Das war die WM-Nacht: DFB-Elf scheitert, Oranje trauert

Bundestrainer Julian Nagelsmann sieht nach dem deutschen WM-Aus keinen Grund für einen Rücktritt. Jürgen Klopp hält sich zurück. Die Niederlande machen es auch nicht besser.
von  dpa
Julian Nagelsmann möchte als Bundestrainer weitermachen.
Julian Nagelsmann möchte als Bundestrainer weitermachen. © Martin Rickett/PA Wire/dpa

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft fährt bei der WM schon nach der ersten K.-o.-Runde nach Hause, der angezählte Julian Nagelsmann will dennoch Bundestrainer bleiben. Der 38-Jährige erklärte nach dem 3:4 gegen Paraguay im Elfmeterschießen noch im Stadion von Foxborough seine Bereitschaft, im Amt zu bleiben. "Ich möchte es weitermachen. Ich stehe bereit, wenn man das möchte", sagte Nagelsmann bei MagentaTV. Sein Vertrag mit dem DFB läuft noch bis nach der EM 2028.

Auch die Niederlande scheitern im Elfmeterschießen 

Als nächstes europäisches Top-Team scheiterten auch die Niederlande - ebenfalls im Elfmeterschießen. Die Mannschaft von Oranje-Trainer Ronald Koeman verlor mit 2:3 in der Entscheidung vom Punkt gegen Marokko. Die Nordafrikaner treffen nun am Samstag (19.00 Uhr/MagentaTV) im Achtelfinale in Houston auf Kanada. 

Jürgen Klopp ist zufrieden mit seinem aktuellen Job.
Jürgen Klopp ist zufrieden mit seinem aktuellen Job. © Tom Weller/dpa

Für emotionale Szenen sorgte Niederlandes Torschütze Cody Gakpo, der das 1:0 erzielte. Der Stürmer sank nach seinem Treffer zu Boden und brach in Tränen aus. Vor dem Spiel hatte er öffentlich gemacht, dass sein zweiter Sohn während der Schwangerschaft seiner Freundin gestorben war.

Das sind die weiteren wichtigen Themen der Nacht:

Kapitän Kimmich nach WM-Aus: Kein Rücktritt beim DFB

Nationalmannschaftskapitän Joshua Kimmich hat nach der dritten enttäuschenden Weltmeisterschaft in Serie einen Rücktritt ausgeschlossen. "Ich werde immer die Power haben für einen neuen Anlauf. Was ich niemals tun werde ist: Aufgeben", sagte der 31 Jahre alte Fußball-Profi bei Magenta TV nach dem völlig unerwarteten Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.

Paraguays Torwart Orlando Gill war der Held des Elfmeterschießens.
Paraguays Torwart Orlando Gill war der Held des Elfmeterschießens. © Jan Woitas/dpa

Wie schon nach dem Aus in der Gruppenphase in Katar bei der vorausgehenden WM fand der Bayern-Profi deutliche und reflektierte Worte. Es sei "schon so, dass man hier antritt und Deutschland stolz machen will", sagte Kimmich. Als Kind erinnere er sich an Finals oder Halbfinals für das DFB-Team. Das wolle man auch der aktuellen Generation geben. 

Klopp zur Bundestrainer-Frage: "Nicht der Moment"

Jürgen Klopp wehrt sich nach dem enttäuschenden deutschen WM-Aus gegen eine Bundestrainer-Debatte um seine Person. "Ich verstehe, dass mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der Moment. Es gibt dazu nichts zu sagen", sagte die Trainer-Ikone bei MagentaTV.

Marokko darf jubeln.
Marokko darf jubeln. © Ricardo Mazalan/AP/dpa

Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte direkt nach dem Spiel betont, er stehe weiter zur Verfügung. Die Entscheidung liegt nach dem Scheitern im Sechszehntelfinale gegen Paraguay nun beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der Vertrag von Nagelsmann läuft noch bis 2028.

"Vollskandal": Aberkanntes DFB-Tor sorgt für Ärger

Das aberkannte Tor von Jonathan Tah im Sechzehntelfinale der Fußball-WM gegen Paraguay zum 2:1 wegen eines angeblichen Foulspiels sorgt für Ärger und Diskussionen. "Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Vollskandal", sagte Nagelsmann im ZDF: "Das ist nicht mal ansatzweise ein Foulspiel." Bei MagentaTV hatte er die Entscheidung zuvor als "Witz" bezeichnet.

Was war passiert? Nach einer Ecke köpfte Tah Deutschland zur 2:1-Führung. Doch dann griff der VAR, um den es bei der WM bislang relativ wenig Ärger gab, wegen eines angeblichen Stoßes von Waldemar Anton gegen Paraguays Keeper Orlando Gill ein. Nachdem der Unparteiische Jalal Jayed aus Marokko einen Hinweis aufs Ohr bekommen und sich die Aktion noch einmal am Monitor angesehen hatte, entschied er auf Foulspiel.

Paraguay-Keeper über DFB-Schützen: "Jedes Detail analysiert"

Orlando Gill entschärfte zunächst die Elfmeter von Kai Havertz und Nick Woltemade - und brachte schließlich Jonathan Tah so aus dem Konzept, dass dieser den Ball weit über das Tor in den Abendhimmel von Massachusetts jagte. Mit insgesamt drei vereitelten Strafstößen avancierte Paraguays Torhüter im Sechzehntelfinale der Fußball-WM zum großen Deutschland-Schreck.

Auf die Frage, ob der Erfolg reine Intuition oder akribische Vorbereitung gewesen sei, erklärte der 26-Jährige der Zeitung "ABC" nach dem 4:3 im Elfmeterschießen gegen Deutschland: "Ich habe jeden Spieler, jeden Aspekt, jedes Detail analysiert, und Gott sei Dank konnte ich zwei Elfmeter halten, was für die Qualifikation entscheidend war."

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