Haaland mit Wikinger-Helm: Norwegen im WM-Achtelfinale

In Norwegens erstem K.-o.-Spiel dieser WM gehört Erling Haaland spät die große Bühne. Jubeln darf zudem ein Teamkollege aus der Bundesliga. Jetzt kommt es zum Duell mit Brasilien.
Jörg Soldwisch und Ulrike John, dpa |
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Norwegens Held mit Wikinger-Helm: Erling Haaland.
Norwegens Held mit Wikinger-Helm: Erling Haaland. © Jessica Tobias/AP/dpa

Erling Haaland zeigte mit Wikinger-Helm sein breitestes Lächeln, Kapitän Martin Ödegaard haute vor dem Fanblock auf eine Pauke und setzte den längst berühmten Ruder-Schlachtgesang in Gang. Überschwänglich hat Norwegen den ersten Einzug in ein WM-Achtelfinale seit 28 Jahren gefeiert. Bundesligaprofi Antonio Nusa mit einem Traumtor und Superstar Haaland mit einem ein später Treffer sorgten für einen 2:1 (1:0)-Sieg gegen die Elfenbeinküste in der ersten K.-o.-Runde. 

"Das ist Geschichte, das ist unglaublich", sagte Haaland nach dem Schlusspfiff in einem Video, das er auf dem Rasen aufnahm und von Fox Sports geteilt wurde.

RB Leipzigs Offensivspieler Nusa erzielte im Dallas Stadion mit einem feinen Schlenzer in den Winkel den 1:0-Führungstreffer für Norwegen (39. Minute). Nach dem Ausgleich durch Amad Diallo (74.) nutzte der bis dahin blasse Haaland die Bühne für seine große Show: In der 86. Minute schob er den Ball aus kurzer Distanz zum umjubelten Sieg ins Tor. Sein fünfter Turniertreffer war sein einfachster.

Gibt den Takt für Norwegens Jubelfeier vor: Martin Ödegaard.
Gibt den Takt für Norwegens Jubelfeier vor: Martin Ödegaard. © Sam Hodde/AP/dpa

Als Belohnung für den Erfolg darf Norwegen nun gegen Rekordweltmeister Brasilien am Sonntag (22 Uhr) um den Viertelfinal-Einzug spielen. Die Seleção hatte sich mit 2:1 gegen Japan durchgesetzt. Für Deutschlands Gruppengegner Elfenbeinküste war dagegen im ersten K.-o.-Spiel des Landes bei Weltmeisterschaften gleich Endstation. 

Siegtorschütze für Norwegen: Stürmerstar Erling Haaland.
Siegtorschütze für Norwegen: Stürmerstar Erling Haaland. © Tony Gutierrez/AP/dpa

"Ich muss sagen, dass es mir im Moment etwas schwerfällt, das in Worte zu fassen. Ich kann nur sagen, dass es ein Traum wahr geworden ist", sagte Nusa, der nach dem Schlusspfiff Tränen vergossen hatte. "Ich bin sehr dankbar, hier zu sein, mit euch zu sprechen und dazu beigetragen zu haben, dass Norwegen Geschichte schreibt."

Haaland tauchte lange ab

Haaland, der im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich (1:4) geschont worden war, schien unbedingt etwas nachholen zu wollen. Schon in der dritten Minute war er mit einem Kopfball gefährlich. Danach war der Sturmriese in der ersten Halbzeit aber lange unsichtbar, weil seinen Teamkollegen bei Ballbesitz die Ideen fehlten. 

Der Norweger Antonio Nusa (oben) feiert sein Tor zum 0:1 mit seinen Mannschaftskollegen.
Der Norweger Antonio Nusa (oben) feiert sein Tor zum 0:1 mit seinen Mannschaftskollegen. © Tony Gutierrez/AP Photo/dpa

Beide Teams schienen im ersten Aufeinandertreffen beider Fußball-Nationen überhaupt das Risiko zu scheuen. Etwas gefährlicher war der dreimalige Afrika-Meister, für den Ghislain Konan (21.), der nur das Außennetz traf, und Nicolas Pepe (28.) zwei gute Chancen vergaben. 

Nusas Traumtor auch Weckruf für Haaland 

Beim ersten richtig gut vorgetragenen Angriff Norwegens fiel der Führungstreffer: Initiiert von Spielmacher Ödegaard landete der Ball nach einigen Pässen bei Nusa, der seinen Gegenspieler trickreich stehen ließ und den Ball herrlich ins Tor schlenzte.

Auf den Tribünen ruderten norwegische Fans wieder.
Auf den Tribünen ruderten norwegische Fans wieder. © Jessica Tobias/AP/dpa

Danach war plötzlich auch Haaland wieder in Aktion zu sehen: Zuerst wurde sein etwas verunglückter Schuss aus Nahdistanz abgeblockt (42.). Und bei der anschließenden Ecke verpasste der Profi von Manchester City am langen Pfosten nach einer Kopfballverlängerung von Alexander Sörloth nur knapp das 2:0.

Was macht der heiß umworbene Diomande?

Topspieler Yan Diomande von der Elfenbeinküste wurde von seinen Teamkollegen oft gesucht, konnte seine großen Qualitäten zunächst aber nicht so ausspielen. Um das große Sturmtalent von RB Leipzig gibt es Wechsel-Spekulationen, die vom 19-Jährigen selbst angeheizt wurden. 

Um ihn gibt es Wechsel-Spekulationen: Yan Diomande von der Elfenbeinküste.
Um ihn gibt es Wechsel-Spekulationen: Yan Diomande von der Elfenbeinküste. © Sam Hodde/AP/dpa

Er gehe davon aus, zu wechseln, hatte Diomande einen Tag vor dem Spiel gegen Norwegen gesagt. Dem Vernehmen nach hat er sich mit Paris Saint-Germain bereits über einen Fünfjahresvertrag geeinigt, doch Leipzig schiebt dem Transfer (noch) einen Riegel vor. 

Ivorer erhöhen den Druck - und haben selbst Glück

Nach dem Seitenwechsel erhöhte die Elfenbeinküste angesichts des Rückstands nochmal den Druck. In der 55. Minute scheiterte Pepe mit einem Schuss an Norwegens Keeper Örjan Nyland. Die Norweger, die nach der XXL-Rotation gegen Frankreich wieder in Bestbesetzung antraten, konzentrierten sich komplett auf die Tor-Verteidigung, auch Haaland half mitunter im eigenen Strafraum mit.

Gefahr kam fast nur noch nach Standards auf - so wie bei der Riesenchance für Heggem, bei dem Diallo reaktionsschnell auf der Linie rettete (67.). Jener Diallo war es dann, der wenig später auf der gegenüberliegenden Seite nach einer spektakulären Einzelleistung den Ausgleich erzielte. In der Schlussphase war aber dann Haaland zur Stelle und brachte sein Team eine Runde weiter.

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