Köstner: „Ich habe die Medizinbälle wieder rausgeholt“

Was Wolfsburgs Trainer Lorenz-Günther Köstner mit Meistermacher Felix Magath gemeinsam hat, wie er den VfL aufbauen will.
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Ein Schluck aus der Pulle – und die Hoffnung auf einen Sieg gegen Bayern. „Als Einheit kann man gegen jeden gewinnen“, sagt Wolfsburgs Trainer Lorenz-Günther Köstner.
dpa Ein Schluck aus der Pulle – und die Hoffnung auf einen Sieg gegen Bayern. „Als Einheit kann man gegen jeden gewinnen“, sagt Wolfsburgs Trainer Lorenz-Günther Köstner.

Was Wolfsburgs Trainer Lorenz-Günther Köstner mit Meistermacher Felix Magath gemeinsam hat, wie er den VfL aufbauen will.

AZ: Herr Köstner, manchem Wolfsburger gelten Sie als Bayern-Bezwinger-Experte. Sie sind also genau der richtige Trainer für den Samstag?

LORENZ-GÜNTHER KÖSTNER: Sie sind lustig! Ich hoffe, nicht nur für Samstag. Und Bayern Experte, weil ich mit zwei Mannschaften jeweils einmal gegen die Bayern gewonnen habe? Das ist mir zu hoch.

Sie erinnern sich aber.

Daran könnte sich jeder Trainer erinnern. Den großen Bruder von nebenan zu schlagen, das war etwas Besonderes. Ottmar Hitzfeld hatte eine phantastische Mannschaft, die Meister wurde. Ich glaube, das werden sie heuer wieder.

2001 gewannen Sie 1:0 mit der SpVgg Unterhaching, 1998 mit dem 1. FC Köln 2:0.

Das stimmt, liegt aber lange zurück und hat mit der aktuellen Situation nichts zu tun.

Sie haben es aber mit zwei Mannschaften geschafft, denen man das nicht unbedingt zugetraut hat?

Als Einheit kann man gegen jeden gewinnen. Man darf nur keine Angst haben. Die Mannschaft in Unterhaching habe ich damals zusammen mit Norbert Hoffmann über zwei, drei Jahre geformt, mit dem VfL Wolfsburg trainiere ich seit sieben Tagen. Vom individuellen Können her ist der VfL aber sicher viel weiter.

Als Amateurtrainer des VfL waren Sie etwas aus dem Blickfeld verschwunden. Wie fühlt sich die Rückkehr auf die große Fußballbühne an?

Am Sonntag fuhr ich mit meinen Amateuren ins Trainingslager, am Montag kam der Anruf von Dieter Hoeneß. Da macht man sich auch Gedanken, warum die Wahl auf einen selbst fiel.

Und?

In Wolfsburg wusste man, das ich mit Hintergrund arbeite. Ich bin kein Lautsprecher. Und man wusste, ich habe Bundesligaerfahrung.

Wie gehen Sie den Job an?

Die Mannschaft muss wieder stabiler werden. So lange ich die Mannschaft betreuen darf, will ich meinen Einfluss geltend machen, dass sie wieder in die Erfolgsspur findet.

Das heißt, im Sommer ist das Abenteuer Bundesliga wieder zu Ende oder kämpfen Sie um den Cheftrainerposten?

Ich kämpfe für die Sache, die Mannschaft und den Klub. Was danach kommt, interessiert mich nicht.

Wenn der VfL im Sommer doch einen anderen holt stehen Sie ohne Job da?

Es war meine Bedingung, dass ich, wenn ein Neuer kommen sollte, mein Regionalliga-Team wieder bekomme.

Bis dahin arbeiten Sie wie Felix Magath?

Ich habe nie gesagt, ich bin wie Felix Magath. Richtig allerdings ist, ich konnte mich mit dem, was er gemacht hat, absolut identifizieren.

Auch mit den Medizinbällen?

Diese Woche habe ich die wieder raus geholt. Die hatten wir übrigens auch schon 1998 in Unterhaching, als ich Werner Leuthard (Konditionstrainer, d. Red.) das erste Mal geholt habe.

Bei den Medizinbällen enden Ihre Gemeinsamkeiten?

Vielleicht bin ich auch so knorrig wie er, er kann auch mal richtig sauer werden.

Wann hatten Sie das letzte Mal Kontakt zu den Bayern?

Ich war am vergangenen Samstag beim Spiel gegen Mainz, das habe ich mir vor Ort angeschaut. Da sieht man mehr.

Und?

Jede Tür hat ein Schlüsselloch und in das passt ein Schlüssel. Den sollte man rechtzeitig vor dem Spiel finden und ihn dann vielleicht noch umdrehen.

Interview: Oliver Trust

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