. Im Feld selbst ist ein munteres Wechselspielchen nicht ausgeschlossen, zumal Außenstürmer Jefferson Farfan wegen Problemen mit dem Sprunggelenk die Reise nach Südfrankreich gar nicht erst antrat. Andererseits stehen Ibrahim Afellay (Muskelfaserriss) und Kyriakos Papadopoulos (Knieprobleme) als Alternativen nicht zur Verfügung.

Selbst der Gruppensieg, der nur mit einem Dreier sicher wäre, würde Schalke keine lösbare Aufgabe in der ersten K.o.-Runde garantieren. Ein möglicher Gegner wäre Real Madrid. Und am kommenden Samstag steht das schwere Gastspiel beim VfB Stuttgart auf dem Programm.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:


Montpellier: Ligali – Congre, Yanga-Mbiwa, Hilton, Bedimo –
Stambouli, Estrada – Cabella, Belhanda, Utaka – Charbonnier.
 

Schalke: Hildebrand – Uchida, Höwedes, Matip (Metzelder), Fuchs
- Neustädter, Jones (Kolasinac) – Obasi (Pukki), Holtby, Draxler –
Huntelaar.

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