FIFA-Skandal: Niersbach fordert Blatter-Rücktritt

Nach dem neuerlichen FIFA-Beben: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach fordert Joseph S. Blatter zum Rücktritt auf - nur so könne die Zukunft gestaltet werden.
| sid
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Dublin - DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat nach der Suspendierung von Joseph S. Blatter den Rücktritt des Schweizer FIFA-Bosses gefordert.

"Die Zukunft kann nur gestaltet werden ohne den bisherigen Präsidenten, ohne Sepp Blatter", sagte Niersbach am Donnerstag in Dublin.

Auch UEFA-Präsident Michel Platini müsse bedenken, ob er seine Kandidatur als Blatters Nachfolger an der Spitze des Weltverbandes "aufrechterhalten kann", fügte Niersbach an. Platini war wie Blatter von der Ethikkommission der FIFA für 90 Tage suspendiert worden. Niersbach nannte die Geschehnisse für Platinis Ambitionen einen "schweren Rucksack".

Er habe deshalb eine Dringlichkeitssitzung der UEFA-Spitze für kommende Woche ebenso angeregt wie ein "schnellstmögliches" Treffen der FIFA-Exekutive.

Eigene Ambitionen auf eines der beiden Spitzenämter wies Niersbach im Hotel InterContinental vor dem EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Irland zurück. Es gehe jenseits verschiedener Personalien jetzt darum, "dass ein neuer Geist reinkommt und die Dinge, die uns über Jahre belasten, nicht mehr vorkommen".

Weitere Reaktionen...

Reinhard Rauball (Liga-Präsident): "Der Weltfußball steht vor der größten Herausforderung seiner Geschichte. Alle, die unbelastet sind und Interesse am Fußball haben, sind nun aufgerufen, sich dabei im Sinne des Sports zu engagieren. Die großen Nationalverbände und Ligen in Europa sind meiner Meinung nach zwingend gefordert, mit einer gemeinsamen Position ihr Gewicht für einen echten Neuanfang einzubringen."

Alfons Hörmann (DOSB-Präsident): "Es wäre schön gewesen, wenn er selbst zu dieser Erkenntnis gekommen wäre. Die Ethikkommission hat jetzt Verantwortung übernommen und die notwendige Konsequenz gezeigt. Damit wird der Neubeginn möglich, der für die FIFA dringend notwendig und für den gesamten Sport von Bedeutung ist."

Sylvia Schenk (Anti-Korruptions-Expertin): "Blatter täte der FIFA den besten Gefallen, wenn er sofort zurücktreten würde. Nur dann lässt der Druck nach. Das Problem mit der Ethikkommission ist, dass sie nie ihre Gründe für die Entscheidungen veröffentlicht. Das ist eine Geheimjustiz der FIFA, man weiß nicht, wer was warum entscheidet."

Weitere Pressestimmen und Twitter-Reaktionen...

SCHWEIZ

Blick: "Blatter ist weg! Der tiefe Fall von Sepp Blatter geht unaufhaltsam weiter."

Berner Zeitung: "Das Spiel ist aus"

ENGLAND

Mirror: "Ist das endgültig das Ende für Sepp Blatter?"

The Telegraph: "Game over für die mächtigsten Männer im Fußball"

Independent: "Rausschmiss: Blatter wird vor die Tür gesetzt"

Daily Mail: "Haut ab... und kommt nicht zurück: Blatter und Platini verbannt, der Fußball beginnt endlich, im Korruptionsskandal aufzuräumen"

Daily Mirror: "Ist das endlich das Ende für Sepp Blatter? Der FIFA-Präsident wird für 90 Tage suspendiert, zusammen mit UEFA-Chef Michel Platini und Jérôme Valcke"

The Sun: "Blat, Plat, Platsch. FIFA- und UEFA-Boss droht Verbannung"

FRANKREICH

Le Figaro: "Das Erdbeben ist gigantisch. Ungeheuerlich. So etwas hat man in der Geschichte des Weltfußballs nie gesehen. (...) Wie mit dem Fallbeil werden Köpfe abgetrennt."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Blatter und Platini suspendiert - die FIFA löscht die Spitze aus."

SPANIEN

Marca: "Blatter 90 Tage suspendiert. Der Präsident kommt rechtzeitig zurück, um den Goldenen Ball zu übergeben."

 

 

TWITTER-REAKTIONEN

Heiko Maas (Bundesjustizminister): "Endlich die Rote Karte für #Blatter. Das ist eine gute Nachricht für den Fußball und alle Fans."

Mario Basler (Fußball-Europameister von 1996): "Blatter weg, Platini weg - Leute, ganz ehrlich: soll ich's jetzt wirklich machen? :)"

Niederländischer Fußball-Verband KNVB: "Es ist eine Schande für den gesamten Fußball, dass der FIFA-Präsident Sepp Blatter zum wiederholten Mal für sehr schlechte Nachrichten sorgt. (...) Wer den Fußball liebt, wird durch diese Entwicklungen entsetzt."

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