Ex-Berliner verhindert Hertha-Spitze

Die Herthaner hätten erstmals seit gut 500 Tagen die Spitze der Bundesliga-Tabelle erklimmen können - doch ausgerechnet ein früherer Teamkollege hat den Erfolg verhindert.
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Der Bielefelder Artur Wichniarek (r.) versucht gegen den Berliner Steve von Bergen den Ball zu erlaufen
dpa Der Bielefelder Artur Wichniarek (r.) versucht gegen den Berliner Steve von Bergen den Ball zu erlaufen

Die Herthaner hätten erstmals seit gut 500 Tagen die Spitze der Bundesliga-Tabelle erklimmen können - doch ausgerechnet ein früherer Teamkollege hat den Erfolg verhindert.

«König» Artur Wichniarek hat den Berliner Gipfelsturm gestoppt und Hertha BSC um die erste Tabellen-Führung in der Fußball-Bundesliga seit 503 Tagen gebracht. Ausgerechnet der frühere Berliner sorgte mit seinem zwölften Saisontreffer (40. Minute) dafür, dass die Hertha bei Arminia Bielefeld nur zu einem 1:1 (1:1)-Unentschieden kam.

Zuvor hatte Angreifer Andrej Woronin (13.) den Hauptstadtclub, der im zweiten Durchgang den Nachweis seiner Klasse schuldig blieb, am Freitagabend vor 20.700 Zuschauern in der Bielefelder Schüco-Arena in Führung gebracht. Durch das vierte Remis der Saison bleibt das Team von Trainer Lucien Favre mit 37 Punkten hinter Herbstmeister 1899 Hoffenheim (38 Punkte) auf dem zweiten Rang, die Arminia rangiert mit 18 Zählen weiter auf dem 14. Platz.

«Gerechtes Unentschieden»

«Ich bin mit diesem 1:1 nicht unzufrieden», bilanzierte Favre, der dem verpassten Sprung an die Spitze nicht hinterher trauerte. «Wie müssen das akzeptieren», da Bielefeld «keine schlechte Mannschaft» habe. «Wir haben uns zu sicher gefühlt, das 1:1 vor der Pause war das Schlimmste, was passieren konnte», meinte Hertha-Verteidiger Josip Simunic. Favres Gegenüber Michael Frontzeck war nach dem vierten ungeschlagenen Spiel in Serie zufrieden: «Wir haben ein sehr gutes Spiel von beiden Seiten gesehen. Es war ein gerechtes Unentschieden.» Goalgetter Wichniarek bemängelte indes die fehlende Effizienz: «Ich denke, es waren zwei Punkte zu wenig.» Aufgrund von zehn fehlenden Spielern - darunter «Torfabrik» Marko Pantelic und Kapitän Arne Friedrich - war Hertha-Trainer Lucien Favre zu personellen und taktischen Umstellungen gezwungen, doch dies schien den Berlinern nichts auszumachen. Auch mit einer «Notelf» entpuppte sich der Hauptstadtclub zunächst als Meister der Effektivität, gleich die erste Chance wurde genutzt. Nach einem 60- Meter-Freistoß von Torhüter Jaroslav Drobny tauchte Woronin alleine vor dem Bielefelder Gehäuse auf und traf aus spitzem Winkel ins lange Eck. Armininen-Keeper Dennis Eilhoff machte dabei keine gute Figur. «An einem richtigen guten Tag halte ich ihn», gab der Keeper zu.

Wichniarek erzielt sein 12. Saisontor

Fünf Minute später hätte Woronin fast seinen zweiten Treffer nachgelegt, aber der Heber des Ukrainers tropfte gegen die Latte. Anschließend baute die Hertha ab und gewährte den Hausherren, bei denen Markus Bollmann und Markus Schuler neu in die Viererkette rückten, mehr Raum. Zwar ließen die Ostwestfalen eine Woche nach ihrem 2:1-Coup in Bremen spielerische Brillanz vermissen, aber kämpferisch überzeugte das Team von Trainer Michael Frontzeck - und wurde dafür kurz vor dem Pausenpfiff belohnt. Dabei machte wieder einmal Wichniarek seinem Ruf als Bielefelder «Lebensversicherung» alle Ehre: Nach einer Flanke von Radim Kucera war der Pole per Kopf zur Stelle und markierte sein zwölftes Saisontor, womit er sich für zwei Drittel aller Arminen-Treffer verantwortlich zeigt. «Wir hatten Augenkontakt, er hat einfach geflankt - ein schönes Tor», kommentierte der Torjäger. Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein Kampfspiel, wobei sich die Hausherren Vorteile erkämpften. Die besten Chancen besaß Angreifer Christopher Katongo, aber erst scheiterte er per Kopf (60.) an Drobny, dann zog er aus 16 Metern drüber. Auf der Gegenseite kamen Maximilian Nicu (83.) und Amine Chermiti (88.) jeweils einen Schritt zu spät, so dass die Hertha die Spitze verpasste. (Heinz Büse, dpa)

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