Finks erster Tag: Ich bin ein Typ wie Klopp

Der Ex-Bayer Thorsten Fink hat seinen Dienst in Hamburg angetreten – und dort die Münchner Mentalität gepriesen.
| Frank Hellmann
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Der Ex-Bayer tritt in Hamburg an – und preist dort die Münchner Mentalität.

Hamburg - Es war ein beinahe bedrohliches Blitzlichtgewitter, das auf Thorsten Fink niederging. Und vor dem Pressepodium auf der Hamburger Geschäftsstelle herrschte ein solches Gedrängel, dass sogar Jörn Wolf, der HSV-Mediendirektor, zwei Schritte zur Seite machte, um mit der Handykamera ein Erinnerungsbildchen zu schießen. Vielleicht taugen die vielen Fotos ja später einmal als historisches Dokument; als Zeugnis des ersten Arbeitstages einer neuen Ära beim Hamburger SV.

Der neue Trainer ist wie ein Heilsbringer empfangen worden; er soll den Tabellenletzten flott aus dem Keller führen, dem Team eine Identität verpassen, er soll seinen bis 2014 datierten Vertrag erfüllen, und wenn er bis dahin den HSV fit für Titelgelüste gemacht hat, umso besser. Fink: „Das Team hat Qualität, sonst wäre ich nicht von einem Champions-League-Teilnehmer gekommen. Wenn die Mannschaft meine Denke und Philosophie umsetzt, wird sie Spiele gewinnen.”

Seinen ersten öffentlichen Auftritt hat der vom FC Basel für die Ablöse von 650000 Euro losgeeiste Coach sehr selbstbewusst absolviert. „Ich bin mehr der Typ Richtung Klopp”, ließ Fink aufhorchen. Wohl wissend, dass der Meistercoach als die stilprägende Größe in der Branche gilt. Und weil ihn Sportchef Frank Arnesen als Mann „mit Winner-Mentalität” pries, führte Fink noch einmal aus, dass ihm dies in seiner Zeit beim FC Bayern (1997 bis 2006) vermittelt worden sei. „Die Bayern wollen jedes Spiel gewinnen, egal ob in Madrid oder Barcelona. Dasselbe will ich auch mit dem HSV schaffen.” Lächelnd schob er nach: „Wir können ja nur nach oben kommen, nach unten geht nicht mehr.”

Natürlich ist der 43-Jährige Realist genug, dass „wir lange brauchen, um Bayern-Jäger zu werden”, aber er sei halt von sich überzeugt. „Als ich von Karlsruhe nach München ging, haben alle gesagt, ich würde mich nicht durchsetzen.” Und dann habe er bei den Bayern fast 250 Pflichtspiele gemacht. „Das Letzte, was ich habe, ist Angst.” Als seine Lehrmeister nennt er Ex-Trainer München. „Das professionelle Vorbereiten auf ein Spiel, den Umgang mit den Medien und den Spielern, das habe ich von Ottmar Hitzfeld.” Und Giovanni Trapattoni sei „ein guter Stratege” gewesen. Eines nur sei klargestellt: „Ich möchte niemand kopieren.” Sein Führungsstil? „Situativ!”

Fink gilt in der Branche unkomplizierter Charakter. Den 2:1-Sieg in Freiburg hat Fink noch im Hotel Grand Elysee verfolgt, wo er im sechsten Stock eine Zwei-Zimmer-Suite mit Alsterblick bewohnt. Ehefrau Silke sowie die fünf- und sechsjährigen Söhne Julius und Benedict sind vorerst in Basel geblieben. „Bis Dezember habe ich hoffentlich ein Haus. Ich brauche meine Frau und Kinder, um abzuschalten”, sagte Fink, „das ist meine Art der Superkompensation.” Der Satz würde direkt unters Erinnerungsfoto vom ersten Auftritt passen.

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