Hoeneß in Wolfsburg: Einkaufen und drohen

Beim 1:3 des Meisters in Stuttgart sitzt der neue Manager erstmals bei Armin Veh auf der Bank. Danach fordert er vom Trainer Siege - und will Neuzugänge holen.
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Beim 1:3 des Meisters in Stuttgart sitzt der neue Manager erstmals bei Armin Veh auf der Bank. Danach fordert er vom Trainer Siege - und will Neuzugänge holen.

WOLFSBURG Was auf der englischen Version der Homepage des VfL Wolfsburg über die Stimmung beim Deutschen Meister berichtet wurde, war so richtig wie kurz: „No joy in Stuttgart“ stand dort. Keine Freude in Stuttgart. Das Grau des Himmels über den Trainingsplätzen an der VW-Arena passte zur trüben Stimmung am Sonntag. Die Verlierer spulten im Schnee ihr Auslaufprogramm ab – und verabschiedeten sich bis Dienstag in die Freizeit.

Die Aufarbeitung des 1:3 beim VfB Stuttgart schien man im Stillen hinter sich bringen zu wollen. Als sich der Spielerparkplatz leerte, war jedem bewusst, es würde bis Sonntag eine schwierige Woche mit weiteren Diskussionen um Cheftrainer Armin Veh werden. Dann spielt der Meister gegen Abstiegskandidat Köln. „Am Sonntag", meinte der neue Manager Dieter Hoeneß, „sollte möglichst ein Sieg folgen.“ Das klang nicht nur wie eine Drohung, es ist sicher auch eine.

„Ich habe mir meine Rückkehr anders vorgestellt", hatte Veh in Stuttgart gesagt. Was für den ehemaligen VfB-Meistertrainer galt, galt mindestens genauso für den Schwaben Hoeneß, dem „neuen Gesicht des Klubs" (Hoeneß über Hoeneß). Der 57-Jährige hatte vor Tagen auf Nachfrage eingestanden, „dass ich es wohl sein werde, der so eine Entscheidung nach außen vertreten würde". Gemeint war eine Trainer-Entlassung.

Mit der, das wurde deutlich, ist zu rechnen, sobald man beim VfL-Gesellschafter, dem VW-Konzern, die Gefahr sieht, dass Veh und Co. die internationalen Plätze verpassen. „Ein Sieg und wir sind wieder dran", sagte Hoeneß. Derzeit sind es sechs Punkte Rückstand auf Rang fünf.

Der neue starke Mann fehlte am Sonntag beim Training am Mittellandkanal. In Stuttgart hatte Hoeneß nur kurz gesprochen, später im ZDF-Sportstudio die Gespräche mit dem Trainer lapidar als „gut“ bezeichnet. Veh dagegen schüttelte Hände und umarmte alte Weggefährten, bevor er – wie auch Hoeneß – auf der Bank Platz nahm. Damit käme er einem Wunsch des Trainers nach, hatte Hoeneß im Vorfeld klargestellt: „Armin hätte mich gerne auf der Bank, also mache ich das.“

Was Hoeneß dann aus nächster Nähe – zwei Sitze neben Veh und mit verschränkten Armen – mitansehen musste, war ein schwacher VfL. Die Umstellung von Raum- auf Manndeckung schlug fehl. „Dilettantisch" nannte Veh die Abwehrpatzer bei den Gegentreffern von Roberto Hilbert (29.), Pawel Pogrebnajk (57.) und Ex-Löwe Timo Gebhart (87.). Edin Dzekos Anschlusstor (65.) war am Ende nur Ergebniskosmetik.

„Das war über weite Strecken nicht positiv“, meinte Hoeneß – und machte kein Geheimnis daraus, was er die kommenden Tage tun wird: „Priorität hat der Transfermarkt.“ Der frühere Hertha-Manager wird einkaufen. „Die Neuen müssen schnell helfen", hatte Hoeneß gesagt, „wir können keinen Brasilianer brauchen, der erst lange braucht, bis er sich eingewöhnt." Der Klub sei bereit, tief in die Tasche zu greifen. Die Defensivkräfte Rafinha und Benedikt Höwedes von den klammen Schalkern sollen 20 Millionen Euro kosten. Vielleicht rettet das teure Duo Veh ja den Job.

Oliver Trust

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