"Das zeigt die Mentalität der Mannschaft": Nadiem Amiri glänzt als Joker

Nadiem Amiri brilliert als Joker und legt den Ausgleich gegen die Ivorer perfekt vor. Seine Mutter, die in Toronto lebt, sieht alles von der Tribüne aus.
von  Maximilian Koch
Jawoll, da ist der zweite Sieg: Nadiem Amiri schreit seine Freude über den 2:1-Erfolg gegen die Elfenbeinküste heraus. Ausgerechnet in Toronto, wo seine Mutter lebt.
Jawoll, da ist der zweite Sieg: Nadiem Amiri schreit seine Freude über den 2:1-Erfolg gegen die Elfenbeinküste heraus. Ausgerechnet in Toronto, wo seine Mutter lebt. © IMAGO/Newspix

Nicht nur für Jonathan Tah, dessen Vater Ivorer ist, war die Partie gegen die Elfenbeinküste eine ganz spezielle. Auch bei Nadiem Amiri spielte die Familie eine große Rolle, genauer gesagt: seine Mama.

"Meine Mutter-Seite wohnt ja in Kanada, in Toronto", erzählte Amiri nach dem 2:1-Erfolg in den Katakomben des Stadions. "Ich habe schon vor der WM gesagt, dass das Spiel hier ein sehr besonderes für mich ist. Ich musste 25 Karten organisieren, was hier sehr viel ist. Hier mein WM-Debüt zu geben, das Spiel so zu drehen, die Vorlage zum 1:1 - es ist für mich das perfekte Debüt gewesen."

Amiri gehört nach seiner Einwechslung zu den entscheidenden Akteuren

Der 29-jährige Offensivspieler von Mainz 05 war verständlicherweise glückselig. Amiri gehörte nach seiner Einwechslung für Aleksandar Pavlovic in der 60. Minute zu den entscheidenden Akteuren. Das 1:1 von Deniz Undav (68.) bereitete er per präziser Flanke vor, auch danach gefiel er mit klugen Pässen.

Anzeige für den Anbieter Spotify über den Consent-Anbieter verweigert

"Deniz ist Wahnsinn, ein Killer vor dem Tor. Er braucht nicht viele Chancen. Ein Phänomen", schwärmte Amiri vom deutschen Doppelpacker. Doch auch seine Vorarbeit war äußerst sehenswert. Amiri und Undav leiteten die Wende beim Sieg ein.

Die starke Bank machte in Toronto den Unterschied

"Das zeigt die Mentalität der Mannschaft", sagte Amiri: "Wie wir zurückgekommen sind: Das hatte Deutschland lange nicht mehr, so einen Zusammenhalt der Mannschaft, dass wir so ans Limit gehen und die Spiele noch drehen. Wir können alle stolz auf uns sein. Wir wussten, wenn wir an uns glauben und uns vertrauen, dass wir das Spiel gewinnen können."

Die starke Bank machte an diesem Nachmittag in Toronto den Unterschied, mit seinem Dreierwechsel nach einer Stunde Spielzeit traf Bundestrainer Julian Nagelsmann die genau richtige Entscheidung. Auch Jamie Leweling brachte Energie rein, wenngleich er überwiegend unglückliche Aktionen hatte.

Leon Goretzka, der in der 85. Minute für Kai Havertz in die Partie kam, klärte in der Schlussphase einmal ganz stark im eigenen Strafraum. Ein Beleg, dass die eingewechselten Spieler sofort wach und bereit waren.

Anzeige für den Anbieter Instagram Reel über den Consent-Anbieter verweigert

"Wir sagen es oft genug: Wir brauchen alle Spieler": Amiri empfiehlt sich für die Startelf gegen Ecuador

"Wir sagen es oft genug: Wir brauchen alle Spieler", sagte Amiri treffend. "Die Spieler, die reingekommen sind, konnten der Mannschaft helfen." Und wie. Das sind gute Signale für Nagelsmann, der angesichts der gesicherten Qualifikation fürs Sechzehntelfinale im dritten Gruppenspiel gegen Ecuador am Donnerstag in New Jersey wohl ein wenig rotieren wird. Speziell Undav und Leweling sind Kandidaten für die Startelf, auch Amiri hat sich mit Nachdruck empfohlen.

"Das ganze Stadion hat gebrannt, es war wie ein Heimspiel", sagte der Mainzer an die Adresse der deutschen Fans: "Ich bin wirklich überrascht, dass so viele hier sind. Ich glaube, die Fans wissen gar nicht, wie viel uns das bedeutet, wie viel Kraft uns das gibt. Wir sind einfach nur glücklich, dass wir den Fans den Sieg schenken konnten."

Und seiner Mama, die Amiri anschließend endlich in die Arme schließen konnte.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.