Karlsruher SC feuert Trainer Slomka

Die Verpflichtung von Mirko Slomka entpuppte sich für den Karlsruher SC als großes Missverständnis. Nun soll ein Neuling im Profigeschäft den KSC vor dem bitteren Abstieg in die 3. Liga bewahren.
| AZ/dpa
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Nicht mehr Trainer des KSC: Mirko Slomka.
GES/Augenklick Nicht mehr Trainer des KSC: Mirko Slomka.

Karlsruhe - Die Mechanismen im Profifußball kannte Mirko Slomka trotz jahrelanger Arbeitslosigkeit noch ganz genau. "Ein Punkt", betonte der 49-Jährige nach dem 1:1 (1:0) des Karlsruher SC gegen die Würzburger Kickers, "ist in unserer Situation zu wenig."

Und Slomka behielt recht, er wurde wenig später von seinen Aufgaben als Cheftrainer entbunden - und ist seit Dienstagabend schon wieder auf Jobsuche. Selbst der Zweitligist aus Baden war für den einstigen Champions-League-Trainer, der nach 840 Tagen ohne Anstellung so froh über die neue Chance gewesen war, also eine Nummer zu groß.

"Er hat zu wenig Punkte geholt", sagte Sportdirektor Oliver Kreuzer am Mittwoch, als er den neuen Chefcoach Marc-Patrick Meister (36) vorstellte. Dies sei "der einzige Vorwurf, den ich ihm machen kann".

Vermeintlicher Hoffnungsträger

Slomka, der Mathematik-und Sportlehrer, fand während seines dreimonatigen Intermezzos in Karlsruhe nie die Lösung für die Probleme. Die "erreichten Resultate" und die prekäre Situation hatten laut Kreuzer die Entlassung notwendig gemacht, "die nochmalige Veränderung war für mich keine einfache Sache".

Denn Slomka, Kreuzers Wunschkandidat, war mit großen Erwartungen empfangen worden. Der Coach, der zuvor in der Bundesliga bei Schalke 04, Hannover 96 und dem Hamburger SV gearbeitet hatte, übernahm den KSC auf dem 15. Rang, mit dem vermeintlichen Hoffnungsträger sollte es in der Tabelle nach oben gehen.

Sechs Niederlagen, zwei Unentschieden und zwei Siege später schaut die Realität allerdings anders aus, fünf Punkte beträgt der Rückstand des Tabellenletzten zum rettenden Ufer. Die Lücke dürfte am Sonntag (13:30 Uhr/Sky) noch größer werden, wenn das Gastspiel beim Erzrivalen VfB Stuttgart ansteht.

Meister freut sich auf "Herausforderung"

Die Vorbereitung auf das Duell mit dem Aufstiegskandidaten begann bereits am Mittwochmorgen, als Meister um 10 Uhr voller Tatendrang sein erstes Training als verantwortlicher Cheftrainer im Profibereich leitete. "Ich freue mich auf diese Erfahrung und Herausforderung", sagte Meister.

Unter der Regie des 36-Jährigen, der zuvor stets im Jugendbereich tätig gewesen war, soll die Zukunft erfolgreicher gestaltet werden. Ob es gelingt? An der Escuela Universitaria de Real Madrid war Meister einst jedenfalls der erste Absolvent des Masterstudiengangs "Fußball und Talententwicklung".

Meister ist beim KSC in dieser Saison bereits der vierte Trainer, der das Erfolgsrezept sucht. Nach der überfälligen Trennung von Tomas Oral, dessen Amtszeit gerade einmal 157 Tage angedauert hatte, durfte für zwei Spiele Interimscoach Lukas Kwasniok auf den Schleudersitz. Am 3. Januar trat dann Slomka beim KSC erstmals in Erscheinung - drei Monate später ist er schon wieder Vergangenheit.

Sportdirektor Oliver Kreuzer ist davon überzeugt, dass der Trainerwechsel  den erhofften Erfolg und die Rettung mit sich bringen wird: "Ich glaube noch immer daran, dass wir gemeinsam unser Minimalziel erreichen können." Meister soll den Verein unabhängig vom Ausgang der Saison auch in der kommenden Spielzeit betreuen.

Hier geht's zu den Ergebnissen der zweiten Liga vom Dienstag.

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