Es wird Zeit für WM-Stimmung: Eine volle Hütte mit Reportern

Ein volle Hütte Reporter
Die WM-Stimmung bislang? Nun, ja. Sagen wir: ausbaufähig. Ein Bar-Besitzer lockte uns in Winston-Salem mit dem Versprechen, dass "die Hütte voll" sein würde: "Es kommen 500 Mexikaner, die brennen auf die WM!" Das klang sehr gut – am Ende waren beim Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika vielleicht 50 Menschen in der riesigen Halle mit mehreren Fernsehern und Leinwänden. Und davon 20 Reporter aus Deutschland.
Texaner sind laut und emotional
Bei der ersten Partie der USA gegen Paraguay füllten sich die Pubs schon deutlich mehr, doch es war zu spüren: Viele Sportfans hierzulande fokussieren sich – genauso wie die TV-Sender übrigens – auf die spannenden Finalserien im Basketball (NBA) und Eishockey (NHL), die klassischen "US-Sportarten". Ob die Soccer-Euphorie noch kommt? Zum Glück geht’s jetzt nach Houston!
Die Texaner sind traditionell sehr laut und emotional, wenn Sportevents anstehen. Ich freue mich schon auf die Barbecue-Partys vor dem NRG Stadium, wo sonst die Footballer der Houston Texans spielen. Bereits vier, fünf Stunden vor Spielbeginn wird hier vor den Autos und Pickups beim klassischen Tailgaiting gegrillt und gefeiert, das soll bei der Begegnung zwischen Deutschland und Curaçao nicht anders sein. Mal sehen, ob es dann auch so kommt.
Es wird Zeit für WM-Stimmung
Es wird jetzt auch mal Zeit für feurige WM-Stimmung in den USA. Jetzt, da das XXL-Soccer-Turnier so richtig Fahrt aufnimmt.
Ihr Maximilian Koch
"Dancing Kenny" und der Brief von Obama
Der Film-Klassiker Dirty Dancing von 1987 ist weltberühmt. Patrick Swayze und Jennifer Grey schrieben mit ihrer Hebefigur Filmgeschichte. Obwohl der Film in den Catskill Mountains in New York spielt, wurden viele der ikonischen Szenen hier in North Carolina gedreht – in der aktuellen Wahlheimat der deutschen Nationalmannschaft während dieser WM. Die Hauptdrehorte für Dirty Dancing befanden sich in Lake Lure und der umliegenden Region im Rutherford County.
Kenny erkennt man an der Warnweste
Ob ich die Originalschauplätze mal besuche? Je nach Verkehr auf den Highways sind es von Winston-Salem, dem Ort des DFB-Basecamp, zwischen zwei und zweieinhalb Stunden Fahrt. Für hiesige Verhältnisse und Entfernungen ein Katzensprung. Dancing Kenny war noch nicht vor Ort. Sollte er aber mal. Denn Kenny gilt in Winston-Salem als lokale Berühmtheit, obwohl er aus dem Nachbarort Kernersville stammt.
Es ist ein Privileg, den Mann auf einem Nachmittagsspaziergang durch Downtown zu treffen – das wird einem im Gespräch schnell klar. Kenny wirkt zunächst unheimlich happy, Reporter aus Deutschland zu treffen, da er "excited" ist, dass die Nationalelf in seiner Heimat North Carolina untergekommen ist. Sein Job? Auf Highways oder in der Stadt versucht er in einer neon-gelben Warnweste mit Werbeschildern, Vorbeifahrende oder Passanten in bestimmte Shops zu lotsen.

Kenny hofft auf Ruhm durch deutsche Medien
Weil er – was einen im Rückblick verwundert – zunächst schüchtern wirkt, muss er sich von einer Bekannten überreden lassen, über sein Talent zu sprechen. Kenny ist Tänzer, nicht irgendeiner. Er ist "Dancing Kenny". Voller Stolz zeigt er auf seinem Handy einen TV-Beitrag von vor ein paar Jahren, der über ihn gedreht wurde. Angeblich habe er einst, so erzählt er, einen Brief voller Anerkennung aus dem Weißen Haus bekommen – von Barack Obama, kein Wunder.
Und jetzt kommt der Fame, der Ruhm, dazu, den ihm deutsche Medien geben. Hofft Kenny. Und dann lässt er sich am helllichten Tag in der Fourth Street nicht zweimal bitten. Schnelle Drehungen, die Füße steppen, die Arme fliegen. Gute Moves, guter Vibe. Fast schon Moonwalk-mäßig. Michael Jackson wäre sicher stolz auf ihn. Patrick Swayze sowieso.
Ihr Patrick Strasser