„Die Macht ist einseitig verteilt“

Der Ex-Manager von Unterhaching spricht im AZ-Interview über die Probleme im Verein.
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Schatzmeister Anton Schrobenhauser und sein Schwiegersohn Francisco Copado, der Sportdirektor in Haching.
Rauchensteiner/Augenklick Schatzmeister Anton Schrobenhauser und sein Schwiegersohn Francisco Copado, der Sportdirektor in Haching.

Der Ex-Manager von Unterhaching spricht im AZ-Interview über die Probleme im Verein.

AZ: Grüß Gott, Herr Meidert. Sie waren vier Monate Manager in Unterhaching. Im Oktober haben Sie den Klub verlassen, seitdem scheint das Chaos zu regieren...

ERICH MEIDERT: Ich habe alles getan, was in meiner Macht stand. Durch meinen Abgang hat sich die Lawine in Haching erst gelöst, so dass der Verein noch handeln konnte.

Das müssen Sie erklären.

Als ich gegangen bin, war es nicht fünf vor zwölf, sondern genau zwölf Uhr. Durch meinen Weggang kam vieles ans Tageslicht. Nach der Geschichte mit dem vermeintlichen Investor Franco Levis ist erst alles aufgeflogen.

Wie schlecht steht es um den Verein?

Sehr schlecht! Ich hoffe, dass Unterhaching von der Abhängigkeit von einem Allmächtigen wegkommt, hin zu tragfähigen demokratischen Vereinsstrukturen.

Sie meinen Anton Schrobenhauser, den Schatzmeister der SpVgg?

Ja. Seine Allmacht ist bedenklich. Obwohl sein finanzielles Engagement längst zurückgefahren wurde. Das Drama in Unterhaching ist, dass die Macht einseitig verteilt ist. Das hat 1860 schon mit Wildmoser erfahren.

Es gibt wieder Ärger um den Sportlichen Leiter Francisco Copado. Letzte Woche hieß es, dass er nicht mehr im Amt sei. Auch Präsident Engelbert Kupka hatte auf einer Jugendtrainersitzung schon das Aus von Copado bekannt gegeben, musste aber dann zurückrudern.

In Haching gibt es immer eine schweigende Minderheit und es wird aus einem Entschluss kein Beschluss. Kupka ist rührend bemüht, das Schlimmste zu verhindern, aber auch Kupkas Möglichkeiten sind begrenzt.

Copado soll bereits eine Rücktrittserklärung zum Donnerstag unterschrieben, diese aber dann wieder zurückgezogen haben. Jetzt sagt er, dass er bleibt.

Das wurde mir auch berichtet. Aber das war ja schon zu meiner Zeit so. Er wurde zurückgepfiffen. Das Hauptproblem ist, dass klare Kompetenzen fehlen. Und viele in der Führung sind über die Jahre hinweg in gewisse Abhängigkeiten miteinander geraten. Mir scheint: Jeder will heil aus der Sache rauskommen.

Interview: Reinhard Franke

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