Düsseldorf wechselt schon wieder den Trainer

Fortuna Düsseldorf hat nach dem Absturz auf einen Abstiegsplatz seinen Trainer Frank Kramer beurlaubt.
| SID
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Frank Krmaer ist der sechste Trainer, den die Fortuna Düsseldorf in zwei Jahren verschlissen hat.
dpa Frank Krmaer ist der sechste Trainer, den die Fortuna Düsseldorf in zwei Jahren verschlissen hat.

Düsseldorf – Mit einer neuerlichen Verzweiflungstat will Fortuna Düsseldorf einer verkorksten Saison eine Wende geben und den Absturz zurück in die 3. Liga verhindern. Die Rheinländer, als potenzieller Aufsteiger in die Saison gestartet, reagierten auf die schwerste Krise seit der Rückkehr in die Zweitklassigkeit 2009 und entließen am Montag Trainer Frank Kramer nach nur fünf Monaten. Es war der sechste Trainerwechsel bei der Fortuna in zwei Jahren. Bis auf Weiteres wird Co-Trainer Peter Hermann die Mannschaft betreuen.

Für die Düsseldorfer ist Kramers Beurlaubung ein erneuter radikaler Kurswechsel. Seit dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga 2013 geht es nur noch abwärts, weder Ex-Profi Mike Büskens noch Torwarttrainer Oliver Reck (2x), Lorenz-Günther Köstner, Taskin Aksoy oder Kramer haben daran etwas ändern können. Kramer durfte gegen Ende der Vorsaison bereits den Kader mitplanen, weil Manager Helmut Schulte entlassen worden war.

 

Entscheidung "im Sinne des Vereins"

 

An Fachkenntnis Kramers, einst Jahrgangsbester im Trainerlehrgang, bestand kein Zweifel - aber trotz namhafter Neuzugänge passte es überhaupt nicht. "Die Punktausbeute und die bedrohliche Situation als Tabellen-Siebzehnter haben uns zu diesem Schritt gezwungen", sagte Sportdirektor Rachid Azzouzi, der ebenfalls stark in der Kritik steht: "Wir hatten nicht mehr die hundertprozentige Überzeugung, dass wir den Negativtrend stoppen können." Paul Jäger, kommissarischer Klubchef, sprach von einer Entscheidung "im Sinne des Vereins" in einer kritischen Situation.

Als Nachfolger werden Jos Luhukay, Jens Keller und Thomas Schaaf am höchsten gehandelt. Friedhelm Funkel ("Ich wäre bereit") hatte sich vor Kramers Entlassung selbst in Position geschoben, was den Verantwortlichen kaum gefallen dürfte. Zunächst aber übernimmt Hermann, der sich einen Ruf als Spitzenfachmann erarbeitet hat, aber noch nie an dauerhaften Engagements in der ersten Reihe interessiert war.

 

Das sind die Probleme in Düsseldorf

 

Probleme gibt es viele zu lösen. Eindeutig war am Freitag, während des Kellerduells gegen den Letzten MSV Duisburg (1:1), zu sehen, dass eine Spielanlage fehlt. Schon die Innenverteidiger wissen häufig nicht, wohin sie den Ball weitergeben sollen.

Hinzu kommt, dass potenzielle Leistungsträger immer wieder versagen. Stareinkauf Didier Ya Konan und auch Karim Haggui (beide 31) sollten Stützen sein, kamen jedoch ohne jede Spielpraxis, ebenso wie der hektisch nachverpflichtete Alexander Madlung (33). Es wurde offensichtlich mehr auf Namen gesetzt denn auf Klasse.

Innenverteidiger Christian Strohdiek hat eine komplette Bundesliga-Saison mit dem SC Paderborn hinter sich, leistete sich Slapstick-Fehler und saß auf der Bank. Der talentierte Stürmer Joel Pohjanpalo, der mehr als 12 Saisontreffer angekündigt hat, bleibt ein einziges Rätsel. Er hat in 14 Einsätzen (2x Pokal) weder ein Tor erzielt noch eines vorbereitet - für die finnische Nationalmannschaft trifft er regelmäßig.

Zudem erwies sich die Führung als bedingt handlungsfähig. Der Vorstand besteht nur aus zwei Personen, nach der Trennung von Dirk Kall wird seit vielen Wochen ein Klub-Vorsitzender gesucht. Bislang vergeblich.

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