Confed-Quatsch und andere Witz-Spiele

Die Partie in Dänemark ist überflüssig – wie so viele zuvor. Die AZ nennt die gruseligsten Beispiele:
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Für den Confed-Cup 1999 nominierte Erich Ribbeck eine Verlegenheitself. Maul (von li.), Baumann und Gerber waren auch dabei.
dpa Für den Confed-Cup 1999 nominierte Erich Ribbeck eine Verlegenheitself. Maul (von li.), Baumann und Gerber waren auch dabei.

Die Partie in Dänemark ist überflüssig – wie so viele zuvor. Die AZ nennt die gruseligsten Beispiele:

KOPENHAGEN Die Dänen trifft es zum dritten Mal. Doch diesmal sind sie nicht sauer, auch im Königreich kommt der frühe Länderspieltermin ungelegen. Dass die deutsche Nationalelf am Dienstagnachmittag mit einem verstärkten B-Team nach Kopenhagen geflogen ist und das Länderspiel im Stadion „Parken“ zum Improvisationsspielchen wird, kennen die Dänen schon. Zwei Mal waren sie Opfer, wenn ein Test zum Kirmes-Kick geriet. Dabei versicherte Bundestrainer Joachim Löw, „dass wir dieses Spiel intern bei uns ernster nehmen, als es auch in der Öffentlichkeit dargestellt wird“.

Eine Reminiszenz an die WM kann es freilich auch nicht werden, da reicht ein Blick auf den Kader und die Aufstellung. Löw bemühte sich um Seriosität – auch aus Respekt vor den Gastgebern. „Wir haben keine eingespielte, homogene Mannschaft. Aber wir werden uns seriös vorbereiten und wollen ein möglichst gutes Spiel zeigen. Aber man muss Abstriche machen, es wird nicht alles so reibungslos laufen“, sagte er.

Die AZ erinnert an die überflüssigsten Länderspiele der letzten 20 Jahre:

Der Wechsel-Wahnsinn:

Im letzten Test vor der WM 1990 in Italien setzt Teamchef Franz Beckenbauer beim 1:0 gegen Dänemark tatsächlich 21 Spieler des 22er-Kaders ein, tauscht in der Pause vier Mal, später noch sechsmal. Unumstrittener Einwechselweltrekord. Paul Steiner kommt in Gelsenkirchen zu seinem einzigen Länderspiel-Einsatz. Die Dänen als Gegner fühlen sich damals „verhöhnt“.

Der Olsen-Zoff:

Das 2:1 in Prag gegen Tschechien im März 2007 war der wichtigste Schritt auf dem Weg zur EM 2008. Für den Test vier Tage danach gegen Dänemark in Duisburg nominiert Löw eine Witz-Elf und verliert 0:1. Die Megastars des Teams: Alexander Madlung, Roberto Hilbert und Jan Schlaudraff. Die Fans pfeifen und toben, Dänen-Coach Morten Olsen schimpfte: „Respektlos!“ Löw erwiderte schroff: Wir sind doch nicht dafür da, andere Trainer zufriedenzustellen.“ Am Mittwoch sehen sich die Trainer wieder.

Der Confed-Quatsch:

Mexiko ist ein wunderbares Reiseziel, dennoch erhält Trainer Erich Ribbeck für den Confederations Cup 1999 satte 17 Absagen, da das Turnier mitten in der Saisonvorbereitung im Juli stattfindet. Ein Kompromiss-Kader wird zusammengestöpselt, die Top-Kicker zur Aushilfe heißen Ronald Maul, Mustafa Dogan und Heiko Gerber. Nach Pleiten gegen Brasilien (0:4) und das B-Team der USA (0:2) wird die DFB-Truppe verspottet, selbst von Franz Beckenbauer: „Auch wenn ihr nicht mit der besten Garnitur gekommen seid, müsst ihr doch Spieler haben, die den Ball stoppen können.“

Der Touri-Trip:

Nach der Vorrunde, kurz vor Weihnachten, noch drei Länderspiele, verbunden mit Langstreckenflügen in Asien – so etwas verabscheuen die Stars. Um Stimmen für Deutschlands WM-Bewerbung zu sammeln, muss man 2004 zur Fußballnation Thailand, nach Japan und Südkorea. Unter Trainer Jürgen Klinsmann setzt es da sogar ein 1:3. Die Promi-Verlegenheitsnationalspieler: Marco Engelhardt und Christian Schulz. Moment, Schulz? Ja, richtig, der Schulz aus Hannover, der auch am Mittwoch wieder ran darf. Glückwunsch! Oder eher nicht?

Patrick Strasser

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