Bericht: FC Schalke 04 entlässt Trainer Markus Weinzierl

Nach einer enttäuschenden Premieren-Saison ereilt Schalke-Chefcoach Markus Weinzierl das Aus. Nachfolger ist Trainer-Aufsteiger Domenico Tedesco vom Zweitligisten Aue.
| sid/dpa
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Beim FC Augsburg und bei Jahn Regensburg hatte sich Markus Weinzierl durch kontinuierliche Arbeit einen guten Namen im Fußballgeschäft erworben.
dpa Beim FC Augsburg und bei Jahn Regensburg hatte sich Markus Weinzierl durch kontinuierliche Arbeit einen guten Namen im Fußballgeschäft erworben.

Nach einer enttäuschenden Premieren-Saison ereilt Schalke-Chefcoach Markus Weinzierl das Aus. Nachfolger ist Trainer-Aufsteiger Domenico Tedesco vom Zweitligisten Aue.

Gelsenkirchen - Bundesligist FC Schalke 04 trennt sich überraschend doch von Trainer Markus Weinzierl. Der 42-Jährige, erst im vergangenen Sommer vom FC Augsburg gekommen, wurde bereits am Freitagmorgen über sein Aus informiert. Nachdem der Aufsichtsrat zugestimmt hatte, kam die offizielle Bestätigung.

Nachfolger wird der 31-jährige Domenico Tedesco vom Zweitligisten Erzgebirge Aue. Der Deutsch-Italiener Domenico Tedesco erinnert an Shooting-Star Julian Nagelsmann von der TSG 1899 Hoffenheim - oder an Thomas Tuchel, den Heidel 2009 in Mainz zum Bundesliga-Trainer machte.

Bei Weinzierl hatte der neue Schalker Manager ein "klares Konzept" vermisst. Nach der enttäuschenden Saison mit Platz zehn traute Heidel seinem einstigen Favoriten die Aufgabe nicht mehr zu. Er ist der vierte Trainer in drei Jahren, der gehen muss. Allerdings sah es zunächst so aus, als wollte er weiter mit dem früheren Augsburger zusammenarbeiten. Schalke hatte erstmals seit sieben Jahren die Teilnahme am Europapokal verpasst.

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Eigentlich hatte Heidel mit seinem Wunschtrainer die ständigen Trainerwechsel auf Schalke beenden und für Kontinuität sorgen wollen. Weinzierl, für geschätzte vier Millionen Euro aus Augsburg verpflichtet, hatte bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr noch gescherzt, er habe bei seiner Wohnungssuche schon eine Absage bekommen, "die wollten einen langfristigen Mieter". Das Lachen ist dem Niederbayern vergangen.

Die Saison auf Schalke war eine einzige Enttäuschung: Nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte und einem Zwischenhoch verpassten die Königsblauen erstmals seit sieben Jahren den Europapokal. Heidel rückte immer mehr von Weinzierl ab und kritisierte ihn nach Saisonende harsch.

Harsche Kritik an Weinzierl

"Die Entwicklung hat überall stattgefunden, nur nicht auf dem Spielfeld", hatte der Sportvorstand gesagt und eine knallharte Analyse mit Weinzierl angekündigt. Allerdings sah es zunächst so aus, als wollte er weiter mit dem früheren Augsburger zusammenarbeiten. Heidel flog nach Florida in den Urlaub und verfolgte aus der Ferne, wie die Zweifel am Coach immer größer wurden.

Jung-Nationalspieler Max Meyer beklagte sich öffentlich über Weinzierls fehlende Unterstützung. 12,5-Millionen-Einkauf Jewgeni Konopljanka nannte den Trainer gar einen "Feigling". Mit zwei Wochen Verspätung entschied sich Heidel für die Trennung, die allerdings teuer wird.

Weinzierl hatte einen Vertrag bis 2019 unterschrieben. Damit bleibt es auch unter der neuen sportlichen Führung beim Kommen und Gehen auf der Trainerbank. Tedesco, früherer Jugendtrainer des VfB Stuttgart und von 1899 Hoffenheim, hatte Aue in fast aussichtsloser Lage übernommen und noch zum Klassenerhalt geführt.

Dabei hatte er einen Punkteschnitt von 1,82 pro Spiel erreicht. Der Deutsch-Italiener gilt als großes Trainer-Talent und schloss die Ausbildung zum Fußballlehrer als Jahrgangsbester mit der Note 1,0 noch vor Hoffenheims Bundesliga-Coach Julian Nagelsmann ab. In Aue hat er einen Vertrag bis 2018, soll aber eine Ausstiegsklausel für die Bundesliga besitzen.

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