Fürther Fehlerketten: "Individuelle Geschichten" brutal bestraft

Die SpVgg Greuther Fürth erlebt ihr nächstes Fiasko. Die Zwischenbilanz nach zehn Bundesligaspielen ist erschreckend. Kann der abgeschlagene Aufsteiger seine Patzer reduzieren?
| Von Christoph Lother, dpa
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Die Spieler aus Fürth reagieren unzufrieden nach dem Spiel.
Die Spieler aus Fürth reagieren unzufrieden nach dem Spiel. © Tom Weller/dpa/Archivbild
Freiburg

Die Schreckensbilanz der SpVgg Greuther Fürth setzt sich fort. Acht Niederlagen nacheinander haben die Franken inzwischen kassiert. Nach dem 1:3 (0:2) beim Überraschungsdritten SC Freiburg am Samstag stehen die Fürther als Tabellenletzter weiter bei einem mageren Zähler. Eine derart dürftige Bilanz hatte nach zehn Spieltagen in der Fußball-Bundesliga bisher nur der 1. FC Saarbrücken 1963/64 - und die Saarländer stiegen damals ab.

Will Aufsteiger Fürth im Rennen um den Klassenverbleib nicht frühzeitig abgehängt werden, muss er seine vielen individuellen Fehler schleunigst abstellen. "In der 2. Liga wird das nicht so bestraft wie hier", sagte Offensivspieler Jamie Leweling mit Blick auf die vielen Patzer, die sich die Fürther in Freiburg wieder erlaubt hatten. Bei allen drei Gegentoren halfen sie durch "individuelle Geschichten" mit, wie es Trainer Stefan Leitl nannte.

Vor allem das 0:1 in der 20. Minute hatte Symbolcharakter. Außenverteidiger Simon Asta, der nach Corona-Problemen bei den Fürthern erstmals in dieser Saison in der Liga ran durfte, köpfte eine Freiburger Flanke beim Klärungsversuch unbedrängt aus fünf Metern ins eigene Tor. Ein ganz krummes Ding, das den Gästen spürbar den Stecker zog. Man habe sehen können, "was das mit einer Mannschaft macht, die so viele Nackenschläge hinnehmen musste", sagte Leitl.

Beim 0:2 durch Nicolas Höfler sprang der Ball vom Pfosten an Keeper Marius Funk und von dort ins Netz. Vor dem 3:1 durch einen Elfmeter von Vincenzo Grifo, das nur kurz nach dem Anschlusstor durch Leweling gefallen war, hatte Abdourahmane Barry - für den am Sprunggelenk verletzten Nick Viergever eingewechselt - gepatzt und Torwart Funk dann Gegenspieler Lucas Höler gefoult.

"Die zweite Hälfte ist gut, wir machen uns die harte Arbeit nach dem Anschlusstreffer mit einem individuellen Fehler aber wieder kaputt", resümierte Leitl. Drei Fürther Fehler gleich drei Gegentore. 27 sind es nun schon, die die Franken in dieser Liga-Spielzeit hinnehmen mussten. Auch das ist eine Horrorbilanz. "Man kann hadern, aber das bringt ja nix", befand Torwart Funk.

Dazu kommen die Corona-Sorgen. Von fünf positiven Fällen in seinem Profikader hatte der Club vor dem Spiel berichtet. Namen nennt er nicht. "Es ist wichtig, dass die Spieler, die jetzt krank zuhause sind, schnell und vor allem gesund zurückkommen", sagte Coach Leitl.

Der erkältete Marco Meyerhöfer, Maximilian Bauer und Jeremy Dudziak, die bei der 1:4-Niederlage bei RB Leipzig eine Woche zuvor in der Startelf gestanden hatten, gehörten diesmal nicht zum Aufgebot. Insgesamt hatten die Fürther in Freiburg nur 17 Spieler dabei.

"Moral", "Engagement" und "Laufbereitschaft" seiner Mannschaft lassen Leitl weiter auf eine Wende hoffen. Sie wäre inzwischen sensationell. "Die Situation ist nicht leicht", sagte Offensivmann Green. "Aber wir müssen weitermachen." Und dringend weniger Fehler machen.

"Wir müssen unser Herz in die Hand nehmen", forderte auch Funk, "dagegen ankämpfen und dann kommen wir da gemeinsam auch wieder raus, um das Glück auch mal auf unsere Seite zu ziehen."

© dpa-infocom, dpa:211101-99-818171/2

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