Hector rettet bei Comeback Köln einen Punkt gegen Werder

Immer wieder wurde Jonas Hector von Verletzungen zurückgeworfen. Wie wichtig der Ex-Nationalspieler für das Kölner Spiel ist, zeigt er bei seinem Comeback gegen Bremen. Kurz nach seiner Einwechslung rettet er dem FC einen Punkt.
| Von Holger Schmidt, dpa
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Bremens Stürmer Niclas Füllkrug und Kölns Mittelfeldspieler Ellyes Skhiri kämpfen an der Seitenauslinie, vor den Augen von Werder-Coach Kohfeldt, um den Ball.
Bremens Stürmer Niclas Füllkrug und Kölns Mittelfeldspieler Ellyes Skhiri kämpfen an der Seitenauslinie, vor den Augen von Werder-Coach Kohfeldt, um den Ball. © Rolf Vennenbernd/dpa
Köln

Jonas Hector kniete abseits der Kollegen auf dem Feld und schaute nachdenklich in den Kölner Himmel.

Zwar hatte der Kapitän des 1. FC Köln seinen Verein beim Comeback nach sechs Wochen als Joker vor einer weiteren bitteren Niederlage im Abstiegskampf bewahrt, doch zum Jubeln war ihm nach dem Schlusspfiff nicht zumute. Der eine Punkt beim 1:1 (0:0) gegen Werder Bremen war nach zumindest beherztem Kölner Spiel am Ende zu wenig.

"Ich finde wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt. Der letzte Pass fehlte, da hapert es noch ein bisschen. Wir waren nicht zwingend genug. Wir müssen mit dem Punkt leben, der verdient war", sagte der in dieser Saison von zahlreichen Verletzungen geplagte Ex-Nationalspieler beim TV-Sender Sky, nachdem er sieben Minuten vor dem Ende den Ausgleich erzielt hatte.

Hector war erst zwölf Minuten zuvor eingewechselt worden und markierte nach einem Jahr und einem Tag sein erstes Tor in einem Geisterspiel. Allerdings war der Treffer wegen eines möglichen Foulspiels an Werder-Keeper Jiri Pavlenka ein wenig umstritten. "Für mich war es kein Foul", sagte Hector und Mitspieler Max Meyer fügte hinzu: "Es war außerhalb des Fünfmeterraumes. Von daher habe ich da kein Foul gesehen."

Obwohl der FC seine überwiegend ängstliche Spielweise der vergangenen Heimspiele abgelegt hatte, war er gegen extrem defensive Bremer durch Joshua Sargent zunächst in Rückstand geraten (66.). Mit 22 Punkten haben die Kölner, die in zwölf Heimspielen in dieser Saison ganze sieben Punkte holten, vier Zähler Vorsprung auf einen direkten Abstiegsrang. "Wir müssen versuchen, das auszubauen", betonte Hector. Die Bremer haben nun 27 Zähler auf dem Konto und könnten sich mit einem Sieg im Nachholspiel am Mittwoch bei Arminia Bielefeld fast schon aller Abstiegssorgen entledigen.

Obwohl mit Winter-Zugang Emmanuel Dennis nach zuletzt zwei schwachen Spielen der letzte gelernte Stürmer im Kader zunächst draußen saß, begann der FC deutlich offensiver ausgerichtet als in den Heimspielen gegen Augsburg (0:1), Hertha BSC (0:0) und Stuttgart (0:1). Für mehr Kreativität sollte Ex-Nationalspieler Meyer sorgen, der nach zuvor nur 40 von 450 möglichen Bundesliga-Minuten diesmal in der Startelf stand.

Die Kölner wären beinahe auch schnell in Führung gegangen, allerdings durch einen Standard. Nach einem Eckball von Elvis Rexhbecaj schoss Jan Thielmann volley seinem drei Meter vor dem Tor im Weg stehenden Mitspieler Ellyes Skhiri in die Hacken (2.). Der unsichere Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck pfiff zwar Abseits. Da dies den zwei Meter neben dem Pfosten stehenden Marius Wolf betraf, hätte ein Tor im Endeffekt aber wohl gezählt.

Der FC spielte in Ansätzen gefällig und zeigt mit seinem aktiveren Spiel, dass er mit Meyer, Rexhbecaj, Ondrej Duda und dem starken Skhiri durchaus spielstarke Akteure in seinen Reihen hat. Chancen aus dem Spiel heraus erarbeiteten sie sich dennoch nicht. Auch die zweite gute folgte nach einem Eckball: Skhiri köpfte aus fünf Metern, doch Jiri Pavlenka hielt reaktionsschnell mit einer Hand (20.).

Werder spielte wie zuletzt meist aus einer kompakten Defensive, schaffte es aber zunächst nicht, seine eigentlich starken Offensivkräfte in Szene zu setzen. Das 0:0 trotz nur 34 Prozent Ballbesitz, 3:11 Torschüssen und 0:6 Ecken zur Pause war deshalb glücklich. Eine echte Torchance der Bremer war in der ersten Halbzeit nicht zu notieren. Die erste folgte nach 81 Sekunden der zweiten Halbzeit durch Ludwig Augustinsson, dessen Schuss aus etwa zehn Metern Kölns Torhüter Timo Horn mit dem Fuß parierte.

Köln hatte immer noch mehr den Ball, doch offenbar schlich sich nun auch eine leise Angst vor dem entscheidenden Konter ein. Das spürten die Bremer und schlugen durch Sargents Kopfball nach Flanke von Romano Schmid eiskalt zu. FC-Trainer Markus Gisdol brachte nun Dennis und Kapitän Hector. Und dem Ex-Nationalspieler gelang noch der Ausgleich, als er aus kurzer Entfernung abstaubte. Dabei hatte der FC Glück, dass zuvor ein mögliches Foulspiel von Dennis gegen Pavlenka nicht geahndet wurde.

© dpa-infocom, dpa:210307-99-726454/4

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