Bericht: DFL plant spektakuläre Pokal-Revolution

Die DFL plant eine spektakuläre Revolution im DFB-Pokal: Mehr Starter, mehr Geld für die Amateuere, aber auch zwei Qualifikationsrunden, so die Eckpunkte des Plans.
| sid
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Frankfurt - Zwei weitere Runden, Entlastung der Europacup-Starter, mehr Geld für die Feierabend-Kicker: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) geht mit einem brisanten Plan zur Reform des DFB-Pokals in das Spitzengespräch mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) am 23. Mai.

Mit ihren Vorschlägen tüftelt die DFL um ihren Bosse Christian Seifert an der Quadratur des Kreises: Die Topklubs und die Amateure sollen zufriedengestellt werden.

Laut Sport Bild will die DFL ab der Saison 2019/20 (bis dahin laufen die aktuellen TV-Verträge) vor der 1. Hauptrunde zwei weitere Runden (Qualifikation und Vorrunde) einführen. Neben dem neuen Modus soll ein Paket zur finanziellen Unterstützung der Amateurvereine in Höhe von rund 20 Millionen Euro geschnürt werden. Die DFL wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen, nach SID-Informationen stimmen allerdings die Grundzüge des Berichts.

Europa-Teilnehmer sollen entlastet werden

Ein wesentliches Merkmal des Plans ist die Terminierung der 1. Hauptrunde, bei der die sieben Europacup-Starter in den Wettbewerb einsteigen sollen. Während die Runde bisher am Wochenende vor dem Bundesliga-Start ausgetragen wird (Anfang oder Mitte August), soll sie zukünftig im September stattfinden. So sollen die Europacup-Teilnehmer - wie von der DFL gewünscht - im Sommer entlastet werden, um die Auslandsvermarktung anzukurbeln.

Während die Plätze für die Europacup-Starter reserviert wären, müssten sich die restlichen Klubs der Bundesliga und der 2. Liga für die 1. Runde erst über die neue Vorrunde qualifizieren. Dort würden sie auf die Amateure treffen, die sich in der Qualifikation durchgesetzt haben. Unter Einrechnung der beiden neuen Runden würden zukünftig 182 Mannschaften statt der bisherigen 64 am DFB-Pokal teilnehmen.

Grundsätzlich würde es in der 1. Runde bei den Duellen "David gegen Goliath" bleiben, da sich auch im neuen Modus zahlreiche Amateurklubs sicher dafür qualifizieren werden. Damit wäre die Hauptforderung von DFB-Präsident Reinhard Grindel erfüllt - auch wenn sich der Verband auf Anfrage am Mittwoch nicht zu den Plänen äußern wollte und auf das Spitzentreffen mit der DFL verwies.

Mehr Geld für Amateure

"Der DFB-Pokal ist der erfolgreichste Verbandspokal in Europa. Das liegt auch an dem besonderen Modus Klein gegen Groß", hatte Grindel zuletzt gesagt: "Ich gehe davon aus, dass an diesem Modus nichts geändert wird, wenn ich die Signale aus der Liga richtig verstehe." Mit Blick auf das Spitzengespräch ist Grindel zuversichtlich, "dass die Ligaspitze mit Reinhard Rauball und Christian Seifert in die Vereine hineinhört und wir uns verständigen werden".

Das liegt auch daran, dass rund 16 Millionen Euro an Prämien und Zuschauereinnahmen an die Amateure fließen sollen - bisher waren knapp fünf Millionen Euro garantiert. Dazu käme noch ein neues Modell für die Ausbildungsentschädigung an kleine Klubs, die Profis herausbringen - demnach würden vier Millionen Euro statt bisher eine Million von oben nach unten verteilt.

So würde die DFL auch die zuletzt immer wieder aufgekommenen Vorwürfe entkräften, wonach die Profis die Amateure finanziell nicht ausreichend unterstützen würden.

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