Kommentar

Das Messi-Beben bietet Chancen für beide Seiten

Sport-Vize Krischan Kaufmann kommentiert das Messi-Beben in Barcelona.
| Krischan Kaufmann
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"Mes que un Club" – "Mehr als ein Klub". Das legendäre Vereinsmotto des FC Barcelona beschreibt ziemlich genau, was die Beziehung zwischen Lionel Messi und dem katalanischen Spitzenklub knapp zwei Jahrzehnte lang so außergewöhnlich machte. Nicht nur wegen der exorbitanten Gehälter, zuletzt angeblich 35 Millionen Euro netto (!) per annum, die dem Argentinier dort gezahlt wurden, war es nie ein normales Arbeitsverhältnis – die Blaugrana waren für Messi eine Ersatz-Familie.

Das ist nun vorbei. Und damit auch der große Traum aller Fußball-Romantiker, für die der stille Superstar stets die perfekte Projektionsfläche war: Ein Spieler, ein Verein, ein Leben lang? Nein, diese Formel gilt heute nicht einmal mehr für den Treuesten der Treuen.

Vor über 20 Jahren lockte Barça den Jungen aus Rosario über den Großen Teich, bildete ihn in der berühmten Vereinsakademie "La Masia" aus und formte ihn behutsam zum Superstar. Es war die beste Investition der Fußball-Geschichte. Denn Messi zahlte zurück – und wie: 444 Tore, zehn spanische Meisterschaften, vier Champions-League-Triumphe. Mehr geht nicht!

FC Barcelona: "Mes que un Messi"?

Zuletzt funktionierte diese Win-Win-Symbiose jedoch nicht mehr. Der Klub hat es verpasst, dem sechsfachen Weltfußballer das passende Personal zur Seite zu stellen. Dazu kamen interne Querelen mit den Vereinsbossen, so dass die 2:8-Demütigung gegen die Bayern seine schon länger gehegten Abschiedsgedanken nur noch verfestigt haben dürfte.

Allerdings liegt in diesem Messi-Beben nun auch eine Chance – für beide Seiten. Der 33-Jährige kann im Spätherbst seiner Karriere beweisen, dass er auch außerhalb seiner katalanischen Komfortzone funktioniert. Und der FC Barcelona kann, oder besser muss zeigen, dass er "mes que un Messi" ist, also "mehr als ein Messi".

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