"Kleine Reize": Löw schürt neue DFB-Konkurrenz

Der Mann bleibt in Bewegung und bringt der Nationalelf neue Impulse: Bundestrainer Joachim Löw bietet Rückkehrern und Talenten eine Chance. Die wichtigsten Entscheidungen gibt's im Mai.
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Dublin - Nach der fest eingeplanten EM-Qualifikation startet Joachim Löw den Konkurrenzkampf beim Fußball-Weltmeister neu. Die sechs Monate bis zur Nominierung seines Aufgebots für die Europameisterschaft, mit dem er im kommenden Sommer in Frankreich auch auf den europäischen Thron stürmen möchte, will der Bundestrainer wieder mehr zur Personal-Sichtung nutzen.

"Die Mannschaft braucht auch manchmal wieder Veränderungen, kleine Reize", sagte der DFB-Chefcoach der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist gut, dass wir einen Konkurrenzkampf bekommen über die Kadernominierung hinaus. Dass Spieler nachdrängen, andere wieder reinwollen", ergänzte Löw, der am Sonntag in Leipzig gegen Georgien noch den Abschluss der EM-Ausscheidung bestreiten muss.

"Natürlich steht er nicht", erklärte Löw in Dublin zu seinem Kader für die EM-Endrunde. "Wir haben jetzt Oktober. Aus den letzten Jahren weiß man ja, was alles passieren kann. Das Tor ist immer offen." Damit will der Bundestrainer sowohl Spieler wie Mario Gomez, Marcell Schmelzer, Patrick Herrmann, Lars und Sven Bender anstacheln, die in der Vergangenheit schon für Deutschland gespielt haben.

Oder Julian Draxler, der 2014 in Brasilien sogar mit Weltmeister war. Der Hinweis geht aber auch an die junge Generation mit den 20-jährigen Joshua Kimmich (FC Bayern), Leon Goretzka (Schalke 04) und Julian Weigl (Borussia Dortmund).

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Löw ist dafür bekannt, dass er die jugendlichen Tugenden schätzt und auch auf prominente Namen wenig Rücksicht nimmt. Als vor der WM 2010 in Südafrika Kapitän Michael Ballack verletzt ausfiel, hievte er den damals 23 Jahre alten Sami Khedira in die Mittelfeld-Chefrolle und öffnete ihm damit den Weg zum Weltstar.

Zur WM 2014 nahm der Bundestrainer Shkodran Mustafi, Erik Durm und Matthias Ginter mit, die selbst Experten nicht auf dem Zettel hatten. "Es gibt immer bei den Turnieren Überraschungen und Spieler, mit denen man nicht so gerechnet hat", betonte Löw.

 

 

Schon für die letzten Länderspiele in diesem Jahr gegen Frankreich und wahrscheinlich die Niederlande können sich einige "junge Wilde" durchaus Hoffnungen haben, in der erlesenen Kreis der deutschen Fußball-Nationalmannschaft aufzusteigen.

Die Namen Leroy Sane (Schalke) oder Daniel Caligiuri (Wolfsburg) sind bei Löw registriert. "Dann werden wir sicher auch wieder testen", sagte er zur "neuen Phase" in der Entwicklung seines Teams. Einige Prominente stehen derzeit noch im Wartestand.

Khedira will bei Juventus Turin nach einer schwierigen Nach-WM-Saison wieder zu alter Stärke finden. Und einen Torjäger wie Gomez in der Verfassung, die er einst beim FC Bayern vorweisen konnte, kann Löw durchaus gut gebrauchen. "Darum bin ich froh, dass sich Mario Gomez jetzt wieder wohlfühlt bei seinem neuen Verein."

Der 60-malige Nationalspieler hat in der türkischen Liga für Besiktas Istanbul schon sechs Tore erzielt. Der Bundestrainer will sich für seine wichtigsten Entscheidungen Zeit nehmen. "Natürlich haben wir einen Stamm auf den wir zählen." Aber es wird Veränderungen geben: "Da bin ich geduldig und warte ab. Da gibt es für Spieler, die jetzt hintendran stehen noch immer gute Chancen."

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Irland: Given - Christie, O'Shea, M. Wilson, Brady - McGeady, J. McCarthy, Hendrick, Hoolahan - Walters, Keane

Deutschland: Neuer - Can, J. Boateng, Hummels, Hector - B. Schweinsteiger, T. Kroos - T. Müller, Gündogan, Özil - M. Götze

Schiedsrichter: Velasco Carballo (Spanien)

 
 
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