Fan-Vertreterin sieht "Rückkehr-Euphorie" in der Bundesliga

Die Fan-Vertreterin Helen Breit erwartet nach dem Wegfall der Zuschauerbegrenzungen in der Fußball-Bundesliga eine Rückkehr-Euphorie zumindest bis zum Saisonende.
| dpa
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Helen Breit, Vorstandsmitglied und Sprecherin des Fan-Bündnisses "Unsere Kurve e.V.".
Helen Breit, Vorstandsmitglied und Sprecherin des Fan-Bündnisses "Unsere Kurve e.V.". © Philipp von Ditfurth/dpa
Frankfurt/Main

"Ich glaube, das hat ganz viel mit der gesamtgesellschaftlichen Situation zu tun", sagte die Vorsitzende der Fan-Organisation "Unsere Kurve" der Deutschen Presse-Agentur. "Es wird gerade warm, die Leute wollen rausgehen. Jeder Mensch ist die Pandemie ein bisschen leid. Da bietet der Fußball wie auch der kulturelle Bereich die Möglichkeit, wieder eine Normalität wie früher zu erleben. Ob sich das im Fußball dann langfristig so hält, das ist die Frage."

Seit dem 20. März dürfen alle Clubs ihre Stadien trotz hoher Inzidenzzahlen wieder voll auslasten. Für das Bundesliga-Topspiel zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig am Samstag sind bereits alle 81.365 Eintrittskarten verkauft worden. Traditionsclubs wie der VfB Stuttgart oder FC Schalke 04 spielten schon vor der Länderspielpause in der ersten und zweiten Liga wieder vor mehr als 55.000 Zuschauern.

"Kein Mensch kann mehr das Wort Demut hören"

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie ist viel über eine Entfremdung der Fans vom Profifußball diskutiert worden. Breit selbst saß 2020 und 2021 als Vertreterin der AG Fankulturen in der "Taskforce Zukunft Profifußball" der Deutschen Fußball Liga. "Auf die Frage, welche Früchte diese Arbeit getragen hat, muss man sagen: Es ist natürlich enttäuschend. Es wurde sehr viel angekündigt. Ich glaube, kein Mensch kann mehr das Wort Demut hören", sagte die 34-Jährige.

Die Rückkehr vieler Fans bedeutet ihrer Meinung nach nicht, dass der kritische Blick auf den Profifußball verloren gegangen sei. "In der Öffentlichkeit habe ich den Druck auf den bezahlten Fußball, sich anders zu verhalten und positionieren, noch nie so hoch erlebt wie in dieser Zeit", sagte sie. "Wenn das längerfristig bleibt, wäre das auch ein großer Erfolg: Dass sich eine kritische Perspektive auf diese Branche etabliert hat."

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