"Habe es einfach rausgelassen": Bischof ebnet Weg zu Klopps erstem Sieg als Bundestrainer
Tom Bischof schrie seine Freude heraus, er wusste sofort, wo er jubeln wollte: Nach seinem Knaller zum 1:0 gegen Serbien in der 39. Minute baute sich der 21-Jährige vor der Südkurve auf, dort, wo sonst die Ultras des FC Bayern stehen. Er rutschte auf seinen Knien Richtung Eckfahne.
Bischof: "Ich habe mich unfassbar gefreut"
"Ich habe einfach alles rausgelassen. Ich habe mich unfassbar gefreut und mir tun die Knie schon weh von Knierutscher leider. Aber das nehme ich mit und einfach ein unbeschreibliches Gefühl", jubelte der junge Bayern-Star mit einem Leuchten in den Augen nach Schlusspfiff am ZDF-Mikro.
Bischofs Treffer war ein Moment der Ekstase – und der Erlösung: Bischofs erstes DFB-Tor ebnete den Weg zum ersten Sieg im dritten Spiel unter Bundestrainer Jürgen Klopp. Endlich. Florian Wirtz erhöhte noch auf 2:0 (61.). Die Fans feierten mit Laola, so kann’s weitergehen! Motto: Serben bringen Glück. . .
DFB-Coach Klopp nominierte eine komplett neue Startelf im Vergleich zum 0:1 gegen Griechenland – und zwei Debütanten: Im Tor stand Jonas Urbig vom FC Bayern, der 23-Jährige hatte ein besonderes Heimspiel. Zudem begann im offensiven Mittelfeld der Freiburger Derry Scherhant.
Ebenfalls erwähnenswert: Serge Gnabry trug in Abwesenheit von Joshua Kimmich die Kapitänsbinde und die Münchner Aleksandar Pavlovic und Bischof bildeten die Doppelsechs. Von der Tribüne aus schauten Kapitän Joshua Kimmich und der verletzte Jamal Musiala zu.

Urbig erlebte ein ruhiges DFB-Debüt
"Das ist ein Moment, auf den man sein ganzes Leben hingearbeitet hat", sagte Urbig vor der Partie. Der Keeper soll in naher Zukunft Manuel Neuer bei Bayern beerben, auch im DFB-Team könnte er die Nummer eins werden. Gegen sehr defensive Serben hatte Urbig aber nur wenige Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Deutschland dominierte vom Anpfiff weg, hatte ständig den Ball. Und die erste Chance: Pavlovic schoss knapp am Pfosten vorbei (8.). Kurz darauf köpfte Woltemade neben das Tor (11.).
"Wir haben ein Spiel verloren. Und das sollten wir nicht zur Gewohnheit werden lassen", hatte Klopp gefordert: "Wenn sie so auftreten, wie sie trainiert haben, dann wird es sehr lebendig. Dann wird man sehen, wie viel Spaß die Jungs am Fußball haben, wie viel Talent sie haben."
DFB-Elf drängte auf die Führung
Das sah man, zunächst war aber immer ein serbisches Bein dazwischen. So auch in der 16. Minute, als Woltemades Schuss zur Ecke abgefälscht wurde. Die DFB-Elf drängte mit Macht aufs 1:0, der Schuss des starken Bischof endete am Außennetz (24.). Man musste zu diesem Zeitpunkt schon von Chancenwucher sprechen, der DFB-Coach fasste sich immer wieder ungläubig an die schwarze Kappe. Da wirst du doch bekloppt! So auch in der 30. Minute, als Gnabry zu eigensinnig abschloss und Woltemade in der Mitte übersah.
Kurz darauf hätte Serbien bei einem Konter fast das 1:0 erzielt, Kosta Nedeljkovic verpasste den Ball um Zentimeter. Davon abgesehen: nur Deutschland. Florian Wirtz scheiterte per Kopf an Keeper Djordje Petrovic (35.), der ungefähr so viel zu tun hatte wie eine Wiesn-Bedienung am Italiener-Wochenende.

DFB-Zukunft könnte begonnen haben
Aber dann: Eingschenkt! Bischof, der Beste, traf nach Wirtz’ Pfostentreffer mit Wucht unter die Latte zum 1:0. Ein Brustlöser. Pavlovic verpasste anschließend das 2:0 (41.). Zur zweiten Halbzeit wechselte Klopp mit Said El Mala den nächsten Debütanten ein, der Kölner brachte viel Schwung über die linke Seite. Deutschland hatte weiter eine Chance der anderen, Woltemade schaffte es, den Ball aus drei Metern noch über das Tor zu schießen (59.). Viel besser machte es kurz darauf Wirtz, der nach feiner Körpertäuschung auf 2:0 erhöhte. Ende.
Das war schon in vielen Szenen der Klopp-Fußball, den man sich vorstellt: schnell, direkt, mit Power. Und ohne Kapitän Kimmich. Die DFB-Zukunft könnte an diesem Abend begonnen haben.
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