Hummels, Reus und Co. patzen - Dortmund verliert in Freiburg

Im 700. Bundesliga-Spiel gelingt dem SC Freiburg ein Sieg gegen Borussia Dortmund. Für Coach Streich ist es der erste. Bundestrainer Löw sieht von der Tribüne, wie der BVB die nächste Enttäuschung erlebt und zum Verlierer des Spieltags der Fußball-Bundesliga wird.
| Von Kristina Puck, dpa
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Freiburgs Jonathan Schmid (r) jubelt nach seinem Tor zum 2:0.
Freiburgs Jonathan Schmid (r) jubelt nach seinem Tor zum 2:0. © Tom Weller/dpa
Freiburg

Der verpatzte Auswärtstrip nach Freiburg könnte Borussia Dortmund beim Blick auf die Tabelle noch mehr schmerzen.

Mit dem 1:2 (0:0) beim Team von Christian Streich erlebte der BVB den nächsten herben Rückschlag im Kampf um das Minimalziel und musste den Rückstand auf die Champions-League-Ränge anwachsen lassen. "Wir sind sehr enttäuscht und auch sauer, was hier passiert ist", bilanzierte BVB-Trainer Edin Terzic: "Es gilt, in den Spiegel zu gucken und das schleunigst abzustellen."

Weil der VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen gewannen, beträgt der Rückstand auf Rang drei der Fußball-Bundesliga vorerst sechs, auf Platz vier zumindest drei Punkte. Allein der Anschlusstreffer von Toptalent Youssoufa Moukoko war für die im Meisterschaftsrennen schon weit abgeschlagenen Dortmunder viel zu wenig (76.). Mit dem erst 16-Jährigen kam erst spät mehr Elan in den Auftritt der Westfalen. Moukoko war nach einer Stunde für Kapitän Marco Reus gekommen, traf kurz nach seiner Einwechslung den Pfosten und hatte auch die letzte Chance der Partie.

Terzic beklagte anschließend die Mentalität. Es ginge darum, den "Extra-Meter" zu machen - und das nicht erst, wenn man in Rückstand gerät, kritisierte der Coach. Mit einem Doppelschlag kurz nach der Pause hatten Wooyeong Jeong (49.) und Jonathan Schmid (52.) die Gäste im Schwarzwald-Stadion mit Bundestrainer Joachim Löw als Zuschauer geschockt und die Freiburger jubeln lassen.

Beim zweiten Gegentreffer sah BVB-Torhüter Marwin Hitz, Stellvertreter des verletzten und nicht unumstrittenen Stammkeepers Roman Bürki, unglücklich aus. Außenverteidiger Schmid zog von der rechten Strafraumecke ab. Hitz war zwar am Ball, das 0:2 verhinderte er aber nicht. Der Schweizer blieb erst mal mit dem Kopf nach unten auf dem Rasen hocken. Auch der erste Treffer war aus der Distanz gefallen.

Terzic gefiel schon die erste Halbzeit nicht. "Wir haben viel zu viele Bälle abgegeben in aussichtsreichen Positionen", haderte er. "Auf beiden Seiten gab es zu Beginn viel zu viele Ungenauigkeiten. Da war deutlich mehr drin auch bei uns."

Dabei war der BVB mit einer klaren Absicht angereist. Der Club wolle jetzt "eine Serie starten", hatte Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl noch vor der Partie im TV-Sender Sky angekündigt: "Wir brauchen jetzt Siege, um die Ziele zu erreichen, die wir uns in der Liga noch gesetzt haben", sagte der frühere Mittelfeldspieler. Doch stattdessen gab es im 9. Bundesliga-Spiel unter Terzic bereits die vierte Niederlage und die dritte Auswärtsniederlage am Stück.

Über die Inkonstanz der vergangenen Monate mache man sich intern durchaus Gedanken, hatte Kehl eingeräumt, aber auch erklärt: "Wir haben einige junge Spieler, da ist es normal, dass gewisse Schwankungen hinzukommen." Die Fragen werden weiter aufkommen.

Freiburgs Trainer Christian Streich muss nun dagegen nicht mehr darauf antworten, wann er denn erstmals gegen Dortmund gewinnt. Zuvor war der Sport-Club in 19 Bundesliga-Duellen mit dem BVB erfolglos geblieben, der zuvor letzte Sieg in diesem Vergleich stammte vom Mai 2010. Selbst der dienstälteste Trainer der ersten Liga war da noch nicht im Amt.

Erst spät war ihm die richtige Taktik für diese Partie bewusst gewesen, sagte Streich, der auf eine Viererkette umgestellt hatte und ungewohnt spät am Freitag seine Mannschaft mit einer Videositzung eingestimmt hatte. "Wir sind die Glücklicheren am Ende", sagte er - und das im 700. Bundesligaspiel der Freiburger: "Es ist fantastisch was in diesem Verein passiert ist, in den letzten 30 Jahren."

© dpa-infocom, dpa:210206-99-330209/4

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