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Diego Maradona: Der beste Freund

Der AZ-Chefredakteur Michael Schilling zum Tode von Diego Armando Maradona.
| Michael Schilling
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Um (Zu-)Spätgeborenen das Phänomen Maradona zu veranschaulichen, braucht es keine Schilderung von sehr entscheidenden Handspielen oder noch atemberaubenderen Soli. Es genügt die Erinnerung an das Abschiedsspiel von Lothar Matthäus vor 20 Jahren im Münchner Olympiastadion.

Natürlich durfte Maradona, an dem Matthäus in seiner langen Karriere gewachsen war wie an keinem anderen Gegenspieler, nicht fehlen bei Lothars Abschied.

Maradona hatte in diesem Frühsommer 2000 allerdings schon eine Leibesfülle wie einst Gustl Bayrhammer, und er kam erst aus der Kabine, als alle anderen Altstars beim Aufwärmen schon kräftig schwitzten.

Standing Ovations für Diego Maradona

Diego hatte die Schuhbandl offen gelassen, sie schleiften hinterher, als er schwerfällig zu einem der herumliegenden Bälle schritt. Mit einem kaum wahrnehmbaren Kick befördert er die Kugel in die Luft - und ließ sie minutenlang nicht mehr zu Boden fallen: Mal jonglierte er sie mit der Schulter, mal mit dem Knie, fing sie mit dem Nacken, zwischendurch küsste er sie. Das Stadion tobte. Standing Ovations noch vor dem Anpfiff. Dieser Zauberer schlug alle Fußballfreunde in seinen Bann - und musste dafür nicht einmal laufen. Der Ball, das sah jeder, war sein bester Freund. Vielleicht sein einziger.

In Maradona hat der Fußball nun auch einen Freund verloren. Bestimmt den besten, den er je hatte.

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