Kann "Leader" Mustafi Schalke retten?

Kolasinac, Huntelaar und jetzt Mustafi. Ein weiterer prominenter Winter-Zugang soll den Schalker Absturz stoppen. Im DFB-Pokal kann der Neue aber noch nicht eingreifen. Huub Stevens zieht sich zurück.
| Von Nikolai Huland, dpa
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Schalker Hoffnungsträger im Abstiegskampf: Shkodran Mustafi.
Schalker Hoffnungsträger im Abstiegskampf: Shkodran Mustafi. © John Walton/PA Wire/dpa
Gelsenkirchen

Zwar hat er noch nie in der Bundesliga gespielt, dennoch soll Ex-Nationalspieler Shkodran Mustafi beim FC Schalke 04 zur Schlüsselfigur in der äußerst schwierigen Mission Klassenerhalt werden.

Die Erfahrung des Weltmeisters von 2014 "tut uns in der jetzigen Situation enorm gut", sagte Schalke-Trainer Christian Gross. Per Blitz-Debüt am Mittwoch im DFB-Pokal-Spiel beim VfL Wolfsburg (18.30 Uhr) kann der 28-Jährige Verteidiger aber nicht helfen, denn der vom FC Arsenal gekommene Profi befindet sich erstmal in Quarantäne.

Deshalb muss der Schweizer Gross (66) für das Spiel in Wolfsburg in der Abwehr umbauen, da Schalke im Zuge eines spektakulären Spielertauschs zumindest kurzfristig dort dünn besetzt ist. Der Tabellenletzte hatte parallel zum Mustafi-Deal den türkischen Nationalspieler Ozan Kabak an den englischen Meister FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp verliehen - und der neue Verteidiger kann zumindest im Pokal die Lücke des Stammspielers noch nicht schließen. Benjamin Stambouli wäre eine Option für den vakanten Innenverteidiger-Posten, kündigte der Coach an.

Abschenken wolle der so arg gebeutelte Revierclub die Achtelfinal-Partie gegen den Liga-Dritten aber keinesfalls, versicherte der Coach. "Es geht um sehr viel. Deshalb gibt es keine Zurückhaltung."

Das große Ziel der Königsblauen bleibt weiterhin der Klassenerhalt - trotz bisher nur acht Punkten aus 19 Spielen und einem Abstand zum rettenden Ufer von bereits neun Zählern. Welche Rolle Mustafi ausfüllen kann, der bei Arsenal zuletzt nicht Stammspieler war, wird sich erst zeigen.

Eine Einschätzung lieferte Huub Stevens in einem Interview mit Sport1: "Er hat Erfahrung, ist ein Leader auf dem Platz. Nur hoffe ich ganz schwer, dass er wieder seinen Rhythmus findet, um wichtig zu sein auf dem Rasen. Dann ist Mustafi ein absoluter Gewinn", sagte der 67-Jährige, der die Schalker zweimal längerfristig trainierte und 2019 sowie 2020 noch zweimal als Interimscoach einsprang und sich zum Saisonende nach drei Jahren Amtszeit aus dem Schalker Aufsichtsrat zurückzieht.

Laut Coach Gross besteht die Hoffnung, dass der Abwehrmann am Samstag beim Heimspiel gegen RB Leipzig einsatzbereit ist. Falls dem so ist, kann Mustafi gleich mit einem Platz in der Startelf rechnen. "Er ist fit", sagte Gross. Die genauen Quarantäne-Vorgaben standen am Dienstag aber zunächst nicht fest.

Der Spielertausch hat indes auch eine wichtige wirtschaftliche Facette für die klammen Schalker. Für die Kabak-Leihe mit angeblicher Kaufoption könnte der Bundesligist laut Medienberichten mit einer Einnahme von rund 30 Millionen Euro rechnen. Zudem belastet Mustafi das Budget der Königsblauen nicht zu sehr: Der Transfer wurde laut Medien möglich, weil der 28-Jährige in London zuvor seinen Vertrag auflöste und somit keine Ablöse kostet. Und sein Vertrag läuft nur bis zum Sommer.

Dann wird klar sein, ob die recht namhaften Wintereinkäufe der Schalker Bosse reichen, um den Absturz aus Liga eins zu verhindern. Neben Mustafi wurden zuletzt auch Klaas-Jan Huntelaar (Ajax Amsterdam), Sead Kolasinac (FC Arsenal) und William (VfL Wolfsburg) als Retter ins Ruhrgebiet geholt.

Mustafi selbst, der als Profi bislang nur für ausländische Clubs auflief, meldet sich am Dienstag via Neun-Sekunden-Video aus der Quarantäne zu Wort. Darin ballte er nach einem entschlossenen "Glück auf" zum Schluss seine Faust.

© dpa-infocom, dpa:210202-99-267507/9

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