BVB schöpft Mut fürs Pokalfinale - "Schweißt zusammen"

Viel Tempo, tolle Tore und eine irre Dramaturgie. Fußball-Deutschland kann sich auf ein spannendes Pokal-Finale zwischen dem BVB und Leipzig freuen.
| Von Heinz Büse, dpa
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Borussia Dortmund gewann gegen RB Leipzig die Generalprobe für das DFB-Pokalfinale.
Borussia Dortmund gewann gegen RB Leipzig die Generalprobe für das DFB-Pokalfinale. © Martin Meissner/dpa
Dortmund

Nach dem Happy-End im Fußball-Krimi hielt es Erling Haaland nicht länger auf der Tribüne.

Zusammen mit dem gesperrten Jude Bellingham stürmte der verletzte Dortmunder Torjäger auf den Platz, schloss Matchwinner Jadon Sancho in die Arme und feierte im Kreis seiner Teamkameraden das 3:2 (2:1) über Leipzig. Mit dem fünften Erfolg in Serie wahrte der BVB seine Chance auf die Champions League und tankte Selbstvertrauen für das Pokalfinale in Berlin gegen denselben Gegner. "Das schweißt zusammen. Wir können viel Mut mitnehmen und sind bereit für Donnerstag", kommentierte Edin Terzic, "wir wollen den Pokal nicht nur angucken, sondern auch anfassen."

Aus der lange Zeit für mangelnde Mentalität und fehlende Konstanz bekannten Borussia ist dank Terzic eine verschworene Einheit geworden. Wie schon beim 5:0 im Pokal-Halbfinale gegen Holstein Kiel eine Woche zuvor bewies sie auch ohne den eigentlich unverzichtbaren Torgaranten Haaland hohe Angriffskunst. Die Treffer der kongenialen Offensivkräfte Marco Reus (7.) und Jadon Sancho (51./87.) veredelten den sehenswerten Auftritt. Von einem psychologischen Vorteil seines Teams für das neuerliche Kräftemessen mit Leipzig fünf Tage später im Pokal-Showdown wollte Reus jedoch nichts wissen: "Das Spiel heute hatte nullkommanull mit Berlin zu tun."

Doch das umkämpfte und phasenweise hochklassige Spiel schürte bei allen Fußball-Ästheten die Vorfreude. Obwohl die in der 2. Halbzeit überlegenen Leipziger nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Lukas Klostermann (63.) und Dani Olmo (77.) sogar einem Sieg nahe schienen, schlug der BVB eiskalt zurück. Der Siegtreffer von Sancho versetzte BVB-Sportdirektor Michael Zorc in Euphorie: "Das war Fußball vom Feinsten. Es war ein turbulentes Spiel mit dem Ergebnis, das wir uns erhofft haben."

Dagegen blieben die Leipziger auch in ihrem siebten Spiel nacheinander gegen den Revierclub ohne Sieg. "In der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft und hatten den Gegner soweit, dass er zumindest nicht gewinnt", urteilte Julian Nagelsmann. Der Coach hofft, dass diese negative Serie schon am Donnerstag zu Ende geht: "Die Bilanz ist nicht herausragend. Es wird Zeit, dass wir mal ein Spiel gewinnen. Am Donnerstag haben wir die nächste Chance dazu. Da müssen wir es hinkriegen."

Dass der BVB mit dem Sieg über den Tabellenzweiten Leipzig dem Erzrivalen Rivalen FC Bayern schon während dessen Vorbereitung auf das Spiel gegen Mönchengladbach den neunten Meistertitel in Serie bescherte, ging in der Freude der Dortmunder unter. Schließlich dürfen sie weiter auf einen versöhnlichen Abschluss einer schwierigen Saison hoffen.

Stellvertretend für den jüngsten Aufwärtstrend stehen Reus und Sancho. Reus erzielte in seinen jüngsten acht Pflichtspiel-Einsätzen fünf Tore und damit eins mehr als in seinen 38 Einsätzen in dieser Saison zuvor. Sancho war nach dürftiger Hinrunde in den 13 Bundesligaspielen des aktuellen Kalenderjahrs an 14 Toren direkt beteiligt (acht Tore, sechs Assists). "Jadon hat ein super Spiel gemacht. Er hat einen großen Beitrag geleistet. Aber das sind wir auch ein bisschen gewohnt von ihm", schwärmte Terzic.

Wichtiger noch als der Pokalsieg wäre für die Dortmunder die mit mindestens 30 Millionen Euro Zusatzeinnahmen versüßte Qualifikation für die Champions League. Mit dem 3:2 wuchs bei allen Beteiligten der Glaube, in der Tabelle am Ende der Saison zum erlauchten Kreis der ersten vier Teams zu gehören. Das erste Statement von Reus nach dem Spiel bei Sky klang wie eine Kampfansage an die Konkurrenten aus Frankfurt und Wolfsburg: "Wir sind da, das ist sehr wichtig."

© dpa-infocom, dpa:210509-99-527380/2

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