Dortmund: 27:6 - und doch verloren!

Beim 0:2 in Gladbach schenkt Dortmund Punkte und Tabellenführung her. Dabei hatte das Klopp-Team den Gegner lange im Griff – und 27 Mal auf das Tor geschossen. Doch dann sah Mats Hummels Rot
| az
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Beim 0:2 in Gladbach schenkt Dortmund Punkte und Tabellenführung her. Dabei hatte das Klopp-Team den Gegner lange im Griff

Mönchengladbach - Lucien Favre bekam sich gar nicht mehr ein. „In der ersten Halbzeit haben wir geschlafen. Wir waren abwesend, das war eine Katastrophe”, sagte Gladbachs Coach nach dem Spiel gegen Dortmund. Mehr noch: „Es war ein Wunder, mit dem 0:0 in die Kabine zu kommen. Ein Wunder, Punkt. Wir haben viel zu langsam agiert, zu langsam gedacht”. Dann drohte er noch seinen Profis: „Wer das Tempo in Zukunft nicht gehen kann, der wird nicht mehr eingesetzt.”

Man könnte meinen, Gladbach wäre untergegangen gegen Dortmund. Dabei haben eben diese Katastrophen-Spieler dem Vizemeister die erste Saison-Niederlage beigebracht – und den BVB von der Tabellenspitze gestoßen. Krachend unverdient zwar, aber dennoch. Und so gewann Dank der Treffer von Max Kruse (82., Foulelfmeter) und Raffael (86.) Gladbach sogar mit 2:0 – und keiner wusste so genau, warum.

Haushoch war der BVB überlegen gewesen im Borussia Park, 17:1-Torschüsse für den BVB lautete die Bilanz nach 45 Minuten, 27:6 nach 90, die Dortmunder hatten 80 Minuten lang Katz und Maus gespielt mit der Fohlen-Elf.

Dann aber foulte Mats Hummels im Strafraum Havard Nordtveit. Gladbach bekam den Elfmeter, Hummels Rot, es ging dahin. Nicht nur Coach Jürgen Klopp war fassungslos. „Solange der Gegner nicht geschlagen ist, hat er alle Möglichkeiten. Er war nicht geschlagen, sondern er war nur angeknockt und ist getaumelt. Aber wir haben den Sack nicht zugemacht, und dann kriegst du die zwei Dinger. Das fühlt sich im Moment wirklich sehr bescheiden an”, sagte er.

Der Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz brachte es auf den Punkt: „Das war eigene Doofheit. Wie wir Gladbach zunächst beherrscht haben, das war Wahnsinn.” Rotsünder Hummels, der nun zum ersten Mal in seiner Karriere in der Bundesliga eine Sperre wird absitzen müssen, schrieb sich den Frust am Abend auf Facebook von der Seele: „Bittere Kiste und ein Kandidat für die Top 3 der unverdientesten, unnötigsten und unglücklichsten Niederlagen, die ich bislang erlebt habe. Das Spiel müssen wir eigentlich schon lange gewonnen haben als es zum Elfmeter kommt.” Auch Sportchef Michael Zorc sprach Klartext: „Wir haben 80 Minuten dominiert, wie ich es selten gesehen habe. Aber am Ende haben wir es selbst verschuldet.”

Klopp gab den Spielern zwei Tage frei. Um den Kopf frei zu bekommen und die Niederlage zu verdauen. „Wir werden auch die positiven Dinge mit in die Wertung aufnehmen. Das wäre ja noch schöner”, sagte er noch.
Und Favre? Dem war der eigene Sieg fast schon peinlich. „Der Sieg war am Ende unverdient, das können wir klar sagen.”

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