DFB-Skandal: Zwanziger schießt gegen Beckenbauer

Angriff auf den Kaiser: Ex-DFB-Boss Theo Zwanziger hat im Rahmen der gestrigen Razzia scharf gegen Franz Beckenbauer geschossen. Über ein Anwaltsschreiben schlägt er vor, die 6,7 Millionen verschwunden Euro von Beckenbauer einzufordern.
| dpa/az
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Ein Bild aus harmonischeren Tagen: Theo Zwanziger und Franz Beckenbauer (r.)
dpa Ein Bild aus harmonischeren Tagen: Theo Zwanziger und Franz Beckenbauer (r.)

Altendiez/München - Der DFB-Sumpf wird immer tiefer: Am Dienstagmorgen waren neben der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes auch die privaten Wohnsitze von Niersbach, seines Vorgängers Theo Zwanziger und des langjährigen DFB-Generalsekretärs Horst R. Schmidt durchsucht worden. Der Vorwurf: Steuerhinterziehung in besonders schwerem Fall.

Es geht bei der Untersuchung um die Rückzahlung jener ominösen 6,7 Millionen Euro an den damaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus, die das deutsche WM-Organisationskomitee 2005 bewusst falsch als Beitrag zu einer FIFA-Gala getarnt hatte.

Die Frage, wohin das Geld des Franzosen ursprünglich einmal geflossen ist, steht seit Wochen im Zentrum des gesamten Skandals und ist bis heute nicht geklärt. Selbst unter Verdacht, in die Sache verwickelt zu sein, versucht Ex-DFB-Boss Theo Zwanziger nun Franz Beckenbauer ins Zentrum der Verdächtigen zu Rücken.

 

Profitierte Franz Beckenbauer von der Millionen-Zahlung?

 

Über ein Anwaltsschreiben ließ Zwanziger am Dienstagabend ausrichten, der DFB solle doch prüfen, ob man die 6,7 Millionen nicht vom damaligen Chef des Organisationskomitees Franz Beckenbauer zurückfordern müsse.

In einer kleinen Journalistenrunde in einem Hotel in Rheinlandpfalz, versuchte sich Zwanziger nach der Razzia in seinem Privathaus zu erklären. Wie die Bild-Zeitung aus dem Schreiben Zwanzigers wörtlich zitiert, heißt es dort: "Franz Beckenbauer war der Begünstigte der damaligen Zahlungen [...]". Ein heftiger Schuß vor den Bug des Kaisers, der sich bislang zum DFB-Skandal noch nicht äußerte.

 

 

Für sich selbst erwartet Zwanziger hingegen keine negativen Konsequenzen: "Ich weiß, dass ich die Wahrheit sage. Da ist nichts zu befürchten", sagte Zwanziger im rheinland-pfälzischen Diez.

 

Den Beschuldigten beim DFB droht eine Freiheitsstrafe

 

Sollte es jedoch zu einer Anklageerhebung kommen, drohen den Beschuldigten empfindliche Sanktionen. "Für eine Steuerhinterziehung in besonders schwerem Fall sieht das Gesetz Freiheitsstrafen vor, die sich bewegen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren", sagte die Frankfurter Oberstaatsanwältin Nadja Niesen.

Die DFB-Affäre im Überblick

Zudem drohen Niersbach und Zwanziger nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch) Schadenersatzforderungen in Millionen-Höhe. Laut "SZ" werden in Verbandskreisen nachträglich fällige Steuern in Höhe von 2,2 Millionen Euro für möglich gehalten, plus Zinsen seit 2006. Dafür könnte der DFB laut "Süddeutscher Zeitung" die damaligen Verantwortlichen in Regress nehmen.

 

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