"Es sieht leider nicht ganz so gut aus": Nagelsmann zu Schlotterbeck

Deutschland hat erstmals seit dem WM-Titel 2014 wieder die K.-o.-Runde bei einer Fußball-Weltmeisterschaft erreicht. Beim 2:1 (0:1) gegen die Elfenbeinküste überragte Joker Deniz Undav mit zwei Toren. Nach den Erfolgen gegen Curaçao (7:1) und nun gegen die Ivorer ist dem Team von Trainer Julian Nagelsmann ein Platz im Sechzehntelfinale nicht mehr zu nehmen.
Nach dem anschließenden sensationellen 0:0 von Außenseiter Curaçao gegen Ecuador steht Deutschland sogar vorzeitig - und schon vor dem Gruppenabschluss gegen die Südamerikaner am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) - als Sieger der Gruppe E fest. Für die anderen drei Teams geht es dann noch um das Weiterkommen.
Das sind die weiteren wichtigen Themen der Nacht:
DFB bangt um Schlotterbeck
Innenverteidiger Nico Schlotterbeck hat im zweiten WM-Spiel eine Verletzung am linken Sprunggelenk erlitten. "Er hat irgendwas im Innenband, ich weiß noch nicht, was", sagte Bundestrainer Nagelsmann nach dem Erfolg in Toronto. "Er muss morgen ins MRT, es sieht leider nicht ganz so gut aus."
Erst danach könne man weitere Schlüsse über eine mögliche Ausfallzeit ziehen. Schlotterbeck hatte im vergangenen Jahr fast ein halbes Jahr wegen eines Meniskusrisses im linken Knie gefehlt. Schlotterbeck zog sich die Verletzung nach einer knappen Viertelstunde zu, als er sich in einem Zweikampf selbst gegen das linke Bein trat. Für ihn kam Antonio Rüdiger in die Partie.
Room wird zum Held der Karibik-Insel
Erst Vozinha, nun Eloy Room: Schon wieder hat ein völlig unbekannter Torwart bei der WM für Furore gesorgt. Der Schlussmann von Debütant Curaçao vereitelte mit mehreren exzellenten Reflexen sämtliche Großchancen von Ecuador und hielt damit den ersten Punkt in der kurzen Geschichte des kleinsten WM-Teilnehmers überhaupt fest.
Mit Abpfiff stürmten die Spieler der Karibik-Insel auf Room zu. Schon während der Schlussphase der Partie stiegen die Zahlen der Social-Media-Follower von Room schlagartig an. Der 37 Jahre alte Torhüter spielt für Miami FC in der zweiten amerikanischen Liga und ist beim Fachportal "Transfermarkt" mit einem Marktwert von 150.000 Euro notiert.
Königspaar jubelt in zwei Stadien
Das war ein rundum gelungener Tag für das niederländische Königspaar. Zunächst bejubelten König Willem-Alexander und Königin Máxima den deutlichen 5:1-Erfolg der Niederlande gegen Schweden in Houston. Dann ging es für die beiden weiter nach Kansas City, wo am Abend Curaçao vollkommen unerwartet das 0:0 gegen Ecuador erreichte.
Als König der Niederlande ist Willem-Alexander zugleich Staatsoberhaupt aller Länder des Königreichs - und Curaçao gehört dazu. Bei beiden Stadionbesuchen trug das Königspaar jeweils die Farben ihrer Nationalteams: In Houston Orange, im rund 1.200 Kilometer entfernten Kansas City Blau.
Trainerwechsel verpufft: Tunesien raus im 1000. WM-Spiel
Da half auch der kurzfristige Trainerwechsel nichts: Tunesien verlor auch mit dem erst während des Turniers engagierten Coach Hervé Renard mit 0:4 (0:2) gegen Japan und ist damit vorzeitig ausgeschieden. Bereits vor dem letzten Spiel gegen die Niederlande steht fest, dass Tunesien Tabellenletzter in Gruppe F bleibt.
Im 1000. Spiel der WM-Geschichte erzielten Daichi Kamada (4. Minute), Ayase Ueda (31./83.) und Junya Ito (69.) im mexikanischen Monterrey die Tore für Japan. Die Tunesier, die sich nach dem 1:5 im ersten Spiel gegen Schweden von Coach Sabri Lamouchi getrennt hatten, spielten erneut schwach.
Das Chaos der vergangenen Tage mit Trainerwechsel und Berichten über Unstimmigkeiten im Team hinterließ Spuren: Der neue Trainer Renard war mit dem Auftritt der Mannschaft sichtlich unzufrieden. Die Japaner hingegen trafen fast nach Belieben - und haben das Erreichen des Sechzehntelfinales im Duell mit Schweden selbst in der Hand.
Mutter von Kap Verdes Torwart in den USA
Kap Verdes Matchwinner beim sensationellen 0:0 gegen Europameister Spanien bekommt beim Turnier in den USA Unterstützung. Die Mutter des 40 Jahre alten Torhüters Vozinha wird ihren Sohn im zweiten Gruppenspiel gegen Uruguay live im Stadion in Miami unterstützen können. Ein Verbandssprecher bestätigte bei der Pressekonferenz zu dieser Partie, dass Ana Candida Evora nach der Klärung aller Visa-Fragen in den USA angekommen sei.
"Für mich ist das sehr wichtig. Denn jeder in meiner Familie unterstützt mich immer in allen Dingen", sagte Vozinha im Teamquartier des WM-Außenseiters in Tampa/Florida. "Sie hier zu haben, ist für mich etwas Besonderes. Ich bin sehr glücklich. Mein Vater und mein Bruder werden auch da sein."