Champions League: Roma-Präsident Pallotta geht nach Sensationssieg baden - und zahlt

Die Feierlichkeiten nach dem sensationellen Erfolg des AS Rom gegen den FC Barcelona wollten kein Ende nehmen. Doch mit dem Halbfinal-Einzug möchten sich die Italiener nicht zufrieden geben. Der Roma-Chef springt in einen Brunnen - und wird bestraft.
| sid
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Fans des AS Rom feiern auf dem Piazza Venezia den 3:0-Sieg des AS Rom über den FC Barcelona im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League und den damit verbundenen Einzug ins Halbfinale.
Angelo Carconi/ANSA/AP/dpa Fans des AS Rom feiern auf dem Piazza Venezia den 3:0-Sieg des AS Rom über den FC Barcelona im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League und den damit verbundenen Einzug ins Halbfinale.

Rom - Mit Hupkonzerten, Autokorsos und lauten Gesängen haben die Fans von AS Rom das 3:0 gegen den FC Barcelona und den Einzug ins Halbfinale der Champions League gefeiert. Auch der amerikanische Klubchef James Pallotta ließ sich von der euphorischen Stimmung anstecken und sprang vor jubelnden Fans in einen historischen Brunnen auf der zentralen Piazza del Popolo, dem "Brunnen der Löwen". Der Moment wurde von hunderten Tifosi mit ihren Smartphones festgehalten.

Pallottas Jubel blieb jedoch nicht ohne Folgen. Der Verbraucherschutzbund Codacons zeigte den AS-Rom-Chef an und forderte die Stadt Rom auf, eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro zu verhängen, die normalerweise für das Baden in Roms Brunnen fällig wird. Pallotta entschuldigte sich daraufhin bei Bürgermeisterin Virginia Raggi.

"Pallotta hat mich angerufen und sich entschuldigt. Er hat im Freudenrausch gehandelt, doch er hat begriffen, dass er kein gutes Beispiel gegeben hat", sagte Raggi, die sich noch am Mitwoch mit Pallotta traf. Dabei überraschte der Roma-Boss sie mit einer großzügigen Spende von 230.000 Euro, die für die Restaurierung des Brunnens vor dem Pantheon in Rom verwendet werden sollen. 

Roma total: "Die ganze Stadt spielt verrückt"

Stattliche römische Männer weinten wie kleine Jungs auf dem Rasen des Stadio Olimpico. Ex-Capitano Francesco Totti schrie sich auf der Tribüne die Lunge aus dem Leib. Drumherum wurde die ewige Stadt von Gesängen der Tifosi in den Gassen, Hupkonzerten auf den Hauptstraßen und spontanen Siegesfeiern in ihren antiken Grundfesten erschüttert.

Die AS bescherte Rom und dem schwer angeschlagenen italienischen Calcio durch seinen Erfolg gegen den großen FC Barcelona endlich wieder eine "notte magica" - eine magische Nacht. "Die ganze Stadt spielt verrückt", kommentierte die Gazzetta dello Sport den Ausnahmezustand nach dem 3:0 (1:0) der "Giallorossi" im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den viermaligen Titelträger.

Dass der Tabellenvierte der Serie A das 1:4 aus dem Hinspiel beim spanischen Spitzenreiter noch drehen konnte und erstmals das Halbfinale des Wettbewerbs erreicht hat, war für die Zeitung Il Fatto Quotidiano "wahrscheinlich der größte Abend in der Geschichte der Roma".

Die AS-Aktie stieg zu Beginn des Handels am Mittwoch an der Mailänder Börse um 22 Prozent auf 60 Cent. Aufgrund der starken Kurssprünge musste der Handel sogar vorübergehend ausgesetzt werden. Nach Berechnungen des Corriere dello Sport spült der Halbfinal-Einzug insgesamt 77,1 Millionen Euro in die Roma-Kassen.

AS-Coach Di Francesco: "Unser Ziel muss das Endspiel sein - basta!"

Dabei hatten nicht einmal die kühnsten Optimisten im Land des viermaligen Weltmeisters, der bei der WM-Endrunde in Russland zuschauen muss, mit dem Erfolg gerechnet. Der dreimalige italienische Meister ist erst der dritte Klub nach Deportivo La Coruna und Barcelona, der einen Rückstand von drei Toren oder mehr nach dem Hinspiel noch drehen konnte.

Doch die Römer, die 1984 das Finale des Vorgänger-Wettbewerbs (Europacup der Landesmeister) im heimischen Stadion gegen den FC Liverpool im Elfmeterschießen verloren und auch 1991 aus den Endspielen um den UEFA-Cup gegen Inter Mailand als Verlierer hervorgingen, wollen mehr. Der Titel soll her.

"Warum sollten wir nicht daran glauben? Wer soweit gekommen ist, der kann es schaffen", sagte Trainer Eusebio Di Francesco, dessen Schützlinge erst am Samstag nach einem 0:2 gegen den AC Florenz gnadenlos von den eigenen Anhängern ausgepfiffen worden waren. "Wir genießen einen großen Moment", äußerte der Coach, der am Sonntag im Derby gegen Lazio vor der nächsten Herausforderung steht: "Aber das reicht uns noch nicht. Unser Ziel muss das Endspiel sein - basta!"

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