BVB-Held Subotic: "Ich dachte, ich sterbe"

Am Ende wurde es nochmal eng – doch trotz der 0:2-Niederlage steht Borussia Dortmund im Finale der Champions League. Watzke hatte Herzprobleme, Klopp dankte Gott und ließ das Team später feiern.
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Am Ende wurde es nochmal eng – doch trotz der 0:2-Niederlage steht Borussia Dortmund im Finale der Champions League. Watzke hatte Herzprobleme, Klopp dankte Gott und ließ das Team später feiern

Madrid - Kaum war der Coup gelungen, sank Roman Weidenfeller schlagartig zu Boden. Dortmunds Keeper lag scheinbar leblos auf dem Rasen des Estadio Santiago Bernabeu. Während seine Kollegen sich einige Meter weiter zu einem schwarz-gelben Jubelknäuel formten, musste Weidenfeller sich erstmal sammeln. Beim 0:2 gegen Real, dieser wohl schönsten Niederlage, die Dortmund jemals kassierte, hatte Weidenfeller wohl das beste Spiel seiner Karriere gemacht. Von der ersten Minute an war er unter Beschuss gestanden der Real-Stars, die das 1:4 aus dem Hinspiel wett machen wollten. Er hatte gehalten, was zu halten war und war die letzten 15 Spielminuten doch noch mal ins Zittern geraten, als Real doch noch in der 83. durch Karim Benzema und 88, Minute durch Sergio Ramos zwei Treffer gelangen. Ein Tor mehr, und Dortmund wäre ausgeschieden. „Es brannte kurz lichterloh, aber wir haben dagegengehalten”, sagte Mats Hummels, neben Weidenfeller der überragende Borusse. Und Neven Subotic ergänzte: „Als ich gesehen habe, dass es fünf Minuten Nachspielzeit gibt, dachte ich, ich sterbe.”

Doch sie retteten diese süße Niederlage über die Zeit. „Ich war so platt, die letzten Minuten waren so intensiv. Mir sind eine Menge Gedanken durch den Kopf gegangen”, berichtete der 32-Jährige, „das ist ein Traum, dass ich das noch erleben darf.”

Noch viel schlimmer erwischte es Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Der verließ nach dem 0:2 fluchtartig die Ehrentribüne und erlebte die letzten Minuten des Spiels auf der Toilette. hatte ihre Wirkung verfehlt. „Das erste Mal in meinem Leben musste ich wegen akuter Herzprobleme aufgeben”, sagte er, „ich hab’s einfach nicht mehr ausgehalten.” Selbst die beruhigenden Worte von Spaniens König Juan Carlos, der „mir die ganze Zeit die Hand gehalten hat – ein echt netter Kerl, der Mann”, wie Watzke sagte, hatten den Geschäftsführer nicht mehr beruhigen können.

Auch Trainer Jürgen Klopp gab zu, kurz an eine Flucht vom Spielfeldrand gedacht zu haben. Doch er blieb – dank seines Gottesglaubens. „Ich habe mir gedacht, wenn Gott will, erreichen wir das Finale”, berichtete Klopp hinterher und ordnete das Geleistete dann gewohnt überschwänglich ein. „Das ist die außergewöhnlichste Leistung, von der ich seit langen, langen Jahren im Sport gehört habe”, sagte er. Der Finaleinzug sei verdient gewesen. „In der Summe 4:3 gegen Madrid, das macht uns zum verdienten Sieger”, sagte er, und ergänzte: „Ich habe gehört, dass die Borussen vor 16 Jahren mehr Glück gebraucht haben, um ins Finale zu kommen.” 1997 hatte Dortmund zum letzten Mal das Finale erreicht – und im Münchner Olympiastadion schließlich Juventus Turin mit 3:1 besiegt.

So weit sind sie noch nicht. Doch bereits am Dienstag schickte Klopp seine Spieler feiernd in die Nacht. „Wenn ich den Spielern heute nicht erlauben würde, rauszugehen, dann wäre ich der Vollhorst”, sagte Klopp.

Seine Spieler aber mussten erst einmal Kräfte sammeln. In der Kabine sei es recht ruhig gewesen, berichtete Mats Hummels. Zu erschöpft waren alle von den 90 Minuten, die ihnen Real abverlangt hatte. Nach dem Mitternachtsbankett aber ließen sich einige aber doch noch bis in den frühen Morgen durch das Nachtleben treiben, aus dem Mannschaftshotel ging es noch in eine Discothek.

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