"Hat überrascht": Bundestrainer-Entdecker Schmidt erklärt Nagelsmann-Schachzug hinter Brown-Explosion
AZ: Herr Schmidt, was war die taktische Herangehensweise von Bundestrainer Julian Nagelsmann im ersten Gruppenspiel dieser WM?
ALEXANDER SCHMIDT: Julian hat sich für das erste Gruppenspiel definitiv etwas überraschendes einfallen lassen. Vor allem die linke Seite war sehr auffällig. Nathaniel Brown hat als Linksverteidiger auf einmal im Mittelfeld gespielt und Florian Wirtz, den man eigentlich auf der Position erwartet hätte, hat sich dann auf der Außenbahn angeboten. Brown war teilweise sogar auf der Mittelstürmerposition und hat das super gemacht. Das ist für den Gegner schon schwer, sich darauf einzustellen, auch weil das DFB-Team vor allem in der zweiten Halbzeit sehr entschlossen wirkte.
Schmidt: "Kimmich hatte in den Laufduellen immer wieder Probleme"
Was lief Ihrer Meinung außerdem schon gut?
Das Kombinationsspiel. Auf engem Raum hat man gesehen, dass es für jeden Gegner schwer wird, die Kombination aus Florian Wirtz und Jamal Musiala zu stoppen. Für Musiala war es auch für das Selbstbewusstsein wichtig, dass er direkt im ersten Gruppenspiel sein Tor macht. Auffällig fand ich auch Felix Nmecha. Er hat wirklich ein gutes Spiel gemacht und gezeigt, dass er in die Startelf gehört.

Gerade in der ersten Hälfte hatte das DFB-Team noch Probleme. Wo sehen Sie Verbesserungspotenziale?
Auf der rechten Seite. Im Offensivspiel war Leroy Sané nicht so im Spiel. Das lag aber auch daran, dass Julian den Fokus auf die linke Seite gelegt hat. Gleichzeitig hatte Joshua Kimmich in den Laufduellen immer wieder Probleme, weil man durchgehend sehr hochstand. Wenn er auf schnelle und spritzige Gegenspieler trifft, kann das bei dieser WM schon noch ein Thema werden. Auch insgesamt hat man immer wieder gemerkt, dass die Nationalmannschaft Probleme im Umschaltspiel hatte. Das ist die große Schwäche dieser Mannschaft. Daran sollte Julian in den nächsten Tagen arbeiten, damit es sein Team am kommenden Samstag gegen die Elfenbeinküste besser macht. Aber man kann durchaus mit diesem 7:1 zum WM-Start zufrieden sein. Wirklich abgefallen ist in diesem ersten Duell keiner seiner Spieler.
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