FC Augsburg erstmals Spitzenreiter: Baum macht Screenshot

Der FC Augsburg steht zum ersten Mal an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga. Es ist nur eine Momentaufnahme - für Trainer Manuel Baum jedoch ein Stück für die Ewigkeit.
von  Eric Dobias und Martin Moravec, dpa
Trainer Manuel Baum hat den FC Augsburg erstmals an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga geführt.
Trainer Manuel Baum hat den FC Augsburg erstmals an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga geführt. © Florian Wiegand/dpa

Den historischen Moment der erstmaligen Bundesliga-Tabellenführung des FC Augsburg hielt Manuel Baum für die Ewigkeit fest. "Ich habe einen Screenshot von der Tabelle gemacht, um die immer im Handy dabeizuhaben", berichtete der Trainer der Fuggerstädter nach dem denkwürdigen 4:1 (0:1) bei Eintracht Frankfurt am Sonntag und dem damit verbundenen Sprung auf Platz eins. 

Der 47 Jahre alte Fußball-Lehrer weiß natürlich, dass dies nur eine Momentaufnahme ist. Aber: "Wir Menschen leben ja alle von Momenten. Wenn wir uns in ein paar Jahren wiedersehen, werden wir uns alle erzählen, dass Augsburg mal Tabellenführer sein durfte. Ich glaube, dass darf man mal für einen Tag genießen. Das gehört dazu", sagte Baum voller Stolz.

Der einmal mehr überzeugende Torwart Finn Dahmen freute sich ebenfalls über den Sprung an die Tabellenspitze. "Für den Großteil unserer Mannschaft ist das, glaube ich, das erste Mal - insofern ist es etwas Besonderes. Gleichzeitig können wir das natürlich realistisch einordnen: Es ist erst der zweite Spieltag, und wir wissen, dass das nicht automatisch so bleiben wird", sagte der 28-Jährige. "Der Start zeigt aber, dass wir in der Vorbereitung gut gearbeitet haben. Diesen Flow wollen wir so lange wie möglich mitnehmen."

Baum mahnt zur Bodenhaftung 

Auch Baum wollte aus dem traumhaften Saisonstart mit sechs Punkten und 7:1 Toren keine neuen Ansprüche ableiten. Ob Augsburg jetzt reif sei für den Kampf um Europa, wurde er gefragt.

Der FC Augsburg hatte in Frankfurt oft Grund zum Jubel.
Der FC Augsburg hatte in Frankfurt oft Grund zum Jubel. © Florian Wiegand/dpa

"Ich durfte ja schon einige Erfahrungen in dem Geschäft machen. Früher habe ich oft den Fehler gemacht, irgendwelche Ziele auszugeben. Wir kümmern uns nur darum, jede Woche zu versuchen, ein Spiel zu gewinnen", lautete seine diplomatische Antwort.

Dennoch: Wie die Augsburger in Frankfurt nach einer völlig verkorksten ersten Halbzeit und dem frühen Rückstand durch ein Tor von Jonathan Burkardt (6. Minute) zurückkamen, hatte Klasse. Der gerade erst vom FC Bayern München ausgeliehene Arijon Ibrahimovic (46.), Robin Fellhauer (47.), Alexis Claude-Maurice (65.) und Fabian Rieder (89.) drehten nach dem Wechsel mit ihren Treffern die Partie.

Lob für den Kader

Vorausgegangen war eine kritische Pausenansprache von Baum. "Das Schöne ist, dass wir mittlerweile eine Kultur in der Mannschaft haben, wo wir Sachen deutlich ansprechen können. Es war klar, dass die Truppe in der Form nur noch zehn Minuten bekommt. Was die Mannschaft dann geleistet hat, war herausragend", sagte Baum, der ohne den verletzten Offensivspieler Anton Kade hatte auskommen müssen. 

Der FC Augsburg verfügt über einen breiten Kader.
Der FC Augsburg verfügt über einen breiten Kader. © Florian Wiegand/dpa

Auch wenn der Coach keine konkreten Ziele ausrufen wollte, machte er doch deutlich, dass mit den bayerischen Schwaben in dieser Saison zu rechnen ist. "Wir haben einen sensationellen Kader und damit eine super Bank. Du kannst die Hälfte der Feldspieler auswechseln. Was dann reinkommt, ist richtig top", befand Baum, dessen Augsburger am Samstag Leverkusen empfangen.

Bayern-Leihgabe Ibrahimovic, der für Kade starten durfte, schwärmte ebenfalls vom Team. "Ich würde sagen, dass wir eine Einheit sind und alle zusammenhalten. Und es ist eine gute Stimmung in der Mannschaft, auch in der Kabine", berichtete der 20-Jährige und kündigte an: "Wir wollen so weitermachen und oben dabei bleiben."

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