Herthas Meisterrechnung: Nur noch sechs Siege

Woronin trifft auch beim 1:0 gegen Bayer – und Trainer Favre wird zum Tanzen genötigt.
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Woronin trifft auch beim 1:0 gegen Bayer – und Trainer Favre wird zum Tanzen genötigt.

BERLIN Das Tänzchen wirkte tatsächlich etwas ungelenk. Zwei, drei vorsichtige Schrittchen, die Arme viermal in die Höhe – das war’s dann auch schon mit der Einlage von Berlins Trainer Lucien Favre im Kreis seiner jubelnden Spieler. Sie hatten ihn dazu genötigt, wie Hertha-Kapitän Arne Friedrich zugab: „Das kann man so sagen.“ Und Stürmer Andrej Woronin, auch beim 1:0 des Tabellenführers gegen Bayer Leverkusen wieder Siegtorschütze, sagte lapidar: „Was soll man sagen, er ist eben Schweizer.“ Und Favre gab zu: „Ich war katastrophal. Aber ich konnte nicht ablehnen.“

Tatsächlich konnte sich an diesem Samstag nicht einmal der zurückhaltende Eidgenosse („Es gibt eine kleine Euphorie im Umfeld. Man spürt das in der Stadt“) der neuen Hertha-Euphorie entziehen. Nach dem zehnten Heimsieg in Folge festigte der Hauptstadt-Klub, der letztmals 1931 Meister war, seinen Vier-Punkte-Vorsprung an der Spitze. Durch die Länderspielpause bleiben die Berliner bis Anfang April Tabellenführer. Und geht es nach Josip Simunic, sogar bis zum Saisonende.

Der Kroate, der bereits vor zwei Wochen nach dem 2:1 gegen Gladbach seine Meisterrechnung aufgemacht hatte („Wir werden versuchen, von den letzten zwölf Spielen acht zu gewinnen, dann stehen wir ganz oben"), ging auch jetzt nach dem Schlusspfiff in die Kurve. Diesmal rief er den begeisterten Anhängern zu: „Damals waren es acht von zwölf, jetzt sind’s eben sechs von zehn.“ Und die Fans feierten noch 20 Minuten nach Schlusspfiff mit ihren Helden und sangen immer wieder: „Hey, was geht ab, wir holen die Meisterschaft.“ Später sagte dann Kapitän Friedrich: „Der Traum geht weiter. Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass wir Deutscher Meister werden können. Noch nie war es so einfach.“

Etwas schwieriger hingegen dürfte es werden, Toptorschütze Woronin, der bislang nur bis Saisonende vom englischen Spitzenklub FC Liverpool ausgeliehen ist, zu halten. Der Ukrainer erzielte auch diesmal gegen die Leverkusener das Siegtor mit der Brust und meinte danach bestens gelaunt: „Das Tor habe ich mit meiner geilen Brust erzielt. Gut, dass ich durchtrainiert bin. Dünnere Spieler hätten den Treffer nicht gemacht.“ Kollege Pal Dardai forderte gar: „Andrejs Zopf muss ins Hertha-Musuem, wenn wir etwas Großes erreichen.“

Es war bereits das elfte Saisontor des 29-Jährigen, das achte Tor in den letzten sechs Spielen. Kein Wunder, dass Woronin bis Ende März Klarheit haben will, ob Hertha ihn kauft. „Wir arbeiten daran“, beruhigte Manager Dieter Hoeneß die Fans, „aber das hätten wir auch gemacht, wenn er heute nicht getroffen hätte.“

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