„Fußball in Chicago? Eine großartige Zeit!“

Arne Friedrich spielte ein Jahr in der US-Liga. Der AZ erklärt er, warum „Soccer“ beliebter wird.
| M. Koch
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Von 2012 bis 2013 bei Chicago Fire: Friedrich.
firo/Augenklick Von 2012 bis 2013 bei Chicago Fire: Friedrich.

In Chicago kennt sich Arne Friedrich aus. Dort, wo der FC Bayern nun auf seiner ersten Station der US-Tour Halt macht, spielte der frühere Nationalspieler Friedrich von März 2012 bis Juni 2013 bei Chicago Fire in der Major League Soccer. 24 Spiele absolvierte der Verteidiger insgesamt, ehe er wegen Rückenproblemen seine Karriere beenden musste. Er hinterließ dabei mächtig Eindruck in den USA: Sein damaliger Trainer Frank Klopas bezeichnete Friedrich nach dessen erster Saison, in der Chicago die Playoffs erreichte, als „besten Verteidiger der Liga“. Friedrich selbst sagt im Rückblick zur AZ: „Es war eine großartige Zeit.“

Anfang 2012 hatte sich Friedrich nach einer starken WM 2010 und einem eher unglücklichen Zwischenstopp beim VfL Wolfsburg für einen Wechsel in die USA entschieden. „Ich mochte Amerika immer schon sehr, bin regelmäßig dort in den Urlaub gefahren“, sagt er: „Ich wollte immer schon in Amerika leben. Die Stadt Chicago hat mich absolut überzeugt.“ Chicago, „eine der größten Sportstädte“, wie Friedrich anmerkt, beheimatet neben dem Fußballklub fünf weitere Topteams in vier Sportarten: die Bulls (Basketball), die Bears (American Football), die White Sox (Baseball) und Cubs (Baseball) sowie die Blackhawks (Eishockey). „Der Fußball ist da sicher hinten dran“, sagt Friedrich: „Ich würde mich sehr freuen wenn Chicago Fire einen höheren Stellenwert einnehmen würde, zumal in Chicago viele Mittelamerikaner, Polen und auch Deutsche wohnen, die sehr fußballbegeistert sind.“

„Sehr ordentliches Niveau“

Doch wie im Rest der USA ist diese Entwicklung erst am Anfang, der Rückstand auf die etablierten Volkssportarten groß. Die Begeisterung während der WM 2014 in Brasilien zeigte allerdings, dass „Soccer“ Potenzial hat. „Die Zuschauerzahlen steigen. Es dauert, um den bestehenden Sportarten ernsthaft Konkurrenz zu machen, aber die MLS ist auf dem Weg“, sagt Friedrich.

Die amerikanische Fußball-Liga, in der auch schon Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Lothar Matthäus spielten, habe inzwischen ein „sehr ordentliches Niveau“ erreicht, findet Friedrich: „Wer glaubt, dass er hier nur mit halber Kraft spielen kann, weil er in Europa schon was erreicht hat, der ist auf dem Holzweg. Zumindest physisch verlangt die MLS alles von einem ab.“ Taktisch gebe es allerdings „Nachholbedarf. Und demnach auch bei den Coaches.“

Einen wichtigen Unterschied zum Fußball in Deutschland und Europa hat Friedrich in puncto Fankultur entdeckt. „Ich habe die Fans zwar passioniert erlebt, aber längst nicht so wie in Europa. Die Rivalität ist nicht zu vergleichen“, sagt er und erklärt: „Selbst nach verlorenen Spielen begegnen sich beide Fangruppen mit Respekt und ohne jede Gewalt. Es ist eher ein Fest bei dem sich alle freuen ein Fußballspiel zu sehen. Das gilt auch für andere Sportarten wie Basketball oder Baseball.“

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