Bremen schockt Mainz mit spätem Sieg

In einem umkämpften Duell zwischen Mainz und Bremen deutet lange alles auf eine Nullnummer hin. Doch dann kommt der große Auftritt eines Neulings.
| Von Eric Dobias, dpa
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Die Bremer feiern den Last-Minute-Treffer von Eren Dinkci.
Die Bremer feiern den Last-Minute-Treffer von Eren Dinkci. © Torsten Silz/dpa
Mainz

Eren Dinkci verschwand nach seinem Last-Minute-Treffer in einer Jubeltraube.

Mit seinem späten Tor in der 90. Minute zum 1:0 (0:0) beim FSV Mainz 05 beendete der erst 262 Sekunden zuvor eingewechselte Bundesliga-Debütant die Negativserie des SV Werder Bremen von neun sieglosen Spielen und verschärfte zugleich die sportliche Krise des Tabellenvorletzten.

"Vor dem Anpfiff gab es eine gewisse Anspannung. Mit dem Sieg haben wir noch nichts geschafft, sind aber in die richtige Richtung abgebogen", sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt. "Heute hat sich die Mannschaft endlich belohnt." Mit 14 Punkten schafften die Bremer im letzten Liga-Spiel des Jahres den Anschluss an das Tabellenmittelfeld und können mit einem weiteren Erfolg im DFB-Pokal bei Hannover 96 einen versöhnlichen Jahresabschluss perfekt machen.

Die in dieser Saison zuhause weiter sieglosen Mainzer gehen dagegen als Vorletzter in die kurze Weihnachtspause. Nur sechs Zähler hat das Team von Trainer Jan-Moritz Lichte in 13 Spielen gesammelt - so schlecht waren die 05er noch nie. Damit droht den Rheinhessen erstmals nach 14 Jahren wieder der Abstieg. "Es wird ganz schwer in der Bundesliga. Das war bisher definitiv zu wenig und absolut enttäuschend", bilanzierte Sportvorstand Rouven Schröder.

Bremen begann druckvoll und stellte die Mainzer mit seiner überraschend offensiven Ausrichtung vor einige Probleme. Obwohl die Gäste in der Anfangsphase gefällig kombinierten und knapp 80 Prozent Ballbesitz hatten, konnten sie sich jedoch keine Chancen erarbeiten.

Nach einer Viertelstunde fanden die Hausherren etwas besser ins Spiel und verzeichneten durch Robin Quaison (17.) die erste zaghafte Torannäherung. Werder blieb jedoch spielbestimmend, ließ im gegnerischen Strafraum aber die nötige Durchschlagskraft vermissen.

Die erste dicke Möglichkeit ergab sich fast zwangsläufig aus einer Standardsituation. Nach einer Ecke kam Joshua Sargent aus fünf Metern völlig frei zum Kopfball, erwischte das Spielgerät aber nicht voll, so dass Mainz-Keeper Robin Zentner klären konnte.

Der 26-Jährige war dann auch nach gut einer halben Stunde bei einem Schuss von Marco Friedl auf dem Posten und bewahrte sein Team vor dem Rückstand. Nun wurde es in den Strafräumen etwas lebhafter, weil auch die Mainzer hin und wieder gefährliche Angriffe initiierten. Erst scheiterte Edimilson Fernandes an Werder-Torwart Jiri Pavlenka - es war der erste Mainzer Schuss aufs Tor seit 120 Minuten. Kurz darauf verzog Quaison knapp.

Nach dem Wechsel verflachte das Niveau der Partie zusehends. Die Rivalen neutralisierten sich zumeist zwischen den Strafräumen, beide Torhüter blieben weitgehend beschäftigungslos. Doch dann schlug Joker Dinkci per Kopf zu und belohnte die etwas aktiveren Bremer. "In der zweiten Halbzeit hat sich das Gefühl, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollen, verflüchtigt", kritisierte 05-Sportchef Schröder. "Das ist absolut frustrierend."

© dpa-infocom, dpa:201219-99-755821/3

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