Das sagt BVB-Geschäftsführer Watzke über die Krankheit von Mario Götze

Borussia Dortmund bittet eindringlich darum, von Ferndiagnosen und Spekulationen abzusehen - und BVB-Geschäftsführer Watze erwartet im Fall Götze eine langwierige Genesung. Ex-Handball-Bundestrainer Sigurdsson warnt.
| sid/az
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BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (rechts) und BVB-Profi Mario Götze. (Archivbild)
imago/Christoph Reichwein BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (rechts) und BVB-Profi Mario Götze. (Archivbild)

Dortmund - Bundesligist Borussia Dortmund erwartet eine langwierige Genesung seines erkrankten Weltmeisters Mario Götze (24).

"Das wird keine kurzzeitige Angelegenheit", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Am Montag hatte der BVB mitgeteilt, dass Mario Götze an Stoffwechselstörungen leidet. Der Verein hat den Offensivspieler daher auf unbestimmte Zeit aus dem Training genommen, Götze wird von Spezialisten betreut. Borussia Dortmund bittet eindringlich darum, von Ferndiagnosen und Spekulationen abzusehen.

"Wir wünschen uns im Wissen um das besondere Interesse an Mario Götze, dass die Privatsphäre dieses jungen Menschen respektiert und geachtet wird", sagte Pressesprecher Sascha Fligge am Dienstag.

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Der ehemalige Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson twitterte nach dem Bekanntwerden von Götzes Krankheit - und warnte: "Der Junge hat unglaublichen Druck von außen Stand halten müssen. Wir müssen alle davon lernen. Gute Besserung, Götze."

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Mario Götze selbst wurde vom BVB am Dienstag wie folgt zitiert: "Ich befinde mich gerade in Behandlung und setze alles daran, so schnell wie möglich wieder ins Training einsteigen und meiner Mannschaft dabei helfen zu können, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen."

Der Weltmeister, er wird Zeit brauchen, um mit seiner Stoffwechselstörung fertig zu werden. Womöglich viel Zeit. Götzes Erkrankung rückt alle - berechtigte - sportliche Kritik der vergangenen Monate in ein neues Licht. Weil da aber nicht ein x-beliebiger Mann leidet, sondern Mario Götze, der stets Umstrittene, der ewige WM-Held, ist es mit der Mitteilung des BVB vom Montag nicht getan.

Viele Fragen bleiben offen

Es schlägt die Stunde der Ferndiagnosen und Spekulationen. In einer ersten Welle versuchten sich der Leiter des Adipositas-Zentrums NRW und ein Diplom-Sportwissenschaftler daran, die vom BVB nicht exakt benannte Krankheit einzuordnen.

Mit naturgemäß wenig Erkenntnisgewinn, da das Spektrum der Möglichkeiten enorm breit ist. Erklärt die Erkrankung die unbefriedigenden Leistungen teilweise? In Gänze? Hat Mario Götze gar Sensationelles geleistet angesichts der unbekannten Schwächung? Diese Fragen bleiben offen.

Zu beobachten ist, dass viele Kritiker verständlicherweise mit flauem Gefühl auf ihre Aussagen der vergangenen Wochen schauen. Lothar Matthäus zum Beispiel hatte Götze nahegelegt, doch gleich nach China zu wechseln, sollte es beim BVB nicht klappen. Nun ließ er verlauten: "Das Gute ist, dass man jetzt die Ursache kennt und sie behandeln kann.

Vor diesem Hintergrund muss man seine Leistung natürlich anders bewerten als ohne dieses Wissen." Doch kann man Matthäus diese Kritik zum Vorwurf machen? Er hat schließlich, wie alle im Geschäft, von der Krankheit nichts gewusst.

Eine gewisse Erleichterung

Mario Götzes Leidensgeschichte jedenfalls nimmt vorerst kein Ende. Er schien schwer am Stein des "WM-Helden von 2014" zu tragen, er kam bei Bayern München nicht zurecht und klagte nach seiner turbulenten Rückkehr zum BVB ständig über Muskelverletzungen. Diese sollen Michael Zorc zufolge mit der Diagnose erklärt sein: "Wir sind froh, dass wir nun die Gründe für Marios Beschwerden kennen", sagte der Sportdirektor des BVB.

Für die Führungsriege der Dortmunder dürfte die Diagnose ebenfalls eine gewisse Erleichterung sein. Die Fragen nach den Leistungen des 25 Millionen Euro teuren Götze waren drängender und drängender geworden. Mehrfach sah sich Watzke gezwungen, seinem Spieler beizustehen. "Einige werden noch Abbitte leisten müssen", sagte er kürzlich - auch noch im Unwissen über die Krankheit.

In einer Mannschaft der leichtfüßigen Supertechniker wie Pierre-Emerick Aubameyang, Ousmane Dembélé oder Marco Reus hatte der einst mit Lionel Messi verglichene Götze oft schwerfällig und blass ausgesehen. Der 24-Jährige absolvierte nur elf von 22 Bundesligaspielen, vier davon über die komplette Spielzeit. Zuletzt spielte er vor Weihnachten ein Bundesliga-Spiel durch.

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